Lehrplan PLUS

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Informationsverarbeitung

1 Selbstverständnis des Faches Informationsverarbeitung und sein Beitrag zur Bildung
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Die Informationsverarbeitung hat in fast alle Lebensbereiche unserer Schülerinnen und Schüler Einzug gehalten. In privaten Haushalten stehen Multimediageräte (z. B. Computer, Tablet, Smart-TV, Smartphone, Notebook) für die verschiedensten Handlungssituationen zur Verfügung, sodass die Schülerinnen und Schüler Geräte der Informationsverarbeitung in bestimmten Zusammenhängen bereits kennen und nutzen. Das Unterrichtsfach Informationsverarbeitung vermittelt die routinierte Nutzung der Hardware, wozu sowohl der sachkundige und verantwortungsbewusste Umgang mit den technischen Geräten als auch die rationelle Bedienung der Tastatur sowie der zielorientierte Einsatz von kaufmännischer Standardsoftware gehört.

Die Schülerinnen und Schüler werden durch das Fach Informationsverarbeitung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert, indem sie vielfältige berufs- und alltagsbezogene Handlungssituationen mit Geräten der Informationsverarbeitung selbständig, eigenverantwortlich, kreativ und effizient bearbeiten und dabei auch effektiv im Team zusammenarbeiten.

Die Verfügbarkeit von Medien und die damit verbundenen Nutzungsgewohnheiten haben sich einer grundlegenden Veränderung unterzogen. In diesem Zusammenhang leistet das Fach Informationsverarbeitung einen wertvollen Beitrag zur Medienerziehung, indem es die Schülerinnen und Schüler zu einer reflektierten und verantwortungsbewussten Nutzung anleitet. Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und Aspekte des Datenschutzes werden dabei als wichtige Faktoren bei der Nutzung digitaler Medien vermittelt.

Das Fach Informationsverarbeitung fördert Kreativität, Teamfähigkeit und die Fähigkeit zum logischen und problemlösungsorientieren Denken. Die Schülerinnen und Schüler eignen sich die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen an und stärken damit ihre Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für sich und ihre Umwelt. Durch die eigenständige Bewältigung konkreter Handlungssituationen erwerben die Schülerinnen und Schüler eine fundierte berufliche Handlungskompetenz, die sie befähigt, neuere Entwicklungen zu berücksichtigen und sich damit selbständig in neue Computerprogramme einzuarbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler lernen im Fach Informationsverarbeitung auch bei modernen, sich ständig wandelnden Kommunikationsmöglichkeiten vorgegebene Standards einzuhalten und so ein positives Erscheinungsbild eines Unternehmens zu gewährleisten. Das Fach Informationsverarbeitung trägt zur sprachlichen Bildung bei, indem die Schülerinnen und Schüler darin gefördert werden, ihr Arbeitsergebnis zielgerichtet zu visualisieren und komplexe Sachverhalte übersichtlich und sprachlich präzise darzustellen. Dabei sollen sie zur Ergebnisdarstellung auch multimediale Präsentationen verwenden.

Die erworbenen Kompetenzen im Fach Informationsverarbeitung sind grundlegende Voraussetzungen, um in der Berufs- und Arbeitswelt selbständig und verantwortlich zu handeln und zu entscheiden.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell "Informationsverarbeitung"

Das Kompetenzstrukturmodell für das Fach Informationsverarbeitung gliedert sich in drei Bereiche, die im Unterricht stets miteinander verknüpft werden: in die prozessbezogenen Kompetenzen (äußerer Ring), die inhaltsbezogenen Kompetenzen, welche in vier Gegenstandsbereichen (innere Quadrate) erworben werden, und die Perspektiven, die die Rollen beschreiben, in denen die Schülerinnen und Schüler handeln. 

Das Kompetenzstrukturmodell ist hinsichtlich der prozessbezogenen Kompetenzen und der Perspektiven mit den Kompetenzstrukturmodellen der Fächer Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle und Wirtschaftsgeographie identisch. Die Gegenstandsbereiche zeigen auf, womit sich das Fach Informationsverarbeitung beschäftigt. Sie stehen in enger und vielfältiger Wechselwirkung zueinander und erfahren je nach Zielsetzung im Unterricht eine unterschiedliche Ausprägung.

Analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler analysieren Aufgabenstellungen aus dem privaten und beruflichen Umfeld (z. B. eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung erstellen, einen Geschäftsbrief gestalten) und wählen zu deren Bearbeitung geeignete Arbeitsmethoden und digitale Medien.

Handeln
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Die Schülerinnen und Schüler lösen private und berufliche Aufgabenstellungen, die im Zusammenhang mit Informationsverarbeitung stehen. Sie erstellen z. B. Dokumente, werten Daten aus, führen Kalkulationen durch und gestalten Präsentationsunterlagen. Diese und andere Aufgabenstellungen führen sie planvoll und eigenverantwortlich durch.

Kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren Informationen adressatengerecht mithilfe digitaler Medien und unter Einhaltung der üblichen Standards, z. B. DIN 5008, Persönlichkeits- und Urheberrecht, Gestaltungsregeln, Netiquette. Ihre gewonnenen Erkenntnisse präsentieren sie in verbaler und visueller Form (z. B. durch Nutzung einer Präsentationssoftware) unter Beachtung der entsprechenden Layout- und Gestaltungsregeln.

Beurteilen
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Die Schülerinnen und Schüler beurteilen Sachverhalte, Prozesse und Entscheidungen im Rahmen ihres Arbeitsprozesses und bewerten ihre eigenen Arbeitsergebnisse und die anderer vor dem Hintergrund ökonomischer, ökologischer, sozialer und ethischer Ziele.

Arbeitsplatz
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Der Gegenstandsbereich Arbeitsplatz umfasst den sachgemäßen Umgang mit elektronischen Medien und die ergonomische Ausgestaltung des Arbeitsplatzes. Darüber hinaus werden ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt, die im Zusammenhang mit der Ausstattung und Nutzung von Informationstechnologien stehen, z. B. Verbrauch von Ressourcen.

Anwendungen
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Der Gegenstandsbereich Anwendungen umfasst die kaufmännische Standardsoftware für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation.

Informationen
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Der Gegenstandsbereich Informationen umfasst die Dienste des Internets, z. B. soziale Netzwerke und dessen Sicherheitseinstellungen, Onlineshopping, Suchmaschinen, personalisierte Werbung und E-Mail.

2.4 Perspektiven
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Die Kompetenzen, die im Fach Informationsverarbeitung erworben werden sollen, sind aus der Perspektive der jeweiligen Rolle beschrieben:

Konsumentenperspektive
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In der Rolle als Konsument werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, kaufmännische Software zu nutzen, um planvoll mit ihrem Geld umzugehen und verantwortliche Kaufentscheidungen im Internet zu treffen.

Arbeitnehmerperspektive
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In der Rolle als Arbeitnehmer setzen sie kaufmännische Software ein, um ihre Aufgaben im Geschäftsablauf eines Unternehmens rationell zu bearbeiten.

Unternehmerperspektive
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In der Rolle als Unternehmer bereiten sie unternehmerische Entscheidungen mithilfe des Computers vor und stellen die Ergebnisse digital dar.

Staatsbürgerperspektive
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In der Rolle als Staatsbürger werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, sich verantwortungsbewusst in der Gemeinschaft zu verhalten. Wichtige Aspekte in einer medial geprägten Gesellschaft sind dabei der gewissenhafte Umgang mit Daten sowie die Wahrung von Persönlichkeits- und Urheberrechten.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Informationsverarbeitung
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Der Aufbau des Lehrplans Informationsverarbeitung ist durch die enge inhaltliche Abstimmung mit dem Fach Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle gekennzeichnet. Diese zeigt sich darin, dass die Lernbereiche der beiden Lehrpläne weitestgehend in ihrer Bezeichnung und Gliederung abgestimmt sind.

Die Kompetenzen aus dem Lernbereich Sachgemäß und rationell mit dem Computer umgehen werden integrativ und durchgehend in allen Lernbereichen gefördert.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Die Lehrpläne Informationsverarbeitung und Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle sind inhaltlich und zeitlich eng abgestimmt. Beispielsweise lautet ein Lernbereich im Fach Informationsverarbeitung in der vierstufigen Wirtschaftsschule  Informationen suchen, bewerten, verarbeiten und präsentieren, um ein Unternehmen in der Region zu erkunden. Der mit diesem Lernbereich verbundene Kompetenzerwerb steht in direktem Zusammenhang mit dem Lernbereich Ein Unternehmen in der Region erkunden aus dem Fach Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle. Diese und andere direkte inhaltliche Verbindungen zwischen den beiden Lehrplänen erfordern eine intensive Zusammenarbeit der beiden Fächer, zum Beispiel im Rahmen der Erstellung der didaktischen Jahresplanung, gemeinsamer Lernsituationen und Leistungsnachweisen.

Darüber hinaus bietet sich eine enge Zusammenarbeit mit den Fächern Mensch und Umwelt sowie Deutsch, Mathematik und Musisch-ästhetische Bildung an.

Mit dem Fach Deutsch ist z. B. eine Zusammenarbeit bei der Kontaktaufnahme mit Unternehmen, bei der Erstellung eines Berichts über eine Betriebserkundung und bei der Dokumentation einer Veranstaltung sinnvoll.

Bezugsmöglichkeiten zum Fach Mensch und Umwelt ergeben sich insbesondere bei der Thematik Ergonomie am Arbeitsplatz.

Bei der vielfältigen Arbeit der Schülerinnen und Schüler mit einem Tabellenkalkulationsprogramm bietet sich eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Fach Mathematik an.

Zur Erstellung und Gestaltung von Präsentationen und Dokumenten ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Fach Musisch-ästhetische Bildung in Hinblick auf Farben- und Formenlehre sowie Gestaltungsregeln sinnvoll.

Darüber hinaus lassen sich vielfältige Verknüpfungen zu allen Fächern der Wirtschaftsschule und in allen Jahrgangsstufen erstellen, da das Fach Informationsverarbeitung Kompetenzen vermittelt, die in vielfältiger Weise genutzt werden können, beispielsweise zur Informationsrecherche, Visualisierung von Arbeitsergebnissen in Form von Tabellen und Diagrammen sowie zur Erstellung und Gestaltung von Texten und Präsentationen.

Berufliche Orientierung
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Der Unterricht im Fach Informationsverarbeitung ist geprägt durch den Einsatz von Standardsoftware, dessen rationelle Anwendung eine in der Wirtschaft unentbehrliche Kompetenz darstellt. Die Förderung der für das Berufsleben wichtigen Schlüsselqualifikationen, insbesondere in Hinblick auf Teamfähigkeit, Sozial- und Selbstkompetenz bereitet die Schülerinnen und Schüler gezielt auf den Übergang in die Berufswelt vor. Das Fach Informationsverarbeitung unterstützt gemeinsam mit dem Fach Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle die Schülerinnen und Schüler bei der Berufswahl.

Gesundheitsförderung
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Durch die Beachtung der Ergonomie am Arbeitsplatz, entsprechender Ausgleichs- und Entspannungsübungen und der Auseinandersetzung mit Suchtgefahren trägt das Fach Informationsverarbeitung zur Gesundheitsbildung und -erhaltung bei.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Der Alltag der Schülerinnen und Schüler ist geprägt durch eine intensive Nutzung verschiedenster Medien, die vor allem der Kommunikation, Orientierung und der Informationsbeschaffung dienen. Das Fach Informationsverarbeitung trägt dazu bei, einen dem Alter angemessenen, reflektierten, kritischen und kreativen Umgang mit digitalen Medien kontinuierlich zu fördern. Darüber hinaus werden durch den gezielten Einsatz medialer Hilfsmittel zur Informationsgewinnung, -bearbeitung und -auswertung sowie zur sach- und adressatengerechten Präsentation von Arbeitsergebnissen medienbezogene Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert.

Ökonomische Verbraucherbildung
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In Bereichen des wirtschaftlichen Handelns werden die Schülerinnen und Schüler dazu angeleitet, bewusste Entscheidungen zu treffen und deren Folgen abschätzen zu können, z. B. beim Abschluss von Kaufverträgen im Internet oder in ihrer Rolle als umworbener Kunde.

Soziale Bildung
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Im Fach Informationsverarbeitung erlernen die Schülerinnen und Schüler die adressatengerechte Kommunikation über E-Mail und Briefe. Ziel des Faches Informationsverarbeitung ist es, dass sie im Umgang mit sozialen Netzwerken eine kritische Selbstreflexion und ein adäquates Sozialverhalten an den Tag legen, vor allem in Hinblick auf die vielfältigen Möglichkeiten zur medialen Selbstdarstellung. Darüber hinaus setzen sie sich mit Aspekten des Persönlichkeitsrechtes auseinander und lernen, achtsam, respekt- und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.

Sprachliche Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler erweitern im Fach Informationsverarbeitung ihre Sprachhandlungskompetenz, indem sie z. B. ihre Präsentationen frei vortragen, einen modernen Briefstil einüben und Werbetexte für einen Flyer formulieren.

Technische Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler verstehen durch den Unterricht in Informationsverarbeitung die Funktionen, Begriffe und Strukturen digitaler Medien und nutzen kaufmännische Software verantwortungsbewusst, sachgerecht und zielorientiert.