Lehrplan PLUS

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Englisch

1 Selbstverständnis des Faches Englisch und sein Beitrag zur Bildung
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Die englische Sprache ist die bedeutendste Weltsprache der Gegenwart. Sie wird von über einer Milliarde Menschen als Erst- und Zweitsprache gesprochen und ist in über 80 Ländern der Welt Amtssprache bzw. hat dort offiziellen Status. Darüber hinaus kommt dem Englischen eine tragende Rolle als international wichtigste Verkehrssprache (lingua franca) zu. In vielen Bereichen des Zusammenlebens, in Politik, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Kunst, im Tourismus und im Sport ist die englische Sprache inzwischen ein selbstverständliches Mittel der Kommunikation. Das Englische nimmt jedoch nicht nur auf internationaler Ebene eine prominente Rolle ein. Englische Begrifflichkeiten prägen zunehmend auch den Alltag der Jugendlichen, zumal Englisch ebenso in Bereichen wie der Unterhaltungsindustrie und den digitalen Medien Verkehrssprache ist. Fundierte englische Sprachkenntnisse sind demnach für Realschulabsolventinnen und -absolventen sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht unabdingbar und eröffnen ihnen den Zugang zu weiteren Bildungsangeboten.

Der Englischunterricht der Realschule legt besonderen Wert auf die Ausbildung zu offenen, interkulturell kommunikationsfähigen jungen Menschen, die sich fundierte, praxistaugliche und ausbaufähige Kenntnisse in der englischen Sprache angeeignet haben und diese ohne Scheu anwenden. Er bringt den Schülerinnen und Schülern die mit der englischen Sprache verbundenen Menschen und Kulturen nahe und macht ihnen dadurch die kulturelle Vielfalt der englischsprachigen Welt bewusst. Der Fokus liegt dabei zunächst auf Großbritannien und den USA; mit Irland, Kanada, Indien, Australien und zwei weiteren Ländern des Commonwealth of Nations lernen die Schülerinnen und Schüler jedoch auch weitere Kulturräume und Sprachvarietäten der englischsprachigen Welt kennen. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Kulturräumen in politischer, historischer, kultureller, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und naturwissenschaftlicher Hinsicht erschließen sich den Schülerinnen und Schülern nicht nur vielfältige Weltsichten, es eröffnet sich ihnen auch ein neuer Blick auf die eigene Welt. Internationale Kontakte, Projekte und Schulpartnerschaften sowie Studienfahrten bieten den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, ihr sprachliches Können unter Beweis zu stellen, eigene Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen zu sammeln und eigene Ansichten zu reflektieren. Dies führt zu einer differenzierten Weltsicht, die für das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft von fundamentaler Bedeutung ist. Es fördert sowohl sprachliche als auch soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, macht sie in einer zunehmend globalisierten Welt interkulturell handlungsfähig und trägt maßgeblich zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung bei.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell "Englisch"

Das Kompetenzstrukturmodell für Englisch entspricht dem Modell für Moderne Fremdsprachen, das im Fachbereichsprofil erläutert wird.

2.2 Kompetenzbereiche
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Die Ausführungen zu den einzelnen Kompetenzbereichen finden sich im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Englisch
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Die Schülerinnen und Schüler an der Realschule lernen Englisch als erste Fremdsprache, wobei sie direkt an die in der Grundschule erworbenen Kompetenzen und Inhalte anschließen können. In Anknüpfung an die aus der Grundschule vertrauten Arbeitstechniken erwerben die Schülerinnen und Schüler Sprachlernkompetenzen (z. B. Lernstrategien) und entwickeln ein erstes Sprachbewusstsein, z. B. durch Vergleiche mit der Muttersprache. Sie entwickeln die Bereitschaft, auf einfache Art und Weise in der Fremdsprache zu kommunizieren und erfahren interkulturelles Lernen als bereichernd, wodurch die Grundlagen für das Erlernen weiterer Fremdsprachen (z. B. Französisch) gelegt werden.

Der Jahrgangsstufenlehrplan Englisch ist, dem Kompetenzstrukturmodell entsprechend, in folgende Bereiche untergliedert:

1. Kommunikative Kompetenzen

1.1 Kommunikative Fertigkeiten:

  • Hör- und Hörsehverstehen
  • Leseverstehen
  • Sprechen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung

1.2 Verfügen über sprachliche Mittel:

  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Aussprache und Intonation

2. Interkulturelle Kompetenzen

3. Text- und Medienkompetenzen

4. Methodische Kompetenzen

5. Themengebiete

Der Bereich der Kommunikativen Kompetenzen umfasst die Fertigkeitsbereiche und die für die Kommunikation notwendigen sprachlichen Mittel. Alle fünf Kompetenzbereiche greifen ineinander, d. h. der Erwerb der sprachlichen Mittel und Kommunikativen Fertigkeiten erfolgt im Rahmen der für die jeweilige Jahrgangsstufe festgelegten Themengebiete und geht immer einher mit der Entwicklung von Interkulturellen Kompetenzen, Methodischen Kompetenzen und Text- und Medienkompetenzen. Die Themengebiete beziehen sich somit auf alle Kompetenzbereiche und können in beliebiger Reihenfolge behandelt werden. Der Bereich Orthographie wird für das Fach Englisch nicht als eigener Unterlernbereich aufgeführt, sondern in die Kommunikative Fertigkeit des Schreibens integriert.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln im Rahmen der für die einzelnen Jahrgangsstufen festgelegten Themengebiete ein facettenreiches Bild der englischsprachigen Welt und begreifen darüber hinaus die Rolle des Englischen als Mittel der Kommunikation in vielerlei Bereichen, wie z. B. dem Handel in der globalisierten Welt. Der Erwerb der sprachlichen Mittel und die Förderung der Kommunikativen Fertigkeiten erfolgt dabei stets anhand authentischer, ggf. didaktisierter Materialien sowie im Rahmen realitätsnaher Lernsituationen, sodass Sprache als echtes Instrument zur Verständigung wahrgenommen wird. Entsprechend lesen die Schülerinnen und Schüler bereits in Jahrgangsstufe 5 eine Ganzschrift, was ihre Freude am Lesen und am Umgang mit der Fremdsprache fördert.
Im Anfangsunterricht liegt der landeskundliche Schwerpunkt auf den Britischen Inseln, mit ersten Einblicken in die Verbreitung des Englischen als Weltsprache. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit alltäglichen Themen und lernen die Lebenswelt Gleichaltriger in Großbritannien kennen. Sie erwerben grundlegende Grammatik- und Wortschatzkenntnisse, die sie in den folgenden Jahrgangsstufen bei der Behandlung verschiedener Themengebiete systematisch erweitern und vernetzen. Die Themengebiete orientieren sich dabei an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, umfassen jedoch auch Themen, die für ihre schulische und berufliche Weiterbildung von zentralem Interesse sind. Dabei werden sowohl landeskundliche Aspekte der englischsprachigen Welt als auch Sachthemen allgemeiner Art (z. B. die Rolle des Englischen in Wissenschaft und Technik) erfasst. Ebenso wird der englischsprachigen Literatur und der Kenntnis ausgewählter Autoren im Sinne der Interkulturellen und Kulturellen Bildung entsprechender Platz eingeräumt. In allen Jahrgangsstufen finden aktuelle Themen besondere Berücksichtigung, sodass der Realitätsbezug und die Aktualität des Englischunterrichts gewährleistet sind. Aktuelles sowie Interessensgebiete der Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen der vorgegebenen Themengebiete mit einbezogen. Auch der pädagogische Gestaltungsfreiraum der Lehrkraft bietet Möglichkeiten, Aktuelles und individuelle Interessen der Schülerinnen und Schüler aufzugreifen. Die im Fachlehrplan bei den Themengebieten angegebenen Stundenzahlen decken dabei nur einen Teil der insgesamt zur Verfügung stehenden Stunden ab, sodass genügend Freiraum für die freiere Unterrichtsgestaltung sowie zum Üben und Wiederholen zur Verfügung steht.
Während bis zur Jahrgangsstufe 8 der Schwerpunkt auf dem Erwerb neuer sprachlicher Strukturen liegt, steht in den Jahrgangsstufen 9 und 10 die Wiederholung bereits bekannter Strukturen sowie die Vertiefung und Erweiterung der Wortschatzkenntnisse im Vordergrund. Anhand authentischer und ggf. dem Sprachniveau der Schülerinnen und Schüler angepasster Materialien wird Sprache verstärkt als Mittel der Kommunikation und Informationsgewinnung eingesetzt. Die von Anfang an geförderten Methodischen Kompetenzen zur Erschließung von Texten (z. B. Worterschließungstechniken) spielen nun eine zentrale Rolle.

Die systematische Entwicklung von Kompetenzen, die erfolgreiches kommunikatives Handeln in fremdsprachlichen Situationen gewährleisten, richtet sich dabei in ihrem Anforderungsniveau jeweils nach den Niveaustufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

  • Breakthrough oder Beginner Level A1 / A1+
  • Waystage oder Elementary Level A2 / A2+
  • Threshold oder Intermediate Level B1 / B1+

Die Schülerinnen und Schüler an bayerischen Realschulen erreichen in Jahrgangsstufe 9 in allen Kompetenzbereichen mindestens das Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen, was ihnen u. a. auch den Erwerb von Sprachzertifikaten des entsprechenden Niveaus (z. B. Preliminary English Test) ermöglicht. Am Ende der Jahrgangsstufe 10 erreichen sie mindestens die Niveaustufe B1+ und erfüllen damit die Vorgaben der Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss der KMK. Die Anforderungen der zentralen Abschlussprüfung im Fach Englisch orientieren sich an dieser Niveaustufe sowie an internationalen Prüfungen der gleichen Niveaustufe. Die mit dem Erwerb der Mittleren Reife erlangten Kompetenzen befähigen die Schülerinnen und Schüler zur Bewältigung privater sowie beruflicher Kommunikationssituationen und gewährleisten den Anschluss an das Sprachenlernen an weiterführenden Schulen, z. B. der Fachoberschule.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Der Englischunterricht ermöglicht vielfältige Verbindungen zu anderen Fächern, indem er dort behandelte Themen und Inhalte aufgreift, unter einem anderen Blickwinkel betrachtet und dadurch letztendlich vertieft. Ebenso können interkulturelle Elemente aus dem Englischunterricht in fächerverbindende Unterrichtseinheiten oder Projekte einfließen.

Andere Sprachen
Besonders im Anfangsunterricht ist in ausgewählten Kontexten eine Zusammenarbeit in den Fächern Englisch und Deutsch oft förderlich. V. a. in den Bereichen der Kommunikativen Fertigkeiten (hier besonders Leseverstehen), der Text- und Medienkompetenzen sowie der Methodischen Kompetenzen greifen die Schülerinnen und Schüler u. a. auf Kompetenzen zurück, die im Deutschunterricht erworben wurden, und entwickeln sie in Bezug auf das Englische weiter.

MINT-Fächer
Aufgrund der Bedeutung der englischen Sprache im technologisch-naturwissenschaftlichen Bereich hat die Zusammenarbeit mit Fächern aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informationstechnologie, Chemie, Physik und Biologie) einen hohen Stellenwert. Die erworbenen Kenntnisse im Fach Informationstechnologie beispielsweise können sowohl für Lernprogramme als auch für Präsentationen sowie im Bereich der Internetrecherche sinnvoll genutzt werden. Darüber hinaus kann das im muttersprachlichen Sachfach erworbene Wissen durch englischsprachige Fachbeiträge vertieft und erweitert werden.

Wirtschaftswissenschaften
In den Jahrgangsstufen 9 und 10 erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Wirtschafts- und Arbeitswelt, wobei auch Elemente aus dem Bereich Wirtschaftsenglisch aufgegriffen werden, um die Schülerinnen und Schüler auf die Schlüsselrolle des Englischen als globale Konferenz- und Verhandlungssprache vorzubereiten. Im Mittelpunkt steht hierbei vor allem die Anbahnung einer grundlegenden Kommunikationsfähigkeit in Wort und Schrift im internationalen Geschäftsverkehr. 

Gesellschaftswissenschaftliche, künstlerische und praktische Fächer
Die weite Verbreitung der englischen Sprache in unserer Alltagswelt, insbesondere in den Bereichen Werbung und Unterhaltungsmedien, eröffnet die Zusammenarbeit mit den Fächern aus dem gesellschaftswissenschaftlichen, künstlerischen und praktischen Bereich (z. B. Sozialkunde, Musik, Sport) in besonderer Weise. So erhalten die Lernenden Gelegenheit, ihre Kenntnisse in der Fremdsprache wieder aufzugreifen und sie aus neuen Perspektiven zu betrachten.

Bilingualer Sachfachunterricht
In enger Zusammenarbeit mit anderen Fächern (z. B. mit Geographie und Geschichte) eröffnen geographische, historische und gesellschaftliche Aspekte der behandelten Sprachregionen weitere Blickwinkel, die auch für die muttersprachlichen Sachfächer eine Bereicherung darstellen. Die Vertiefung erfolgt im Bilingualen Sachfachunterricht, der in allen Sachfächern angeboten werden kann. Hier wird Englisch als Arbeitssprache zum Erwerb spezifischer Inhalte und Kompetenzen des jeweiligen Sachfachs genutzt, was sowohl für das Sachfach als auch für die fremdsprachliche Kompetenz einen Mehrwert darstellt.

5 Beitrag des Faches Englisch zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Die Modernen Fremdsprachen leisten in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Beitrag zu den fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen. Dieser wird im Fachbereichsprofil Moderne Fremdsprachen erläutert.