Lehrplan PLUS

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Wirtschaftsinformatik

Das angegebene Fachprofil wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

1 Selbstverständnis des Faches Wirtschaftsinformatik und sein Beitrag zur Bildung
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Digitalisierung ist einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts. Informations- und Kommunikationstechnologien entwickeln sich kontinuierlich weiter und dringen gleichzeitig immer umfassender in alle Lebensbereiche ein. Dies gilt in besonderem Maße für Wirtschaft und Verwaltung, aber auch für die Gesellschaft und das private Lebensumfeld. 

Wirtschaftsinformatik als anwendungsorientierte und interdisziplinäre Wissenschaft befähigt die Schülerinnen und Schüler, Probleme betrieblicher Systeme zu lösen und diese Lösungen mehrperspektivisch aus Sicht der Arbeitnehmer, Konsumenten und Unternehmer mit Blick auf rechtliche Vorgaben kritisch zu reflektieren. Im Mittelpunkt steht der zielgerichtete und verantwortungsvolle Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen, um die  Prozesse in Unternehmen in allen betrieblichen Funktionsbereichen (z. B. Produktionswirtschaft, Controlling, Logistik) abzubilden, zu unterstützen und zu verbessern.

Ebenso wird auch der persönliche Alltag immer weiter von der Informationstechnologie durchdrungen. Dies stellt stets neue Herausforderungen an die Schülerinnen und Schüler für ihr privates und zukünftiges berufliches Leben in einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, verfügen sie über ein Instrumentarium an informationstechnischen Grundfähigkeiten, das ihnen einen effizienten und strukturierten Umgang mit Daten und Informationen ermöglicht, bei dem die relevanten Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit differenziert berücksichtigt werden. Somit unterstützt das Fach Wirtschaftsinformatik die Schülerinnen und Schüler dabei, im Rahmen der informationellen Selbstbestimmung als mündiger Staatsbürger eine reflektierte und verantwortungsbewusste digitale Kultur zu entwickeln.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell "Wirtschaftsinformatik"

Kompetenzstrukturmodelle beschreiben das Anforderungsgefüge und damit den didaktischen Kern eines Faches und stellen die Verbindung zwischen allgemeinen Bildungszielen und fachlichen Unterrichtszielen her. Sie sind deshalb von besonderer Bedeutung für die Strukturierung des Lehrplans sowie für die Planung und Steuerung langfristiger Lernprozesse und kompetenzorientierten Unterrichts.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Wirtschaftsinformatik gliedert sich in drei Bereiche, welche im Unterricht stets miteinander verknüpft werden:

Die vier Begriffe auf dem Ring  (analysieren, verbessern, anwenden und reflektieren) beschreiben die prozessbezogenen Kompetenzen. Diese stehen nicht unverbunden nebeneinander, sondern beziehen sich wechselseitig aufeinander, beanspruchen oder steuern einander.

Im Inneren des Rings findet sich der Gegenstandsbereich „Betriebliche Systeme“, welcher mithilfe von Inhalten, Verfahren und Methoden aus den Bezugswissenschaften „Wirtschaftsinformatik“, „Betriebswirtschaft“, „Informatik“ und „Recht“ die inhaltliche Grundlage des Faches bildet. Die einzelnen Fachdisziplinen können im Unterricht jedoch nicht separat betrachtet werden, eine umfassende wirtschaftsinformatische Grundbildung ist nur möglich, indem die Schülerinnen und Schüler ein interdisziplinäres vernetztes Denken entwickeln.

Die vier Säulen im Hintergrund beschreiben die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die einzelnen Gegenstandsbereiche betrachtet werden können. In ihren gegenwärtigen bzw. zukünftigen Rollen als Konsumenten, Arbeitnehmer, Unternehmer und Staatsbürger werden die Schülerinnen und Schüler mit einer zunehmend komplexeren Realität konfrontiert, diese gilt es im Fach Wirtschaftsinformatik ganzheitlich zu erfassen.

Analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler analysieren betriebswirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte der Informationsverarbeitung im privaten Bereich, in Unternehmen und Institutionen. Ein fundiertes fachliches Wissen und die Fähigkeit des Denkens in Systemen und Modellen ermöglicht es ihnen, Sachverhalte zu erfassen, zu strukturieren, zu systematisieren und diese in größere Zusammenhänge einzuordnen. Sie kommunizieren ihre Analyseergebnisse sachgerecht und strukturiert unter Verwendung der Fachsprache und geeigneter Medien.

Verbessern
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Anhand der Ergebnisse der Analyse erkennen die Schülerinnen und Schüler die Regelhaftigkeit von Informationsflüssen. Sie modellieren Geschäftsprozesse mit geeigneten Methoden und lösen betriebswirtschaftliche Aufgaben, indem sie Abläufe standardisieren. Sie beurteilen Geschäftsprozesse und Informationssysteme unter ökonomischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten und entwickeln Verbesserungsvorschläge, die sie mit geeigneten Methoden modellieren, adressatengerecht präsentieren und ggf. integrieren.

Anwenden
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Die Schülerinnen und Schüler wenden Standardsoftware zielgerichtet an und gehen verantwortungsvoll mit Daten um. Dabei erwerben sie alltagsrelevante Kompetenzen für ihren weiteren Bildungsweg sowie ihr späteres Berufsleben, vor allem in den Bereichen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Multimediadokumente, Datenbanken sowie Datenschutz und Datensicherheit. Sie nutzen geeignete Software, um mit deren Hilfe private und betriebliche Problemstellungen zu bewältigen und standardisierte Abläufe zu automatisieren.

Reflektieren
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Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen kritisch informationstechnische Lösungsansätze für private und betriebliche Herausforderungen. Dabei schätzen sie auch Chancen und Risiken technischer Innovationen ein und beurteilen diese. Sie verwenden Informations- und Kommunikationssysteme überlegt und sind sich möglicher Gefahren sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen und derer Notwendigkeit bewusst.

2.3 Gegenstandsbereiche
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Den grundlegenden Gegenstandsbereich im Fach Wirtschaftsinformatik stellen betriebliche Systeme dar. Unter diesen sind sowohl betriebliche Informationssysteme als auch Unternehmen als System zu verstehen. Dieser Gegenstandsbereich wird unter der Verwendung von Inhalten, Verfahren und Methoden der Bezugswissenschaften Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Informatik und Recht erschlossen.

Kerninhalte aus der Wirtschaftsinformatik sind die Modellierung von Geschäftsprozessen, die Datenintegration im Unternehmen und das Informationsmanagement.

Der Bereich Betriebswirtschaft bezieht sich auf Grundlagen einer zeitgemäßen, vernetzten prozessorientierten Betriebswirtschaftslehre (Synergiemanagement).

Im Bereich Informatik liegt der inhaltliche Fokus auf technischen Grundlagen und betriebswirtschaftlichen Anwendungen, weniger auf stark spezialisiertem Faktenwissen, Programmierung und reiner Softwareschulung.

Im Fachgebiet Recht steht der Datenschutz im Vordergrund, Grundzüge anderer Rechtsgebiete werden exemplarisch behandelt.

2.4 Perspektiven
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Die Fragestellungen aus den Gegenstandsbereichen werden aus der gegenwärtigen bzw. zukünftigen Sicht der Schülerinnen und Schüler als Konsument, Arbeitnehmer, Unternehmer und Staatsbürger betrachtet.

Diese Perspektivierung ermöglicht den Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage eines fundierten Fachwissens eine differenzierte und reflektierte Sicht auf betriebliche Systeme.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Wirtschaftsinformatik
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Der Fachlehrplan Wirtschaftsinformatik konkretisiert die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells (Betriebliche Systeme, Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Informatik, Recht) sowie die prozessbezogenen Kompetenzen, die von den Schülerinnen und Schülern in den Rollen des Konsumenten, des Arbeitnehmers, des Unternehmers und des Staatsbürgers erworben werden sollen. Kompetenzerwartungen und dazugehörige Inhalte werden dabei getrennt voneinander ausgewiesen.

Unternehmen sind dynamische Gebilde, die sich kontinuierlich vielfältigen internen und externen Herausforderungen stellen müssen. Zielsetzung der Wirtschaftsinformatik ist es, die für diesen dynamischen Wandel erforderlichen organisatorischen und informationstechnologischen Anpassungen vorausschauend zu planen und umzusetzen. Daneben gilt es, die Informationsfülle systematisch zu erfassen und mittels moderner Informationssysteme für die jeweilige Ebene und Stelle sachgerecht aufzubereiten und verfügbar zu machen.

Ausgehend von der Perspektive eines Konsumenten, setzen sich die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 8 zunächst mit grundlegenden technischen Voraussetzungen sowie exemplarischen Einsatzmöglichkeiten moderner Informationssysteme auseinander. Durch die eigenständige Recherche und Beschaffung von Informationen erfahren sie einerseits die Vorzüge vernetzter Systeme, andererseits aber auch die grundlegende Problematik der Filterung und Aufbereitung von Daten. Sie analysieren den Außenauftritt eines Unternehmens und nähern sich zunächst aus der vertrauten Perspektive des Konsumenten dem betrieblichen System an. Im Rahmen einer eigenständigen Gestaltung des Außenauftritts eines Unternehmens nutzen sie die Einsatzmöglichkeiten moderner Informationstechnologien bei der zielgruppenspezifischen Ansprache von Kunden. Anhand des grundlegenden Aufbaus eines Unternehmens vertiefen sie diesen Einblick und erlangen die Fähigkeit, organisatorische Strukturen zu erfassen und einzuordnen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Kompetenzen in Tabellenkalkulation während eines Projekts zur Entwicklung eines Geschäftsmodells in Zusammenarbeit mit dem Fach Wirtschaft und Recht weiter. Im Umgang mit ihren eigenen Daten erfahren sie die Bedeutung von persönlichen Daten für Unternehmen und setzen sich mit den rechtlichen Grenzen der Informationsverarbeitung auseinander.

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 8 (WSG-W):

8.1   Informationstechnologie im Unternehmen
8.2   Kommunikation zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit
        8.2.1    Beschaffung und Aufbereitung von Informationen
        8.2.2    Darstellung des Unternehmens nach außen
8.3   Das Unternehmen als synergetisches System
8.4   Tabellenkalkulation als Unterstützung bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells
8.5   Rechtliche Grenzen im Umgang mit Daten und Informationen

In Jahrgangsstufe 9 vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihren Einblick in ein Unternehmen, indem sie sich aus Unternehmerperspektive mit einzelnen Teilbereichen und deren betriebswirtschaftlichen Grundlagen intensiver auseinandersetzen. Die Logistik als funktionsübergreifender Prozess verbindet dabei die verschiedenen Geschäftsbereiche und ermöglicht es, einen Geschäftsgang vollständig zu begleiten. Dabei nehmen sie die realwirtschaftlichen und informationstechnologischen Herausforderungen eines Unternehmens wahr und erfahren die unterstützende Wirkung moderner Informationstechnologien. Im Rechnungswesen erkennen die Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit, die realwirtschaftlichen Prozesse finanzwirtschaftlich zu erfassen und transparent zu dokumentieren. Dabei analysieren sie auch verschiedene Einflussfaktoren auf den Unternehmenserfolg.

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 9 (WSG-W):

9.1   Unternehmen als vernetzte Systeme
        9.1.1   Logistik als bereichsübergreifender Prozess
        9.1.2   Beschaffung: Koordinationsfunktion in Richtung Lieferant
        9.1.3   Produktion als wertschöpfende Funktion
        9.1.4   Absatz: Koordinationsfunktion in Richtung Kunde
9.2   Rechnungswesen als finanzwirtschaftliches Abbild des Unternehmens


Die Schülerinnen und Schüler setzen sich zu Beginn der Jahrgangsstufe 10 mit den Aspekten des Datenschutzes und der Datensicherheit im Betrieb auseinander, wobei ihnen auch die volkswirtschaftliche Bedeutung beider Aspekte bewusst wird. Nachdem in den vorangegangenen Jahrgangsstufen die wesentlichen Grundlagen zu real- und finanzwirtschaftlichen Abläufen in einem Unternehmen angelegt wurden, widmen sich die Schülerinnen und Schüler im weiteren Verlauf der Jahrgangsstufe 10 der Gestaltung und Verbesserung von realwirtschaftlichen und informationstechnologischen Prozessen. Sie analysieren betriebliche Abläufe im Hinblick auf Schwachstellen und wenden betriebswirtschaftliche Konzepte zu deren Verbesserung an. Statische und dynamische Verfahren der Modellierung ermöglichen eine Analyse des Ist-Zustands und des angestrebten Soll-Zustands. Im eigenständigen Entwurf und der Umsetzung von relationalen Datenbanken gestalten sie ein anforderungsbezogenes Informationssystem und erproben dieses.

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 10 (WSG-W):

10.1   Sicherheit bei der Informationsverarbeitung
10.2   Verbesserung von Geschäftsprozessen
          10.1.1   Schwachstellenanalyse
          10.1.2   Ansätze zur Verbesserung von Geschäftsprozessen
10.3   Datenbanksysteme
          10.2.1   Von der Information zur Datenbank: Konzeptioneller Entwurf der Datenbank
          10.2.2   Umsetzung in einem relationalen Datenbankmanagementsystem

In den Jahrgangsstufen 11 und 12 greifen die Schülerinnen und Schüler die in der Mittelstufe erworbenen Kompetenzen auf und vernetzen diese bei der Auseinandersetzung mit den Anforderungen an das Informationsmanagement eines Unternehmens und der Bedeutung integrierter Informationssysteme. Sie erfassen die Ursachen mangelhafter Informationsflüsse und erkennen Ansatzpunkte der Verbesserung und zugleich das Potenzial zum Abschöpfen neuer Informationen im Hinblick auf die Entscheidungsfindung des Managements. Dabei diskutieren sie die Möglichkeiten verteilter Informationssysteme. Ebenso setzen sie sich mit Sicherheitsaspekten und rechtlichen Grenzen der Informationsverarbeitung auseinander. Im Rahmen der Jahresabschlussanalyse bereiten sie Informationen zielgruppenorientiert auf und erkennen die Vorzüge, aber auch Probleme aufbereiteter Informationen im Rahmen eines Führungsinformationssystems. Dabei greifen sie auf ihre bereits erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Tabellenkalkulationsprogrammen zurück und vertiefen diese. Sie erfahren, wie umfassende Enterprise-Ressource-Planning-Systeme (ERP) die Datenintegration erhöhen können und setzen sich im weiteren Verlauf mit Chancen und Risiken einer unternehmensübergreifenden Vernetzung auseinander. Daraus resultierend diskutieren sie unterschiedliche Ansätze der Softwarearchitektur hinsichtlich ihrer Eignung, zentrale Anforderungen an die Gestaltung von Anwendungssystemen zu erfüllen, die gerade bei komplexen integrierten Informationssystemen besonders von Belang sind.

Themenbereiche in Jahrgangsstufen 11 und 12 (WSG-W):

11./12.1   Informationsmanagement
               11./12.1.1   Informationsmanagement im Unternehmen
               11./12.1.2   Verteilte Informationssysteme
               11./12.1.3   IT-Sicherheit
               11./12.1.4   Rechtlicher Rahmen bei der Informationsverarbeitung
11./12.2   Jahresabschlussanalyse als Datenquelle für Führungsinformationssysteme
11./12.3   Integrierte Informationssysteme
               11./12.3.1   Bedeutung der Integration
               11./12.3.2   Integration von Informationssystemen
               11./12.3.3   Architektur von Anwendungssystemen

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Als profilbildendes Fach am WSG-W arbeitet das Fach Wirtschaftsinformatik naturgemäß eng mit dem Fach Wirtschaft und Recht zusammen: Die Themengebiete beider Fächer sind aufeinander abgestimmt, sodass die jeweiligen Kompetenzen fachübergreifend entwickelt werden.

Daneben ermöglicht der Unterricht im Fach Wirtschaftsinformatik auch vielfältige Verbindungen zu anderen Fächern. So lassen sich beim Arbeiten mit einem Tabellenkalkulationsprogramm, dem im Fach Wirtschaftsinformatik eine wichtige Rolle zukommt, Anknüpfungspunkte für Fächer wie Geographie, Physik und Mathematik finden (z. B. Auswerten von Daten, Erstellen von Diagrammen). Weiterhin bietet die Auseinandersetzung mit dem Corporate Design und mit Grundregeln des Layouts im Rahmen der Analyse des Außenauftritts eines Unternehmens Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit den Fächern Kunst oder Deutsch. Bei der Betrachtung von Datenschutz, Datensicherheit und Persönlichkeitsrechten finden sich Bezüge zu anderen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern wie z. B. Ethik, Religionslehre, Sozialkunde.

Neben diesen Bezügen zu einzelnen Fächern vermittelt das Fach Wirtschaftsinformatik auch Fähigkeiten und grundlegende methodische Kompetenzen, die ganz allgemein im Schulalltag von großem Nutzen sind: So erwerben die Jugendlichen beispielsweise die notwendigen Kompetenzen, um ihre schulischen und privaten Daten mithilfe der Informationstechnologie übersichtlich zu organisieren. Darüber hinaus entwickeln die Schülerinnen und Schüler im Fach Wirtschaftsinformatik Techniken zur Filterung, Aufbereitung und zielgruppenorientierten Darstellung von Informationen, die sie z. B. im Rahmen einer Internetrecherche gewonnen haben.

5 Beitrag des Faches Wirtschaftsinformatik zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Aufgrund seiner hohen Alltagsrelevanz und seines großen Anwendungsbezugs trägt das Fach Wirtschaftsinformatik in besonderem Maß auch zum Erreichen verschiedener übergreifender Bildungs- und Erziehungsziele des LehrplanPLUS bei.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Digitale Medien, z. B. zur Kommunikation und Informationsbeschaffung, spielen eine wesentliche Rolle im Alltag der Schülerinnen und Schüler; sie sind auch aus dem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen einer informationstechnischen Bildung fördert das Fach Wirtschaftsinformatik hier einen dem Alter angemessenen, reflektierten und verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Medien: Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen die Quellen von Informationen kritisch und gehen mit den eigenen vertraulichen Daten (z. B. in sozialen Netzwerken) verantwortungsvoll um.
Darüber hinaus setzen die Schülerinnen und Schüler mediale Hilfsmittel über mehrere Jahrgangsstufen hinweg nicht nur gezielt zur Gewinnung, Bearbeitung und Auswertung, sondern auch zur sach- und adressatengerechten Präsentation von Informationen ein.

Ökonomische Verbraucherbildung
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Wirtschaftliches Handeln bedeutet, bewusste Entscheidungen treffen und deren Folgen abschätzen zu können. Im Fach Wirtschaftsinformatik vollziehen die Schülerinnen und Schüler betriebswirtschaftliche Entscheidungen, die im Unternehmen getroffen werden, nach. Die so gewonnenen Einblicke können auch ihr eigenes Verbraucherverhalten beeinflussen.
Daneben nimmt das Internet bei der privaten Kommunikation der Schülerinnen und Schüler, aber auch für ihre Rolle als Verbraucher (z. B. im Rahmen des E-Commerce), einen immer größeren Stellenwert ein. Die Schülerinnen und Schüler erwerben im Fach Wirtschaftsinformatik die Kompetenz für einen bewussten und sicheren Umgang mit persönlichen Daten und wenden individuelle Schutzmaßnahmen vor den Erscheinungsformen der Internetkriminalität an.

Technische Bildung
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Durch technischen Fortschritt lassen sich in Unternehmen Produktivitätssteigerungen erzielen und Wettbewerbsvorteile schaffen. Der Unterricht im Fach Wirtschaftsinformatik behandelt Trends und aktuelle Entwicklungen insbesondere in der Informationstechnologie, die in verschiedenen Bereichen des Unternehmens, z. B. Logistik und Produktion, zum Einsatz kommen. Dabei reflektieren die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Chancen und Risiken der neuen Technologien aus Sicht der Unternehmen, sondern berücksichtigen auch mögliche Gefahren, die sich daraus für den Einzelnen oder die Gesellschaft ergeben. Außerdem werden die Schülerinnen und Schüler zu einem reflektierten und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien angehalten und nutzen im Fach Wirtschaftsinformatik Standardsoftware sachgerecht und zielorientiert.

Berufliche Orientierung
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Betriebliche Systeme sind der grundlegende Gegenstandsbereich im Fach Wirtschaftsinformatik. Die Schülerinnen und Schüler erfassen betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und erhalten Einblick in die Aufbau- und Ablauforganisation von Unternehmen, wodurch ein direkter und praxisnaher Bezug zur Berufs- und Arbeitswelt hergestellt wird. Der Prozess des ständigen Wandels in der Informationsgesellschaft, die damit einhergehende Veränderung der Berufsbilder und die Notwendigkeit lebenslangen Lernens werden den Schülerinnen und Schülern im Fach Wirtschaftsinformatik besonders bewusst.
Darüber hinaus stellen der zielorientierte und sachgerechte Umgang mit Standardsoftware und die im Fach Wirtschaftsinformatik geförderten Schlüsselqualifikationen, z. B. Teamfähigkeit und Methodenkompetenz, einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Orientierung der Schülerinnen und Schüler dar.

Werteerziehung und soziales Lernen
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Im Fach Wirtschaftsinformatik setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Bedeutung einer Werteorientierung als Erfolgsfaktor für Unternehmen auseinander. Mitarbeiter werden nicht als reines „Humankapital“ betrachtet, das zu funktionieren hat. Vielmehr geht es darum, durch eine wertschätzende Mitarbeiterführung deren Bedürfnisse zu berücksichtigen und effiziente Geschäftsprozesse in Gang zu setzen. Ebenso ändert sich mit der zunehmenden Informationsfülle durch das Internet das Anspruchsdenken der Öffentlichkeit gegenüber Unternehmen und deren Image. Unternehmen sind erfolgreicher, wenn sie die gesellschaftlichen Werte, Regeln und Normen berücksichtigen. Daher betrachten sie Kunden nicht eindimensional als „Absatzmarkt“, sondern behandeln diese als mündige Bürger, deren Persönlichkeitsrechte (z. B. Schutz personenbezogener Daten) gewahrt werden müssen. Der bei der Auseinandersetzung mit diesen Themenbereichen immer wieder erfolgende Perspektivwechsel (z. B. Unternehmer, Kunde, Mitarbeiter) fördert bei den Schülerinnen und Schülern die Empathie und die Toleranz gegenüber anderen Werthaltungen. Diskussionen und Arbeitsaufträge, die in der Gruppe erledigt werden, fördern die Diskurs- und Teamfähigkeit sowie einen von Respekt und Achtung geprägten Umgang der Schülerinnen und Schüler miteinander.

Sprachliche Bildung
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Im Unterricht im Fach Wirtschaftsinformatik beurteilen die Schülerinnen und Schüler grundlegende betriebswirtschaftliche und informationstechnologische Konzepte und Lösungsansätze unter verschiedenen Gesichtspunkten. Dazu analysieren sie unter anderem eine große Vielfalt an unterschiedlichen Textarten, z. B. Zeitungsartikel, Interviews, wissenschaftliche Fachtexte, und stellen ihre Ergebnisse unter Berücksichtigung der Fachsprache angemessen dar. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist dabei eine wichtige Voraussetzung.
Darüber hinaus ist sie gerade auch für die Interaktion zwischen Mensch und Computer unabdingbar. So ist es beispielsweise für die Erstellung von Datenbankabfragen nötig, die jeweilige Fragestellung in der Alltagssprache präzise zu formulieren, damit sie erfolgreich in eine für den Computer verständliche Sprache übertragen werden kann. Auch für die Beschreibung von grafischen Darstellungen, z. B. der Geschäftsprozesse in einer erweiterten ereignisgesteuerten Prozesskette, ist eine fundierte Sprachbeherrschung notwendig.
Der Unterricht im Fach Wirtschaftsinformatik unterstützt den Kompetenzerwerb aller Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihrer Muttersprache. In einem sprachsensiblen und die Fachsprache fördernden Unterricht werden insbesondere auch die Bedürfnisse von mehrsprachigen Lernenden mit Deutsch als Zweitsprache berücksichtigt.