Lehrplan PLUS

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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Vergleichsansicht

Vergleichsauswahl 2

Ethik M10

Eth10 Entwicklungsbezogene Kompetenzen

Die Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers. Die Kompetenzen werden vernetzt mit den Kompetenzerwartungen aus dem LehrplanPLUS der Mittelschule im Unterricht angebahnt.

Eth10 Motorik und Wahrnehmung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • handeln in verschiedensten alltäglichen Situationen verantwortungsbewusst, für sich und andere, indem sie ihre eignen Möglichkeiten und Grenzen in Zusammenhang mit ihrer individuellen Wahrnehmungsfähigkeit realistisch beurteilen.
  • reflektieren die Auswirkungen ihrer individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeit auf verschiedene Bereiche des Alltags, z. B. soziale Interaktion, und wenden Kompensationsstrategien gezielt an.
  • gehen mit Gefühlen, die sich aus dem Leben mit einer (Seh-)Einschränkung ergeben, reflektiert und konstruktiv um, indem sie diese benennen und sich ggf. Rat und Trost suchen.

Eth10 Denken und Lernstrategien

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen situationsbezogen individuelle optische Hilfsmittel, taktile Darstellungen und verbale Erläuterungen ein, um verschiedene visuelle mediale Darstellungsformen, z. B. von Krieg und Heldentum, zu erfassen.
  • reflektieren und beurteilen den Hilfsmittelaspekt elektronischer Medien und beschreiben individuelle Vor- und Nachteil der Nutzung.
  • entwerfen norm- und wertbezogene, unter Berücksichtigung ihrer individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten, Handlungsalternativen für verschiedene Situationen und wenden sie situationsbezogen an.
  • erklären die Bedeutung von Rechten und Pflichten, die sich aus einer Seheinschränkung ergeben, für das Zusammenleben in der Gemeinschaft.

Eth10 Kommunikation und Sprache

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • ziehen aufgrund von Mimik, Gestik und Körpersprache sowie aus zusätzlichen Informationen sprachlicher Äußerungen Rückschlüsse auf Empfindungen und Gefühle ihrer Mitmenschen, beschreiben diese und vergleichen sie mit den Eindrücken anderer, um soziale Interaktion positiv zu gestalten.
  • setzen verschiedene körpersprachliche Mittel bewusst ein, um sich nonverbal zu verständigen bzw. Gefühle und Empfindungen auszudrücken.
  • beschreiben Schwierigkeiten, die sich im Zusammenhang mit ihren individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten für sie, aber ggf. auch für Mitmenschen ergeben, und bitten in angemessener Form um Hilfe bzw. lehnen unangemessene Hilfsangebote ab.

Eth10 Emotionen und soziales Handeln

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gehen mit Misserfolgssituationen, Vorurteilen oder Erfahrungen des „Andersseins“, die sie im Zusammenhang mit ihrer Seheinschränkung erleben, konstruktiv um, indem sie Handlungsmöglichkeiten (z. B. aus Fehlern lernen, Mut fassen) anwenden.
  • nehmen bewusst wahr, was ihnen für die augenblickliche und zukünftige Gestaltung ihrer Lebenswelt wichtig ist, indem sie Stärken und Schwächen, individuelle Grenzen in Zusammenhang mit ihren individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten, (Unterstützungs-)Bedürfnisse, Präferenzen und Werthaltungen reflektieren und beschreiben.
  • berücksichtigen bewusst die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und finden Lösungen, wenn diese im Konflikt mit ihren individuellen Unterstützungsbedürfnissen stehen.
  • finden auch unter dem Erleben individueller Einschränkungen Möglichkeiten eigener Selbstverwirklichung in ihrem privaten und beruflichen Lebensumfeld.

Eth10 1.1 Über Lebensgemeinschaft und Elternschaft nachdenken

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • diskutieren die Bedeutsamkeit verschiedener Formen von Lebensgemeinschaften für das Leben des Einzelnen.
  • ermessen aus der Perspektive eines Jugendlichen die Bedeutung von Familie als einer Gemeinschaft, die gegenseitige Unterstützung und das Heranwachsen sowie die Entfaltung von Kindern ermöglicht.
  • formulieren und begründen wertorientiert Kriterien für das Gelingen von Lebensgemeinschaften und entwickeln erste Vorstellungen für eine zukünftige Familie.
  • beurteilen verschiedene Arten der Kindererziehung, entwickeln wertorientiert Kriterien für ein Gelingen von Erziehung und formulieren Ansätze eines eigenen Erziehungsstils.
  • nehmen den eigenen Umgang mit Vorgaben und Erwartungen durch die Geschlechterrolle wahr und definieren ein eigenes Rollenverständnis für sich in Beruf und Partnerschaft.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Lebensgemeinschaften: (gleichgeschlechtliche) Partnerschaft, Ehe, (Patchwork-)Fami­lie, Alleinerziehende
  • wesentliche Funktionen der Familie (z. B. persönlicher Zusammenhalt, emotionale Zuwendung, gegenseitige Unterstützung, erzieherische Funktion, Grundprägung durch Werte und Normen, soziale Integration der Kinder)
  • ethische Kriterien (z. B. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Treue, Fairness, Kompromissbereitschaft, Einfühlungsvermögen, wertschätzende Kommunikation, Rücksichtnahme)
  • verschiedene Arten von Kindererziehung: laissez faire, autoritär und demokratisch
  • eigene Erfahrungen in der Kindheit: Positives und Verbesserbares
  • Erziehungsgrundsätze: Liebe, Verständnis, Offenheit, klare Regeln, Konsequenz, Sicherheit
  • Definition der Geschlechterrolle durch Familie, Gesellschaft, Religion; Aufgabenverteilung in einer Partnerschaft; Gleichberechtigung
  • eigenes Rollenverständnis; Lebensentwurf in Bezug auf Beruf und Partnerschaft

Eth10 1.2 Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • reflektieren das eigene Handeln unter dem Gesichtspunkt der Verantwortungsübernahme in der Gesellschaft.
  • formulieren Kriterien für Chancengerechtigkeit und reflektieren diese.
  • erkennen Möglichkeiten und Grenzen von Einflussnahme einzelner Personen und Organisationen und erfahren sich als verantwortungsvolle Mitglieder der Gesellschaft, die selbstwirksam handeln und Einfluss nehmen können.
  • begreifen sich als einen Teil dieser Welt und ziehen daraus Konsequenzen für ihr eigenes Handeln.
  • betrachten das Phänomen der Globalisierung aus verschiedenen Blickwinkeln und entwickeln eigene Positionen dazu, nach denen sie ihr Handeln ausrichten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bedeutung ethisch verantwortlichen Handelns in der Gesellschaft, u. a. gegenüber Minderheiten (z. B. Asylbewerbern, Homosexuellen); Regeln für den alltäglichen respektvollen Umgang
  • Kriterien für Chancengerechtigkeit (z. B. Zugang zu Bildung, Möglichkeiten zur Teilhabe)
  • Engagement Einzelner in der Gesellschaft (z. B. Ehrenamt, soziales Jahr)
  • aktuelle Beispiele für Toleranz und Zivilcourage
  • Nichtregierungsorganisationen und Interessenvertretungen (z. B. Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften)
  • Globalisierung als Chance und Gefahr (z. B. im Hinblick auf Wirtschaft, Tourismus, Umwelt)

Eth10 Lernbereich 2: Gewissen und Vernunft

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen ihr Gewissen in alltäglichen Situationen wahr und denken darüber nach, welchen Stellenwert es für das persönliche Leben hat.
  • berücksichtigen für einen reflektierten Umgang mit ihrem Gewissen, wie das Gewissen durch verschiedene Faktoren gebildet wird und auch beeinflusst werden kann.
  • schätzen das Gewissen als Orientierungshilfe, um eigenes und fremdes Handeln zu beurteilen und ihre Handlungen an ethisch-moralischen Kriterien auszurichten.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Gebrauch des Wortes Gewissen im Alltag (z. B. Sprichwörter): gutes bzw. schlechtes Gewissen, gewissenhafter bzw. gewissenloser Mensch, Gewissensbisse
  • bildhafte Vorstellungen von Gewissen (z. B. innere Stimme, Kompass)
  • Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit ihrem Gewissen
  • Einflüsse auf die Gewissensbildung: Sozialisation, Kultur, Religion
  • Deutungen des Gewissens (z. B. Über-Ich, Freud: Instanzenmodell; Gewissen als „innerer Gerichtshof“, Röm 2,13-15; autoritäres und humanistisches Gewissen, E. Fromm)
  • Gewissensfreiheit Art. 4 GG
  • mögliche Beeinflussung des Gewissens (z. B. durch Indoktrination, Fanatismus, Gruppendruck)
  • Gewissenskonflikte; ein schülernahes moralisches Dilemma aus der Lebenswirklichkeit

Eth10 Lernbereich 3: Angewandte Ethik: Medizinethik oder Medienethik

Aus dem Lernbereich 3 ist einer der beiden Teilbereiche auszuwählen.

Eth10 3.1 Medienethik

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • kennen Funktionen und Bedingungsfaktoren der Medien und setzen sich unter Berücksichtigung des Rechts auf Meinungsfreiheit und der Persönlichkeitsrechte mit journalistischer Berichterstattung auseinander.
  • sind sich der Notwendigkeit ethischer Richtlinien im Bereich des Journalismus bewusst und setzen sich mit der Frage auseinander, ob oder wie weit Medien kontrolliert werden sollen.
  • reflektieren auf der Basis von Hintergrundwissen über den Medienbetrieb neue Entwicklungstendenzen in den Medien kritisch und bilden sich eine Meinung.
  • setzen sich kritisch mit ihrer eigenen Mediennutzung auseinander und sind sich möglicher Gefahren bewusst.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Funktionen der Medien: Information (z. B. Vermittlung, Orientierung, Kritik, Wächterfunktion), Unterhaltung, Bildung; Bedingungsfaktoren der Medien (z. B. wirtschaftliche Abhängigkeiten, globale Entwicklungen, unternehmerische Konzentration)
  • rechtliche Rahmenbedingungen: Meinungs- und Pressefreiheit, Persönlichkeitsrechte; Konfliktbereiche: Tatsachenbehauptung, Meinungsäußerung, Satire, Ehrverletzung
  • Bedeutung journalistischer Berufskodizes und nationaler Presseräte; Aufgaben der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien und der Landesmedienanstalten; Sinn und Zweck der Kontrolle der Medien (z. B. Internetzensur)
  • Fallbeispiel für die Verletzung des Pressekodex
  • neue Tendenzen (z. B. Kommerzialisierung – Bedeutung von Quoten und Marktanteilen; Werbung etwa in Form von Pop-ups oder Product Placement; Boulevardisierung der Inhalte; Visualisierungszwang)
  • Medienformate aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler: Inhalte, Absicht, Wirkung; Gefahren: Sucht, Nachahmungseffekte (z. B. bei gewaltverherrlichenden Computerspielen), Flucht in virtuelle Welten

Eth10 3.2 Medizinethik

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden zur ethischen Beurteilung bei Handlungen Mittel, Zweck und Folgen und wenden diese Unterscheidung auf die medizinische Praxis an.
  • unterscheiden ethische Problemfelder im Bereich der Medizin und stellen einen Bezug zu ihrem eigenen Leben her.
  • sind sich der Bedeutung des Schutzes der Menschenwürde bewusst und erkennen darüber hinaus, dass sich in der medizinischen Praxis die Frage stellt, wem gegenüber (z. B. befruchtete Eizellen, Embryonen) und in welchem Maße die Achtung der Menschenwürde geschuldet wird. Sie sind sich der Konsequenzen bewusst, die die Antwort auf diese Frage im medizinischen Alltag hat.
  • wenden medizinethische Prinzipien für Entscheidungsfindungen auf exemplarische Fälle im medizinischen Alltag an und wägen sie gegeneinander ab.
  • gelangen zu begründeten ethischen Entscheidungen im medizinischen Bereich, indem sie die Schritte einer ethischen Urteilsfindung anwenden.
  • kennen zuständige Gremien für Medizinethik und recherchieren selbständig (z. B. zur aktuellen Gesetzeslage).
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Elemente menschlichen Handelns: Mittel, Zweck, Folgen (beabsichtigte, unbeabsichtigte und langfristige negative im Sinn des Dammbruchs); Anwendung auf medizinische Behandlungen (z. B. Leihmutterschaft)
  • ethische Problemfelder: Arzt-Patient-Verhältnis, moderne Reproduktionsmedizin (z. B. Selektionsmöglichkeiten), Beendigung des Lebens (Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch, lebensverlängernde Maßnahmen), Gerechtigkeit in der Medizin (z. B. Kosten im Gesundheitswesen, Organtransplantation)
  • Personen als Wesen mit Menschenwürde; unterschiedliche Definitionen von Person (z. B. jeder Mensch ab dem Moment der Zeugung, Wesen mit Interessen oder Empfindungsfähigkeit); Konsequenzen (z. B. in Bezug auf Schwangerschaftsabbruch)
  • medizinethische Prinzipien: Autonomie, Schadensvermeidung, Fürsorge, Gerechtigkeit
  • Schritte einer ethischen Urteilsfindung: Situationsanalyse (Fakten, Beteiligte, Betroffene), Interessenanalyse (Interessen, Rollenerwartungen, Bestimmung des Konfliktes), Normenanalyse (Feststellung und Gewichtung der medizinethischen Prinzipien), Güterabwägung
  • Deutscher Ethikrat, Ethikkommissionen (z. B. bei der Bundesärztekammer, in großen Krankenhäusern); Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung
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