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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Türkisch

Gymnasium: Türkisch

Die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium lernen Türkisch als spätbeginnende Fremdsprache, die nach Aufgabe der ersten bzw. zweiten Fremdsprache nach Jahrgangsstufe 9 in Jahrgangsstufe 10 neu einsetzt. Die Schülerinnen und Schüler erreichen am Ende der Jahrgangsstufe 12 in allen Kompetenzbereichen das Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Im Türkischunterricht können die Schülerinnen und Schüler auf die beim Erlernen der bereits bekannten Fremdsprachen erworbenen Grundkenntnisse und Fertigkeiten des Spracherwerbs zurückgreifen und diese gezielt für Transfermöglichkeiten nutzen, sodass eine schnellere Progression möglich ist.

Als agglutinierende Sprache basiert das Türkische jedoch auf morphologischen und syntaktischen Strukturen, die sich deutlich von denen der indoeuropäischen Sprachen unterscheiden. Es bestehen im Bereich des Wortschatzerwerbs Anknüpfungsmöglichkeiten in Form von Lehnwörtern v. a. aus dem Französischen. Der Gebrauch solcher Lehnwörter erfordert allerdings eine gewisse Transferleistung, da ihre Schreibung an das türkische System angepasst ist, bei dem die Schreibung 1:1 der Lautung entspricht.

Doch erleichtert der logische Aufbau der Grammatik mit kaum vorhandenen Ausnahmen im Gebrauch das Erlernen der Sprache. Grundlage für den Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten sind die Entwicklung der Aussprache, kontinuierlicher und systematischer Wortschatzaufbau und solide Grammatikarbeit, die sowohl Einsicht in die Funktion sprachlicher Strukturen als auch deren praktische Anwendbarkeit vermittelt. Grammatik ist demnach nicht Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung für die selbständige und korrekte Anwendung der Fremdsprache. Häufige Sprechanlässe fördern Sprechfertigkeit sowie Gesprächsbereitschaft und Flexibilität. Die Anwendbarkeit des Türkischen im deutschen Alltagsleben ist dabei ein durchaus motivierender Faktor.
Die Schülerinnen und Schüler lernen, geeignete Hör- und Lesetexte zu erschließen, und schulen dabei ihre Fertigkeiten im Hör- und Leseverstehen. Gelegentliche Übersetzungen können dazu beitragen, die Sprachkenntnisse zu festigen, wenn Unterschiede in den Strukturen beider Sprachen durch kontrastives Vorgehen verdeutlicht werden können. Durch mündliche und schriftliche Äußerungen zu Texten sowie durch freie Äußerungen in türkischer Sprache fördern die Schülerinnen und Schüler ihre sprachpraktischen Fähigkeiten und eine situationsgerechte Ausdrucksweise. Sie äußern sich von Anfang an in der Fremdsprache, werden sich ihres Lernfortschritts bewusst und sind für die Weiterentwicklung ihrer Fertigkeiten motiviert.

Die Unterrichtssprache ist in der Regel Türkisch, doch wird davon abgewichen, wenn es für die präzise Erklärung sprachlicher und ggf. weiterer komplexer Phänomene notwendig erscheint. Sprachreflexion ist im Türkischunterricht von besonderer Bedeutung, denn das Verständnis des der Sprache zugrunde liegenden Systems ist eine wichtige Voraussetzung für selbständiges Weiterlernen. Unterschiedliche Übungsformen sowie die Eigentätigkeit der Lernenden auch in ihrem außerschulischen Umfeld begünstigen die Lernfortschritte.

Im Türkischunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler das Alltagsleben Gleichaltriger (Schule, Freizeit) kennen, setzen sich mit deren Interessen und Einstellungen auseinander und beschäftigen sich mit wichtigen Berührungspunkten zur modernen Türkei, wie z. B. den wirtschaftlichen Entwicklungen sowie den Beziehungen zur Europäischen Union. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in die Geschichte der Türkei und türkische Traditionen und Werte.
Ein Schüleraustausch, private Reisen in die Türkei, Kontakte zu Mitschülerinnen bzw. Mitschülern und anderen in Deutschland lebenden türkischsprachigen Menschen sowie sonstige Möglichkeiten, die z. B. das Internet bietet, können den Lernfortschritt positiv unterstützen.

Der Jahrgangsstufenlehrplan Türkisch ist in fünf Lernbereiche untergliedert. Die ersten vier entsprechen den im Kompetenzstrukturmodell dargestellten Grundkompetenzen. Die „Themengebiete“ nehmen als fünfter Lernbereich eine Sonderstellung ein, da sie für die jeweilige Jahrgangsstufe die thematischen Inhalte festlegen, an denen die vorgenannten Kompetenzen erworben werden. Die Sprachreflexion findet sich jeweils in die Themengebiete integriert.
Daraus ergibt sich der folgende, über alle Jahrgangsstufen identische Aufbau der Lehrpläne:

1 Kommunikative Kompetenzen

1.1 Kommunikative Fertigkeiten:

  • Hör- und Hörsehverstehen
  • Leseverstehen
  • Sprechen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung

1.2 Verfügen über sprachliche Mittel:

  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Aussprache und Intonation

2 Interkulturelle Kompetenzen

3 Text- und Medienkompetenzen

4 Methodische Kompetenzen

5 Themengebiete