Lehrplan PLUS

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Türkisch

Das angegebene Fachprofil wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

1 Selbstverständnis des Faches Türkisch und sein Beitrag zur Bildung
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Der Unterricht in Türkisch als spätbeginnende Fremdsprache soll die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, eine Sprache zu verstehen und möglichst vielseitig anzuwenden, die nicht nur in der Türkei, sondern auch von vielen Menschen in Deutschland gesprochen wird. Türkischkenntnisse fördern das Verständnis für die Denk- und Lebensgewohnheiten dieser Mitmenschen und erleichtern den Zugang zu einem Kulturraum, der sich vom Balkan bis zur Mongolei und nach Sibirien erstreckt. Die Sprachen vieler zentralasiatischer Länder und Teile Sibiriens gehören zur selben Sprachfamilie wie das Türkei-Türkische, was die Verständigung in einigen der westlicheren Turksprachen (z. B. Turkmenisch, Aserbaidschanisch, Usbekisch) ermöglicht. Kenntnisse über Lebensweise und Geisteswelt der türkischen Bevölkerung sollen ein Land mit seinem Kulturkreis erschließen, das die europäische Geschichte mit geprägt hat, auf Grund seiner geopolitischen Lage Europa und den Vorderen Orient verbindet und dem somit auch in kultureller Hinsicht eine entscheidende Brückenfunktion zwischen Orient und Okzident zukommt. Angesichts der vielfältigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei, die weit in die Zeit des Osmanischen Reichs und des Deutschen Kaiserreichs zurückreichen, sollen die im Unterricht erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler zu Verständigung und Zusammenarbeit fördern und sie zur Übernahme von Verantwortung befähigen.

Ein wesentliches Ziel des Unterrichts ist die selbständige, der Situation angemessene Anwendung des Türkischen, vor allem im mündlichen, aber auch im schriftlichen Gebrauch. Türkisch ist heute nicht mehr nur die Muttersprache einer der in Deutschland lebenden ehemaligen Gastarbeitergruppen, sondern hat sich zu einer Sprache entwickelt, die in der Wirtschaft und dem Arbeitsleben in Deutschland eine zunehmend bedeutende Rolle spielt.

Im Türkischunterricht wird jedoch v. a. das Interesse und die Freude der Schülerinnen und Schüler an der Sprache und der Kultur der Türkei geweckt. Die Beschäftigung mit dem Türkischen, das als agglutinierende Sprache nicht nach dem vertrauten Muster indoeuropäischer Sprachen strukturiert ist, schult die Abstraktionsfähigkeit und sprachliche Logik der Lernenden. Die Schülerinnen und Schüler werden intellektuell gefordert, ihre Leistungsbereitschaft, geistige Beweglichkeit und Kreativität werden gefördert.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Türkisch

Das Kompetenzstrukturmodell für Türkisch entspricht dem Modell für Moderne Fremdsprachen, das im Fachbereichsprofil erläutert wird.

2.2 Kompetenzbereiche
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Die Ausführungen zu den einzelnen Kompetenzbereichen finden sich im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Türkisch
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Die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium lernen Türkisch als spätbeginnende Fremdsprache, die nach Aufgabe der ersten bzw. zweiten Fremdsprache nach Jahrgangsstufe 9 in Jahrgangsstufe 10 neu einsetzt. Die Schülerinnen und Schüler erreichen am Ende der Jahrgangsstufe 12 in allen Kompetenzbereichen das Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Im Türkischunterricht können die Schülerinnen und Schüler auf die beim Erlernen der bereits bekannten Fremdsprachen erworbenen Grundkenntnisse und Fertigkeiten des Spracherwerbs zurückgreifen und diese gezielt für Transfermöglichkeiten nutzen, sodass eine schnellere Progression möglich ist.

Als agglutinierende Sprache basiert das Türkische jedoch auf morphologischen und syntaktischen Strukturen, die sich deutlich von denen der indoeuropäischen Sprachen unterscheiden. Es bestehen im Bereich des Wortschatzerwerbs Anknüpfungsmöglichkeiten in Form von Lehnwörtern v. a. aus dem Französischen. Der Gebrauch solcher Lehnwörter erfordert allerdings eine gewisse Transferleistung, da ihre Schreibung an das türkische System angepasst ist, bei dem die Schreibung 1:1 der Lautung entspricht.

Doch erleichtert der logische Aufbau der Grammatik mit kaum vorhandenen Ausnahmen im Gebrauch das Erlernen der Sprache. Grundlage für den Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten sind die Entwicklung der Aussprache, kontinuierlicher und systematischer Wortschatzaufbau und solide Grammatikarbeit, die sowohl Einsicht in die Funktion sprachlicher Strukturen als auch deren praktische Anwendbarkeit vermittelt. Grammatik ist demnach nicht Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung für die selbständige und korrekte Anwendung der Fremdsprache. Häufige Sprechanlässe fördern Sprechfertigkeit sowie Gesprächsbereitschaft und Flexibilität. Die Anwendbarkeit des Türkischen im deutschen Alltagsleben ist dabei ein durchaus motivierender Faktor.
Die Schülerinnen und Schüler lernen, geeignete Hör- und Lesetexte zu erschließen, und schulen dabei ihre Fertigkeiten im Hör- und Leseverstehen. Gelegentliche Übersetzungen können dazu beitragen, die Sprachkenntnisse zu festigen, wenn Unterschiede in den Strukturen beider Sprachen durch kontrastives Vorgehen verdeutlicht werden können. Durch mündliche und schriftliche Äußerungen zu Texten sowie durch freie Äußerungen in türkischer Sprache fördern die Schülerinnen und Schüler ihre sprachpraktischen Fähigkeiten und eine situationsgerechte Ausdrucksweise. Sie äußern sich von Anfang an in der Fremdsprache, werden sich ihres Lernfortschritts bewusst und sind für die Weiterentwicklung ihrer Fertigkeiten motiviert.

Die Unterrichtssprache ist in der Regel Türkisch, doch wird davon abgewichen, wenn es für die präzise Erklärung sprachlicher und ggf. weiterer komplexer Phänomene notwendig erscheint. Sprachreflexion ist im Türkischunterricht von besonderer Bedeutung, denn das Verständnis des der Sprache zugrunde liegenden Systems ist eine wichtige Voraussetzung für selbständiges Weiterlernen. Unterschiedliche Übungsformen sowie die Eigentätigkeit der Lernenden auch in ihrem außerschulischen Umfeld begünstigen die Lernfortschritte.

Im Türkischunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler das Alltagsleben Gleichaltriger (Schule, Freizeit) kennen, setzen sich mit deren Interessen und Einstellungen auseinander und beschäftigen sich mit wichtigen Berührungspunkten zur modernen Türkei, wie z. B. den wirtschaftlichen Entwicklungen sowie den Beziehungen zur Europäischen Union. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in die Geschichte der Türkei und türkische Traditionen und Werte.
Ein Schüleraustausch, private Reisen in die Türkei, Kontakte zu Mitschülerinnen bzw. Mitschülern und anderen in Deutschland lebenden türkischsprachigen Menschen sowie sonstige Möglichkeiten, die z. B. das Internet bietet, können den Lernfortschritt positiv unterstützen.

Der Jahrgangsstufenlehrplan Türkisch ist in fünf Lernbereiche untergliedert. Die ersten vier entsprechen den im Kompetenzstrukturmodell dargestellten Grundkompetenzen. Die „Themengebiete“ nehmen als fünfter Lernbereich eine Sonderstellung ein, da sie für die jeweilige Jahrgangsstufe die thematischen Inhalte festlegen, an denen die vorgenannten Kompetenzen erworben werden. Die Sprachreflexion findet sich jeweils in die Themengebiete integriert.
Daraus ergibt sich der folgende, über alle Jahrgangsstufen identische Aufbau der Lehrpläne:

1 Kommunikative Kompetenzen

1.1 Kommunikative Fertigkeiten:

  • Hör- und Hörsehverstehen
  • Leseverstehen
  • Sprechen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung

1.2 Verfügen über sprachliche Mittel:

  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Aussprache und Intonation

2 Interkulturelle Kompetenzen

3 Text- und Medienkompetenzen

4 Methodische Kompetenzen

5 Themengebiete

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Kommunikation in türkischer Sprache setzt nicht nur sprachliche Kenntnisse und Fertigkeiten voraus, sondern auch Wissen über gesellschaftliche und kulturelle Gegebenheiten. Bei der Behandlung von Themenbereichen der Geographie, Geschichte, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur des Zielsprachenlandes greift der Türkischunterricht auf Kenntnisse zurück, die die Schülerinnen und Schüler in früheren Jahrgangsstufen besonders im Geschichts- und Geographieunterricht erworben haben. Synergieeffekte mit den anderen Fremdsprachen ergeben sich durch Ähnlichkeiten bei einigen grammatikalischen Strukturen und v. a. im methodischen Bereich. So können die Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer vorher erworbenen Kenntnisse, Arbeitstechniken und Kompetenzen schnelle Lernerfolge erzielen.

Eine Zusammenarbeit mit dem Fach Deutsch ergibt sich im Bereich der sog. Migrantenliteratur in deutscher Sprache. Hier kann, z. B. auch gemeinsam mit den Fächern Sozialkunde und Geschichte, die soziokulturelle Entwicklung von Deutsch-Türken, Türkei-Türken und Deutschen erarbeitet werden.

5 Beitrag des Faches Türkisch zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Die Modernen Fremdsprachen leisten in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Beitrag zu den fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen. Dieser wird im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen erläutert.