Lehrplan PLUS

Direkt zur Hauptnavigation springen, zur Servicenavigation springen, zur Seitennavigation springen, zu den Serviceboxen springen, zum Inhalt springen

Neugriechisch

Das angegebene Fachprofil wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

Μή, παρακαλώ σας, μή λησμονάτε τη χώρα μου.

Nie, ich bitte euch, nie vergesst mein Land.

Odysseas Elytis

1 Selbstverständnis des Faches Neugriechisch und sein Beitrag zur Bildung
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich im Fach Neugriechisch den Kosmos der ältesten kontinuierlich schriftlich überlieferten Sprache Europas, die auf eine über 3000-jährige Entwicklung zurückblickt und somit Antike und Gegenwart miteinander verbindet. Diesem weit gespannten Hintergrund trägt der Unterricht im Fach Neugriechisch u. a. auch dadurch Rechnung, dass er individuelle Sprachbiografien und außerunterrichtliche Lernerfahrungen berücksichtigt und so verschiedene Sprachzugänge ermöglicht. Über Altgriechischkenntnisse verfügende Schülerinnen und Schüler tragen zu einer diachronen Sprachbetrachtung bei, indem sie die Veränderung und Weiterentwicklung grammatikalischer Phänomene sowie Wandel und Kontinuität im Bereich des Wortschatzes wahrnehmen und analysieren. Muttersprachlerinnen und Muttersprachler hingegen erfahren einerseits eine grammatikalische Systematisierung ihrer oftmals imitativ erworbenen Sprachkenntnisse und bereichern andererseits den Unterricht durch mundartliche oder regional geprägte Sprachphänomene.

Die Unterrichtssprache ist Neugriechisch, doch kann davon abgewichen werden, wenn es der Unterrichtsökonomie und der präzisen Erklärung sprachlicher Phänomene dienlich ist. Da Neugriechisch als spätbeginnende Fremdsprache unterrichtet wird, liegt der Schwerpunkt auf der Mündlichkeit. Die Schülerinnen und Schüler erwerben wesentliche sprachliche Kompetenzen, die sie zur Kommunikation mit griechischsprachigen Menschen befähigen. In lebensnahen, anschaulichen, möglichst authentischen Lernsituationen wird die Aussprache geschult, Wortschatz– und Grammatikkenntnisse werden erworben und durch Anwendung internalisiert.

Anhand audiovisueller Medien und Texte, die sich auf Alltagssituationen, aber auch auf ein darüber hinausreichendes, der Altersstufe entsprechendes breites Themenspektrum beziehen, trainieren die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeiten des Hör- und Leseverstehens. Gleichzeitig setzen sie die auf diese Weise vermittelten inhaltlichen Kenntnisse mosaikartig zu einem facettenreichen Bild des modernen Griechenland in seiner geographischen, gesellschaftlichen und kulturellen Vielfalt zusammen, dem sie nicht zuletzt durch die Thematisierung der historisch gewachsenen engen Beziehungen zwischen Bayern und Griechenland (z. B. König Otto) und der deutschen Besetzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg Tiefenschärfe verleihen. Sie bauen dabei auf ihre im vorausgegangenen Unterricht in anderen Fremdsprachen erworbenen Kompetenzen (z. B. Text- und Medienkompetenzen, Lexikongebrauch) auf.

Unbeschadet der Schwerpunktsetzung im Bereich des Mündlichen erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler im Neugriechischunterricht ebenso die Fähigkeit, schriftlich zu kommunizieren, indem sie auch selbst Briefe und E-Mails in neugriechischer Sprache verfassen und Texte zu Themen aus den oben genannten Bereichen erstellen. Im Bereich der Sprachmittlung liegt der Schwerpunkt auf einer sinngemäßen Übertragung aus einer Sprache in die andere, eine wörtliche Übersetzung wird nur in Einzelfällen verlangt. Durch die Behandlung ausgewählter literarischer Werke erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die neugriechische Literatur.

Das Fach Neugriechisch zielt grundsätzlich darauf ab, durch die Auseinandersetzung mit der neugriechischen Kultur Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst wahrzunehmen, Griechen frei von Vorurteilen, mit Toleranz und Respekt gegenüberzutreten und interkulturelle Begegnungssituationen mithilfe der erworbenen sprachlichen und soziokulturellen Kenntnisse souverän zu bewältigen.

2.2 Kompetenzbereiche
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Die Ausführungen zu den einzelnen Kompetenzbereichen finden sich im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Neugriechisch
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Der Jahrgangsstufenlehrplan ist in fünf Lernbereiche untergliedert. Die ersten vier entsprechen den im Kompetenzstrukturmodell dargestellten Kompetenzen. Die „Themengebiete“ nehmen als fünfter Lernbereich eine Sonderstellung ein, da sie für die jeweilige Jahrgangsstufe die thematischen Inhalte festlegen, an denen die vorgenannten Kompetenzen erworben werden.

1 Kommunikative Kompetenzen

1.1 Kommunikative Fertigkeiten:

  • Hör- und Hörsehverstehen
  • Leseverstehen
  • Sprechen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung

1.2 Verfügen über sprachliche Mittel:

  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Aussprache und Intonation
  • Orthographie

2 Interkulturelle Kompetenzen

3 Text- und Medienkompetenzen

4 Methodische Kompetenzen

5 Themengebiete

Der Unterricht im Neugriechischen als spätbeginnende Fremdsprache beginnt in Jahrgangsstufe 10 und wird in der Qualifikationsphase bis einschließlich Jahrgangsstufe 12 weitergeführt. Er umfasst für die drei Lernjahre insgesamt 10 Wochenstunden (Jahrgangsstufe 10: 4 Wochenstunden; Jahrgangsstufen 11 und 12: jeweils 3 Wochenstunden). Der spät beginnende Neugriechischunterricht legt einerseits – auf der Basis solider Grammatik- und Wortschatzkenntnisse – seinen Schwerpunkt auf den Erwerb der kommunikativen Fertigkeiten, zum anderen kann er an das lerntechnische und fachliche Vorwissen anknüpfen, welches die Schülerinnen und Schüler beim Erlernen anderer Fremdsprachen, ggf. auch des Altgriechischen, erworben haben.

Am Ende der Jahrgangsstufe 10 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Niveau A1 (mit Elementen von A2), nach erfolgreicher Belegung der Oberstufe werden die Niveaustufen A2+ (nach Q 11) und B1 (nach Q 12) ausgewiesen.

Da derzeit kein neugriechisches Lehrwerk speziell für den Unterricht als spät beginnende Fremdsprache an bayerischen Gymnasien zugelassen ist, sind, wo es erforderlich schien, einige Lernbereiche (z. B. Sprachliche Mittel, Text- und Medienkompetenzen, Themengebiete) besonders detailliert dargestellt.

Die Progression des Faches während der drei Lernjahre ist gekennzeichnet durch eine wechselnde Schwerpunktsetzung innerhalb der Lernbereiche. So ist sie in der Jahrgangsstufe 10 z. B. stärker im Bereich „Sprachliche Mittel“ ausgeprägt, während dagegen z. B. die Bereiche Text- und Medienkompetenzen und (komplexere) Themengebiete in der Qualifikationsphase stärker progredieren.

Im Rahmen der Progressionsstränge der einzelnen Lernbereiche (v. a. Interkulturelle Kompetenzen, Text- und Medienkompetenzen, Themengebiete) können - auch unter Berücksichtigung von Interesse und Zusammensetzung der Lerngruppe (z. B. Schülerinnen und Schüler mit Altgriechischkenntnissen, griechischstämmige Schülerinnen und Schüler mit Vorwissen) - individuelle Schwerpunkte gesetzt werden.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Als spätbeginnende Fremdsprache baut das Neugriechische auf den Kenntnissen und Fertigkeiten auf, die die Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch und beim vorhergehenden Erlernen antiker und/oder moderner Fremdsprachen erworben haben, sodass Sprachlernstrategien, erlernte sprachliche Mittel (z. B. Wortschatz, grammatikalische Strukturen), kommunikative und methodische Kompetenzen auf das Neugriechische übertragen, vertieft und systematisch vernetzt werden.

Aufgrund der sprachlichen Kontinuität besteht die intensivste Verbindung zum Altgriechischen (Schrift, Wortschatz, Morphologie, Syntax), wobei insbesondere die differierende Aussprache geübt werden muss. Doch auch das Türkische, das Französische und das Italienische haben in der neugriechischen Sprachgeschichte vor allem im Bereich des Wortschatzes beträchtliche Spuren hinterlassen, ebenso wie seit dem 19. Jh. das Englische. Die Schülerinnen und Schüler führen die Gräzisierung lateinischer, französischer und englischer (Fach-)Begriffe und die Übertragung von syntaktischen Strukturen und Redensarten aus anderen Sprachen auf den kulturellen Austausch des neueren Griechenland mit dem westlichen Europa zurück.

Durch unterschiedlich verlaufene historische Entwicklungen haben sich in West- und Südosteuropa aus gemeinsamer Wurzel verschiedene Kulturen ausgeprägt, die im Bereich Gesellschaft, Kunst, Kultur und Religion den Schülerinnen und Schülern aufschlussreiche Vergleiche ermöglichen, aus denen eine kritische Reflexion der eigenen Lebenswelt und Werthaltungen und interkulturelles Verständnis erwachsen. Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf inhaltlicher, nicht-sprachlicher Ebene ergeben sich insbesondere mit den Fächern

  • Geschichte (z. B. Aufklärung – Erwachen eines nationalen Selbstbewusstseins in Griechenland; Französische Revolution - Freiheitskampf der Griechen, Staatsgedanke, Monarchie, König Otto und die Bayern in Griechenland; Erster Weltkrieg und „Kleinasiatische Katastrophe“; Zweiter Weltkrieg, deutsche Kriegsverbrechen; Kalter Krieg und Diktatur in Griechenland; Europäische Union und NATO)
  • Archäologie als Profilfach in der Oberstufe (antike Ausgrabungsstätten, Monumente und Museen; klassische Kunstgeschichte)
  • Religionslehre (Orthodoxie, christliche Konfessionen, muslimische Minderheiten; Liturgie und Sakramente; religiöse Baukunst, Ikonen, Heiligenverehrung; Klosterleben)
  • Kunst (vgl. bei Archäologie und bei Religionslehre)
  • Geographie, Sozialkunde sowie Wirtschaft und Recht (Parteien- und Wahlsystem; Massenmedien; wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen; Immigration und Emigration; Tourismus)

5 Beitrag des Faches Neugriechisch zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Die modernen Fremdsprachen leisten in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Beitrag zu den fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen. Dieser wird im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen erläutert.