Lehrplan PLUS

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Japanisch

Das angegebene Fachprofil wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

1 Selbstverständnis des Faches Japanisch und sein Beitrag zur Bildung
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Japanisch gehört mit ca. 127 Millionen Muttersprachlern zu den zehn am häufigsten gesprochenen Sprachen der Welt. Es ist die Amtssprache Japans, das als Mitglied der sieben wirtschaftsstärksten Länder der Welt, der OECD und als viertstärkste Exportnation in vielfältiger Weise mit vielen Ländern Asiens und – aus historischen Gründen – mit den USA stark verknüpft ist, sich darüber hinaus jedoch auch seiner Rolle in der globalisierten Welt immer stärker bewusst wird. Die enge Partnerschaft Japans gerade auch zu Deutschland sowie zum Freistaat Bayern erfordert eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Land; ökonomische, ökologische und politische Verflechtungen sowie interkulturelle Begegnungen machen einen differenzierten Einblick in Japans Traditionen und Geschichte sowie in die Lebens- und Denkweisen seiner Bevölkerung unabdingbar. Viele Aspekte der japanischen Kultur sind in der jahrhundertelangen Auseinandersetzung japanischer Traditionen mit denen der näheren Nachbarn, v. a. mit China, geformt worden und haben so ihren „typisch japanischen“ Charakter erhalten, der sich u. a. in dem oft auffallend kontrastreichen Nebeneinander von Althergebrachtem und Ultramodernem spiegelt.
Im Japanischunterricht setzen sich die Jugendlichen intensiv mit diesem Kulturraum auseinander. Sie lernen dabei, die den eigenen Kulturkreis prägenden Lebens- und Denkweisen zu transzendieren und Japan in seiner Originalität und Komplexität zu begreifen. Aufbauend auf dem vermittelten Wissen über kulturelle Besonderheiten begegnen die Schülerinnen und Schüler der japanischen Welt möglichst offen und unvoreingenommen und setzen sich respektvoll mit deren Besonderheiten auseinander. Das Erlernen der japanischen Sprache ist gerade für deutsche Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf berufliche Perspektiven besonders attraktiv, da noch immer nur relativ wenige Deutsche über Japanischkenntnisse verfügen.
Auf der Grundlage der in der Schule erlangten Kompetenzen können die Schülerinnen und Schüler auch am Nihongo Nôryoku Shiken (Japanese Language Proficiency Test, JLPT, Prüfung zum Nachweis japanischer Sprachkenntnisse) teilnehmen, der weltweit angeboten wird. Dieses Zertifikat wird als Nachweis von Japanischkenntnissen auch international von zehntausenden Bildungsträgern und Arbeitgebern anerkannt.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell "Japanisch"

Das Kompetenzstrukturmodell für Japanisch entspricht dem Modell für Moderne Fremdsprachen, das im Fachbereichsprofil erläutert wird.

2.2 Kompetenzbereiche
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Die Ausführungen zu den einzelnen Kompetenzbereichen finden sich im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Japanisch
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Die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium lernen Japanisch als spätbeginnende Fremdsprache, die nach Ablegen der ersten bzw. zweiten Fremdsprache nach Jahrgangsstufe 9 in Jahrgangsstufe 10 neu einsetzt. Die Schülerinnen und Schüler erreichen am Ende der Jahrgangsstufe 12 in allen Kompetenzbereichen das Niveau A2+ des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Im Japanischunterricht können die Schülerinnen und Schüler auf die beim Erlernen der bereits bekannten Fremdsprachen erworbenen Grundkenntnisse und Fertigkeiten des Spracherwerbs zurückgreifen und diese gezielt für Transfermöglichkeiten nutzen, sodass eine schnellere Progression möglich ist.
Als agglutinierende Sprache basiert das Japanische allerdings auf morphologischen und syntaktischen Strukturen, die sich deutlich von denen der indoeuropäischen Sprachen unterscheiden. Es bestehen im Bereich des Wortschatzerwerbs Anknüpfungsmöglichkeiten in Form von Lehnwörtern, v. a. aus dem Englischen. Der Gebrauch solcher Lehnwörter erfordert allerdings eine gewisse Transferleistung, da neben dem teilweise unterschiedlichen Bedeutungsumfang auch die Schreibung und Aussprache an das japanische Inventar an Lauten und Silbenschriftzeichen angepasst sind.
Der logische Aufbau der Grammatik mit kaum vorhandenen Ausnahmen im Gebrauch erleichtert das Erlernen der Sprache. Grundlage für den Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten sind die Entwicklung der Aussprache, kontinuierlicher und systematischer Wortschatzaufbau und solide Grammatikarbeit, die sowohl Einsicht in die Funktion sprachlicher Strukturen als auch deren praktische Anwendbarkeit vermittelt. Grammatik ist demnach nicht Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung für die selbständige und korrekte Anwendung der Fremdsprache. Häufige Sprechanlässe fördern Sprechfertigkeit sowie Gesprächsbereitschaft und Flexibilität. Einen motivierenden Faktor stellt das bei vielen Schülern ausgeprägte Interesse an der japanischen Manga- und Anime-Kultur dar. Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich geeignete Hör-/Hörseh- und Lesetexte zu erschließen, und schulen dabei ihre Fertigkeiten im Hör-/Hörseh- und Leseverstehen. Der Vergleich mit dem Deutschen kann dazu beitragen, die Sprachkenntnisse zu festigen, wenn Unterschiede in den Strukturen beider Sprachen durch kontrastives Vorgehen verdeutlicht werden können. Durch mündliche und schriftliche Äußerungen zu Texten sowie durch freie Äußerungen in japanischer Sprache fördern die Schülerinnen und Schüler ihre sprachpraktischen Fähigkeiten und eine situationsgerechte Ausdrucksweise. Sie äußern sich von Anfang an in der Fremdsprache, werden sich ihres Lernfortschritts bewusst und sind für die Weiterentwicklung ihrer Fertigkeiten motiviert.
Der Lehrplanbereich der Orthographie umfasst im Fach Japanisch die Vermittlung von Grundlagen des komplexen japanischen Schriftsystems.
Die Unterrichtssprache ist Japanisch, wobei es in Einklang mit dem Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen möglich ist, bei der Vermittlung komplexer Inhalte und interkultureller Zusammenhänge vom grundsätzlichen Prinzip der Einsprachigkeit abzuweichen. Sprachreflexion ist im Japanischunterricht von besonderer Bedeutung, denn das Verständnis des der Sprache zugrunde liegenden Systems ist eine wichtige Voraussetzung für selbständiges Weiterlernen. Unterschiedliche Übungsformen sowie die Eigentätigkeit der Lernenden auch in ihrem außerschulischen Umfeld begünstigen die Lernfortschritte.
Im Japanischunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler das Alltagsleben Gleichaltriger (Schule, Freizeit) kennen, setzen sich mit deren Interessen und Einstellungen auseinander und beschäftigen sich mit wichtigen Berührungspunkten zum modernen Japan. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in die Geschichte Japans und japanische Traditionen und Werte.
Ein Schüleraustausch, private Reisen nach Japan, Kontakte zu in Deutschland lebenden Japanern sowie sonstige Möglichkeiten, die z. B. das Internet bietet, können den Lernfortschritt positiv unterstützen.
Der Jahrgangsstufenlehrplan Japanisch ist in fünf Lernbereiche untergliedert. Die ersten vier entsprechen den im Kompetenzstrukturmodell dargestellten Grundkompetenzen. Die „Themengebiete“ nehmen als fünfter Lernbereich eine Sonderstellung ein, da sie für die jeweilige Jahrgangsstufe die thematischen Inhalte festlegen, an denen die vorgenannten Kompetenzen erworben werden. Die Sprachreflexion findet sich jeweils in die Themengebiete integriert.

Daraus ergibt sich der folgende, über alle Jahrgangsstufen identische Aufbau der Lehrpläne:

1 Kommunikative Kompetenzen
1.1 Kommunikative Fertigkeiten:

  • Hör- und Hörsehverstehen
  • Leseverstehen
  • Sprechen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung

1.2 Verfügen über sprachliche Mittel:

  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Aussprache und Intonation
  • Orthographie

2 Interkulturelle Kompetenzen

3 Text- und Medienkompetenzen

4 Methodische Kompetenzen

5 Themengebiete

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Beim Erlernen der japanischen Sprache können die im Deutsch- und Fremdsprachenunterricht erworbenen Kenntnisse sprachsystematischer Zusammenhänge (z. B. über Wortarten und Satzglieder) und die damit verbundene Terminologie hilfreich sein. Daneben kommen auch im Japanischunterricht Strategien der Informationsentnahme aus Texten und der Planung eigener Schreibhandlungen zum Tragen, die den Schülern aus dem Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht bekannt sind. Für den Wortschatzerwerb können die Schüler auf bereits bekannte Lerntechniken zurückgreifen, z. B. Erstellen von Vokabelnetzen, Anlegen einer persönlichen Wortschatzkartei.
Kommunikation in japanischer Sprache sowie die Auseinandersetzung mit dem japanischen Kulturraum setzen nicht nur sprachliche Kenntnisse und Fertigkeiten voraus, sondern auch Wissen über gesellschaftliche und kulturelle Gegebenheiten Japans.
Synergien im Bereich des landeskundlichen und interkulturellen Lernens ergeben sich insbesondere bei der Behandlung von Themenbereichen der Geographie, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Religion (u. a. der Shintoismus als japanische Naturreligion und Zen als Sonderform des Buddhismus), Kunst (u. a. Origami, Manga-Zeichnen, Kalligraphie und Tuschemalerei), Sport (u. a. Selbstverteidigung, japanische Tänze) und Literatur (u. a. japanische Märchen, Verfassen von Haiku-Gedichten im Deutschunterricht). Hierbei greift der Japanischunterricht vereinzelt auf Kenntnisse zurück, die die Schülerinnen und Schüler in anderen Fächern erworben haben.

5 Beitrag des Faches Japanisch zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Die Modernen Fremdsprachen leisten in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Beitrag zu den fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen. Dieser wird im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen erläutert.