Kompetenz­orientierung und Entscheidungsmöglichkeiten

Entscheidungsmöglichkeiten im LehrplanPLUS

Ein Lehrplan beschreibt, welche Kompetenzen von den Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. Dies gilt auch für den LehrplanPLUS. Sein Konzept orientiert sich am Erwerb nachhaltiger Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, Wissen langfristig anzuwenden und weiterzuentwickeln. Anhand ausgewählter Fachinhalte erwerben sie Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie für lebenslanges Lernen sowie für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben benötigen.

Diese Kompetenzen gehen über den bloßen Wissenserwerb hinaus und sind stets auf konkrete Anwendungs- und Handlungssituationen ausgerichtet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten damit „Werkzeuge“, die sie befähigen, Herausforderungen des Alltags eigenständig und kompetent zu bewältigen.

Der LehrplanPLUS bietet Lehrkräften hierfür eine verlässliche Orientierung. Er schafft einen verbindlichen Rahmen für die zu erreichenden Kompetenzen und die zentralen Inhalte des Unterrichts.

Gleichzeitig eröffnet die Kompetenzorientierung vielfältige Möglichkeiten der unterrichtlichen Umsetzung und gibt den Lehrkräften Gestaltungsspielraum bei der Planung und Durchführung ihres Unterrichts.

Die Fachlehrpläne bieten den didaktischen und pädagogischen Freiraum, Inhalte situationsgerecht auszuwählen, individuelle Schwerpunkte zu setzen und den Unterricht an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Unterricht kann so zielgerichtet geplant und auf die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt werden.

Für die Formulierungen der Kompetenzerwartungen und Inhalte gelten folgende Grundsätze:

  • Aufzählungen mit „und“ oder ohne Konjunktion (Komma): Alle genannten Items sind verbindlich und müssen berücksichtigt werden. Sie können bei Bedarf durch weitere Punkte ergänzt werden.
  • Aufzählungen mit „oder“: Aus den genannten Inhalten ist mindestens einer bzw. – sofern angegeben – eine entsprechende Anzahl auszuwählen.
  • Aufzählungen mit „z. B.“: Die genannten Inhalte dienen als Beispiele zur Veranschaulichung des Anforderungsniveaus. Sie können übernommen oder durch andere geeignete Beispiele ersetzt werden.

Im LehrplanPLUS werden Entscheidungsmöglichkeiten für Lehrkräfte nicht nur durch die Formulierung, sondern auch durch eine optische Kennzeichnung deutlich sichtbar gemacht. Das Layout hebt Stellen hervor, an denen Inhalte ausgewählt, Schwerpunkte gesetzt oder Unterrichtsvorhaben an die Bedürfnisse der Lerngruppe angepasst werden können.

Markierungen von Entscheidungsmöglichkeiten können komplette Lernbereiche umfassen, einzelne Kompetenzerwartungen oder Inhalte, ebenso auch nur Teile davon.

1 Beispiel einer Markierung kompletter Lernbereiche

Realschule Chemie 10, Wpfg II/II, Lernbereich 6

Die Erläuterung zur Entscheidungsmöglichkeit ist im Vorspann des Lernbereichs zu finden.

www.lehrplanplus.bayern.de
Detailseite des Fachlehrplans Realschule Chemie 10 Wpfg 2 und 3 Lernbereich 6 komplette Markierung der Lernbereiche

2 Beispiel einer Markierung (von Teilen) einer Kompetenzerwartung

Gymnasium Geschichte 7, Lernbereich 4

www.lehrplanplus.bayern.de
Screenshot des Fachlehrplans Gymnasium Geschichte 7 Lernbereich 4

3 Hinweise für Grund- und Mittelschule

Die optische Ausweisung der Entscheidungsmöglichkeiten in den Fächern der Grund- und Mittelschulen wird kontinuierlich erweitert und bis zum Schuljahr 2027/28 vollständig umgesetzt.

4 Hinweise für die Förderschule

Entscheidungsmöglichkeiten für die Förderschwerpunkte Hören, Sehen, Sprache, körperliche und motorische Entwicklung sowie emotionale und soziale Entwicklung bestehen in gleichem Maße wie für die Grundschule bzw. die Mittelschule und werden daher nicht gesondert ausgewiesen. In referenzierten Fachlehrplänen der Grund- und Mittelschulen finden Sie entsprechend die Markierungen.

Für die Förderschwerpunkte emotionale und soziale Entwicklung, Hören, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen sowie Sprache gilt: Entscheidungsmöglichkeiten bestehen in gleichem Maße wie für die Grundschule bzw. die Mittelschule. Markierungen von Entscheidungsmöglichkeiten finden Sie daher in den entsprechenden Fachkompetenzen der Fachlehrpläne.

Für die Förderschwerpunkte geistige Entwicklung und Lernen gilt: In den Fachlehrplänen obliegt die Auswahl der angestrebten Kompetenzen der Lehrkraft, die diese in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers trifft. Eine explizite Markierung von Entscheidungsmöglichkeiten ist somit nicht notwendig.

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