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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Grundschule: Deutsch

Die Reihenfolge der Teilbereiche wurde im Vergleich zum Modell der KMK geändert. Das Untersuchen sprachlicher Verständigung sowie das Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Sprachen bilden die Grundlage dafür, sprachliche Strukturen in Wörtern, Sätzen, Texten zu untersuchen und zu verwenden.

Eingefügt wurde an dieser Stelle der Bereich Richtig schreiben. Gerade in der Grundschule werden entsprechende Kompetenzen wesentlich durch das Untersuchen und Reflektieren von Sprache (z. B. auf lautlicher, silbischer oder morphologischer Ebene) erworben. Ebenso ist richtig schreiben relevant für alle anderen Kompetenzbereiche und umgekehrt.

Sprachliche Verständigung untersuchen
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen gesprochene und geschriebene Sprache (Alltags- und Bildungssprache) sowie unterschiedliche Sprachregister (informelle und formelle Sprache) in ihrer Form, Absicht, situativen Angemessenheit und Wirkung, auch was unterschiedliche mediale Darstellungen betrifft (z. B. Text in einer SMS im Vergleich mit Texten in Sachbüchern). Sie gehen dabei von konkreten Situationen in ihrem Alltag und Lebensumfeld aus (z. B. Gespräche mit Freunden oder mit der Schulleitung) und nutzen ihre Erkenntnisse und Einsichten beim eigenen Sprechen, Lesen und Schreiben.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen entdecken
Ebenso wie die Untersuchung von sprachlicher Verständigung fördert der Vergleich von Sprachen und Schriftsystemen die Sprachbewusstheit. So erweitern Schülerinnen und Schüler zunehmend ihre eigenen sprachlichen Verständnis- und Ausdrucksmöglichkeiten in Bezug auf Wortschatz, Wortwahl und sprachliche Strukturen. Sie unterscheiden anhand konkreter Beispiele zwischen Alltags-, Bildungs- und Fachsprache sowie Dialekt und untersuchen Wörter in Fremdsprachen, z. B. in denen, die ihre Mitschülerinnen und Mitschüler als Erstsprache sprechen. So wird auch das Selbstbewusstsein von Kindern mit Migrationshintergrund gestärkt, die eine besondere Wertschätzung ihrer Erstsprache erfahren.

Sprachliche Strukturen in Wörtern, Sätzen, Texten untersuchen und verwenden
Die Schülerinnen und Schüler experimentieren mit Sprache und sprachlichen Strukturen (z. B. Regelmäßigkeiten bei der Wortbildung, bei gleichen Satzarten, Wirkungen von Wörtern und Sätzen) und reflektieren die jeweilige Verwendung und Funktion in unterschiedlichen Zusammenhängen. Grammatikalische und metasprachliche Begriffe werden stets im Kontext konkreter Sprachhandlungen gewonnen und bereiten den analytischen Umgang mit Sprache in den weiterführenden Schulen vor. Insbesondere mehrsprachige Schülerinnen und Schüler werden durch sprachsensiblen und die Fachsprache entwickelnden Unterricht unterstützt, damit sie sprachliche Strukturen der deutschen Sprache zutreffend mit Fachbegriffen benennen und beschreiben können.

Richtig schreiben
Die Untersuchung und Reflexion von Sprachgebrauch und Sprache begleiten das Schreibenlernen und den Rechtschreibunterricht. Im Mittelpunkt stehen dabei die bewusste Anwendung von Strategien sowie die kontinuierliche Übung zum Aufbau von Routinen. Die lautliche (phonologische) und die silbische Durchgliederung von Wörtern spielen hier eine ebenso große Rolle wie beim Lesenlernen. Im Anfangsunterricht nutzen die Schülerinnen und Schüler zunächst insbesondere das phonologische und das silbische Prinzip, indem sie genau sprechen und hören. Im Prozess des Lesen- und Schreibenlernens werden die Strategien ausdifferenziert und systematisch ergänzt durch morphologisches und grammatikalisches Wissen, z. B. über Wortbausteine und Wortarten. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 kombinieren die Schülerinnen und Schüler Strategien zu den genannten Prinzipien. Rechtschreibübungen finden nicht isoliert und ohne Anwendungsbezug statt, sondern sind eingebunden in sinnvolle Kontexte wie das Verfassen und Überarbeiten eigener und gemeinsamer Texte. Die Lehrkraft weist bereits im Anfangsunterricht auf normgerechte Schreibungen hin.

Die Schülerinnen und Schüler bauen eine rechtschreibbewusste Haltung auf, erfragen Schreibungen und nutzen Wortlisten und Wörterbücher, wenn sie Zweifel an Schreibungen nicht durch Strategien klären können. Dem Bereich Richtig schreiben ist ein Grundwortschatz im Sinne eines Modellwortschatzes zugeordnet, an dem die Schülerinnen und Schüler grundlegende Erkenntnisse zu den orthographischen Prinzipien erarbeiten und Rechtschreibstrategien und -regeln sowie Sonderschreibungen anwenden. Dieser Grundwortschatz wird ergänzt durch einen individuellen Übungswortschatz, welcher die spezifischen Interessen und Bedürfnisse sowie den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes sowie der jeweiligen Klasse berücksichtigt. Kinder sammeln Übungswörter entsprechend ihrer Fehlerschwerpunkte, z. B. ausgehend von der Überarbeitung eigener Texte. Systematische Fehlschreibungen bieten der Lehrkraft einen Einblick in vorhandene Kompetenzen und individuelle Lernstrategien (im Sinne einer pädagogischen Diagnostik) und geben Anhaltspunkte für passende Lernangebote. Dies ist für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens von hoher Bedeutung.