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Vergleichsauswahl 2

Leben in der Gesellschaft 10-12 (Berufsschulstufe)

Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen sowie die individuellen kompetenzorientierten Lernaktivitäten des Faches bilden einen dreijährigen Lernprozess ab. Sie erfahren eine Erweiterung durch die individuellen kompetenzorientierten Lernaktivitäten des Faches Grundlegender entwicklungsbezogener Unterricht. Die Auswahl und Verknüpfung der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis des individuellen Förderbedarfs der Schülerinnen und Schüler. Es ist nicht erforderlich, dass sich die einzelne Schülerin bzw. der einzelne Schüler mit jeder der individuellen kompetenzorientierten Lernaktivitäten oder entwicklungsbezogenen Kompetenzen dieses Faches auseinandersetzt.

LiG Motorik und Wahrnehmung

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren mögliche räumliche Barrieren, z. B. im Nahverkehr, an Veranstaltungsorten oder in Beratungsstellen, und suchen Möglichkeiten, diese zu kompensieren.
  • nutzen Hilfsmittel, wie Rollator, Rollstuhl, Bedienungshilfen für elektronische Geräte, Fahrdienste oder ggf. auch persönliche Assistenten (z. B. Betreuer, Familienentlastender Dienst), um die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft zu realisieren.

LiG Denken und Lernstrategien

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • strukturieren Handlungsschritte, die eine Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen, mithilfe von Handlungsplänen, Checklisten und Orientierungsplänen z. B. in einfacher Sprache oder versehen mit Bildern und Symbolen.
  • verinnerlichen und üben wiederkehrende Handlungsschritte im geschützten Raum (z. B. in der Schule als Rollenspiel), bevor sie diese in Realsituationen anwenden.
  • nutzen vorbereitete Strategien, um sich in unerwarteten Situationen in der Öffentlichkeit Hilfe zu organisieren.
  • nutzen bei digitalen Medien die Hilfsfunktionen (z. B. Vorlesefunktion, Alternativangebot in leichter Sprache).

LiG Kommunikation und Sprache

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nutzen Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation, um sich im öffentlichen Raum, z. B. beim Einkaufen, auszudrücken und ihre Personalien anzugeben.
  • verfügen über Formulierungsroutinen und Wortschatz, welche sie zunächst im Schonraum erarbeitet haben, um wiederkehrende Gesprächssituationen zu bewältigen.
  • bereiten sich auf Telefongespräche vor, indem sie ritualisierte Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln üben und sich vorab Notizen zu Fragen oder Inhalten des Telefongesprächs machen.

LiG Emotionen und soziales Handeln

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • akzeptieren einen Wechsel der Betreuungspersonen, indem sie im Wechsel mit Lehrkraft, Therapeut oder Pflegekraft in eine Handlung eintreten.
  • gewöhnen sich schrittweise an unbekannte Umgebungen und halten den Aufenthalt dort aus.
  • wenden gängige und geübte Höflichkeitsformen im Umgang mit Personen (z. B. Anredeform mit „Sie“) in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens an.
  • reflektieren belastende Situationen in der Öffentlichkeit (z. B. Stress bei der Wahl eines Verkehrsmittels), um diese zunehmend sicherer einzuschätzen und zu bewältigen.
  • wenden Strategien zur Stressbewältigung an oder suchen Unterstützung bei ihnen vertrauten Personen.

LiG Lernbereich 1: Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • pflegen Kontakte zu Personen innerhalb und außerhalb der Schule, indem sie
    • z. B. mit einer Patenklasse kooperieren oder an einem Nachbarschaftsturnier einer anderen Schule teilnehmen.
    • an öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Sportfest, Konzert, Gottesdienst) teilnehmen.
    • sich an öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Straßenfest, offener Sportwettbewerb, Wandertag) beteiligen.
    • sich über Möglichkeiten der Mitwirkung in ihrer Gemeinde informieren und sich dort engagieren.
    • für die Mitgliedschaft in Vereinen und Gemeinschaften (z. B. Sportverein, Gesangsverein, Fanclub, Feuerwehr, Bürgerinitiative) offen sind und ggf. einem Verein beitreten.
  • achten auf angemessene Umgangsformen in der Öffentlichkeit, indem sie
    • die Höflichkeitsform „Sie“ zur Begrüßung Erwachsener nutzen.
    • auf angemessenen Abstand zu anderen Personen achten.
    • auf ein altersgemäßes und angemessenes Auftreten (z. B. Kleidung, Schmuck, Schminke) achten.
    • sich dem Anlass entsprechend verhalten (z. B. Ruhe im Konzert, höfliche Bestellung in der Gaststätte, Zurückhaltung beim Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit).
  • orientieren sich an verschiedenen Orten des öffentlichen Raums, indem sie
    • Geräusche, Lichtverhältnisse und Temperaturzustände wahrnehmen, sich daran orientieren und bekannte Orte so wiedererkennen.
    • sich sicher an ihnen bekannten Orten (z. B. Wohnheim, Praktikumsstelle, Agentur für Arbeit, Bahnhof) orientieren.
    • Strategien zur Orientierung an ihnen unbekannten Orten nutzen (z. B. Beachten von Hinweis- und Straßenschildern, Nutzen eines analogen oder digitalen Stadtplans).
    • für gemeinsame Verabredungen geeignete Treffpunkte (z. B. Kartenschalter, Ausgang, Service Point) auswählen.
  • nehmen an öffentlichen Veranstaltungen teil, indem sie
    • sich auf anstehende Ortswechsel einstellen und bereit sind, mit verschiedenen Verkehrsmitteln Wege zurückzulegen.
    • nonverbal oder verbal ihr Interesse an einer Veranstaltung bekunden und von Begleitpersonen dorthin begleitet werden.
    • Informationen zu verschiedenen Veranstaltungen recherchieren und eine geeignete Veranstaltung nach ihren Wünschen auswählen.
    • eine Eintrittskarte an Vorverkaufsstellen oder online im Voraus bzw. direkt vor der Veranstaltung erwerben.
    • den Weg zur Veranstaltung und zurück z. B. mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Fahrdienst planen.
    • ggf. eine Begleitung für die Zeitdauer der Veranstaltung, der Anfahrt und Rückfahrt organisieren.
    • sich mit anderen für eine Veranstaltung (z. B. Treff- und Zeitpunkt) verabreden.
  • gehen angemessen mit möglichen Schwierigkeiten beim Besuch einer öffentlichen Veranstaltung um, indem sie
    • Wartezeiten z. B. an der Kasse oder vor der Toilette aushalten.
    • Barrieren auf dem Weg zur Veranstaltung und während der Veranstaltung (z. B. steile Treppe, unzureichende Ausschilderung zum Veranstaltungsort) analysieren und reduzieren.
    • bei Spott oder Demütigung diese ignorieren, eine vorbereitete Antwort geben oder Unbeteiligte einbeziehen bzw. zur Verarbeitung der Situation das Gespräch mit Vertrauenspersonen suchen.
    • höflich unangemessene Hilfsangebote zurückweisen oder Bevormundung ablehnen.
    • in Notsituationen Hilfe holen, Passanten ansprechen, Fragekarten zeigen, telefonieren, Ordner oder Polizisten um Schutz bitten.
  • gestalten öffentliche Veranstaltungen mit, indem sie
    • zu einer Veranstaltung (z. B. Theateraufführung oder Tag der offenen Tür in der Schule) einladen.
    • für eine Veranstaltung Präsentationen (z. B. Plakatwand, Bildershow, Sprachausgabecomputer, Präsentationsprogramme) vorbereiten.
    • vor Zuhörern z. B. bei Schulfeiern oder im Gottesdienst sprechen.
    • z. B. bei einer Musik-, Theater- oder Tanzaufführung vor Publikum auftreten.
    • mit Gästen einer Veranstaltung freundlich sprechen, diese z. B. mit einem Catering versorgen oder ihnen auf einem Basar etwas zum Kauf anbieten.

LiG Lernbereich 2: Aufsuchen von Behörden und Dienstleistern

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • geben ihre Personalien bei Behörden oder Dienstleistern an, indem sie
    • diese mit Hilfsmitteln der Unterstützten Kommunikation übermitteln, diese vorab notieren oder diese auswendig wissen und weitergeben.
    • diese in analoge oder digitale Formulare selbst eintragen.
    • wichtige Informationen auf eigenen Ausweisdokumenten (z. B. Personalausweis, Krankenversicherungskarte) finden.
    • sich die Bedeutung von Ausweisdokumenten (z. B. Schülerausweis, Personalausweis, Schwerbehindertenausweis) bewusst machen und sie mit diesen verantwortungsvoll umgehen.
  • wenden sich sachbezogen an Behörden und Dienstleister, um deren Leistungen in Anspruch zu nehmen, indem sie
    • sich bei einem Unfall, bei einer Straftat oder bei Verlust von Eigentum an die Polizei wenden und den Sachverhalt darstellen.
    • im Fundbüro nach verloren gegangenen Gegenständen fragen.
    • beim Einwohnermeldeamt bzw. der Gemeinde einen Ausweis beantragen oder z. B. eine Adressenänderung oder Familienstandsänderung angeben.
    • beim Gesundheitsamt ein Gesundheitszeugnis beantragen.
    • bei der Agentur für Arbeit einen Termin vereinbaren und sich beraten lassen.
    • beim allgemeinen Sozialdienst einen Termin vereinbaren und sich z. B. in Bezug auf den Auszug aus dem Elternhaus oder die Vermittlung therapeutischer Angebote beraten lassen.
  • informieren sich über Dienstleistungen der Behindertenhilfe und nutzen diese, indem sie
    • sich eine Übersicht über für sie infrage kommende Angebote erstellen.
    • sich über regionale Dienstleister für verschiedene Angebote informieren.
    • Hilfen zur eigenen Mobilität (z. B. Fahrdienste, kostenfreie Taxifahrten) oder Angebote der Offenen Behindertenarbeit bzw. der Familienentlastenden Dienste (z. B. Freizeit- oder Ferienmaßnahmen) selbstbewusst in Anspruch nehmen.
  • informieren sich bei Verkehrsbetrieben über die Nutzungsbedingungen von öffentlichen Verkehrsmitteln, indem sie
    • Tarife für Einzel-, Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahresfahrkarte über das Internet, telefonisch oder im Büro erfragen.
    • allgemeine Vergünstigungen (z. B. Bahncard, Gruppenfahrkarte) erfragen.
    • Vergünstigungen und Nutzungsmöglichkeiten aufgrund eines Schwerbehindertenausweises erfragen.
  • nutzen die Dienstleistungen einer Bank, indem sie
    • sich für eine Bank entscheiden und deren Filialen z. B. anhand des Logos in ihrer Wohnumgebung finden.
    • sich über die Nutzung eines Bankkontos, das Abheben von Geld am Schalter oder Automaten und über das Ausdrucken von Kontoauszügen informieren.
    • sich über Möglichkeiten und Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs (z. B. Verlust der Bankkarte, Sperrung der Bankkarte, Kontoüberziehung) informieren.
    • sich durch die regelmäßige Überprüfung der Kontoauszüge oder des aktuellen Kontostands vor einer Kontoüberziehung schützen.
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

LiG Lernbereich 3: Ausüben von Bürgerrechten und -pflichten

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • sind sich der Bedeutung von Regeln und Vereinbarungen bewusst und halten solche ein, indem sie
    • z. B. Spielregeln bei Gemeinschafts- oder Sportspielen sowie vereinbarte Gesprächsregeln beachten und einhalten.
    • Verabredungen, z. B. zu einem Termin oder zur Aufgabenteilungen, treffen und einhalten.
    • Vereinbarungen (z. B. Ordnung für den Computer-Raum) gemeinsam mit anderen erarbeiten und diese einhalten.
    • Vereinbarungen und Verträge prüfen, bevor sie diesen zustimmen oder diese unterschreiben.
    • schriftliche Vereinbarungen zwischen ihnen und verschiedenen Institutionen (z. B. Vertrag für das Wohntraining, Praktikumsvertrag, Ausleihbedingungen der Bücherei) beachten und einhalten.
    • sich der Folgen bei Nichteinhaltung der Vereinbarungen oder Verträge (z. B. Elternbenachrichtigung, Privilegienentzug, Bußgeld, Strafanzeige) bewusst sind.
  • reflektieren die Bedeutung allgemeiner Rechte und Pflichten von Erwachsenen und nehmen diese entsprechend ihrer persönlichen Möglichkeiten wahr, indem sie
    • die Bedeutung von Grundrechten, wie Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht, Recht auf körperliche Unversehrtheit, Recht auf Eigentum oder Religionsfreiheit, in Bezug auf ihr Leben analysieren.
    • Rechte und Pflichten von Erwachsenen (z. B. Geschäftsfähigkeit, Wahlrecht) analysieren und reflektieren.
    • wichtige persönliche Unterlagen, die sie für die Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichten benötigen, in einer Dokumentenmappe aufbewahren.
  • reflektieren Kauf- und Dienstleistungsverträge und halten diese ein, indem sie
    • sich die Verbindlichkeit eines Kaufes bewusstmachen.
    • Vertragsbedingungen (z. B. Kosten, Zahlungsweise, Rücktrittsrecht, Kündigungsfrist, Bindungsdauer, Klauseln) vor Abschluss eines Vertrages prüfen.
    • z. B. ein Produkt bei Mängeln innerhalb der Rückgabefrist, mit der Rechnung oder dem Garantieschein und in der Verpackung zurückgeben.
  • reflektieren die Bedeutung des Strafrechts, indem sie
    • den Begriff der Strafmündigkeit (z. B. Altersgrenzen, Schuldfähigkeit) analysieren.
    • die juristischen Konsequenzen von Jugendstraftaten (z. B. Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung, sexuelle Belästigung) reflektieren.
    • sich über Strafverfahren (z. B. Festnahme, Verhör, Anzeige, Anklage, Gerichtsverhandlung, Urteil) sowie die Aufgaben von Richtern, Staats- und Rechtsanwälten informieren.
    • sich über den Jugendstrafvollzug informieren.
  • analysieren für sie bedeutsame Aspekte des Sozialrechts und nutzen dessen Leistungen, welche sie abhängig von ihren persönlichen Voraussetzungen beantragen können, indem sie
    • sich über bedeutsame Regelungen des Sozialrechts zur Eingliederungshilfe, zur Grundsicherung, zum persönlichen Budget, zur Hilfe zum Lebensunterhalt, zu Hilfen zur beruflichen Eingliederung, zum Wohngeld und zum Schwerbehindertenrecht informieren.
    • sich informieren, welche Leistungen (z. B. kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Unterstützung durch den Integrationsfachdienst) sie aufgrund eines Schwerbehindertenstatus nutzen können, und ggf. einen Schwerbehindertenausweis beantragen.
    • sich über Antragsverfahren für Leistungen nach dem Sozialrecht informieren.
    • Unterstützungsleistungen (z. B. Fahrdienste, persönliche Begleitung, Hilfsmittel) selbstbewusst nutzen.
    • sich über Beispiele gelungener Teilhabe von Menschen mit Behinderung z. B. anhand von Filmen oder dem Besuch ehemaliger Schülerinnen und Schüler informieren.
  • analysieren für sie bedeutsame Aspekte des Betreuungsrechts, indem sie
    • Beratungsstellen (z. B. Beratungsstelle der Träger der Behindertenhilfe, Schwerbehindertenbeauftragter im Landratsamt, Betreuungsverein, örtlicher Sozialhilfeträger, Amtsgericht) aufsuchen.
    • sich über die gesetzliche Betreuung (z. B. Antragsstellung, Rahmenbedingungen, Dauer) im Allgemeinen und in Bezug auf ihre persönliche Lebenssituation informieren.
    • sich über die Aufgaben eines gesetzlichen Vertreters (z. B. Aufenthaltsbestimmung, Gesundheitsfürsorge, Verantwortlichkeit in finanziellen Angelegenheiten) informieren.
    • sich über Rechte und Pflichten Betreuter (z. B. Auswahl des Betreuers, Regelmäßigkeit der Kontakte) informieren.
    • den eigenen Hilfebedarf (z. B. Rechenprobleme, eingeschränktes Textverständnis) reflektieren und benennen.

LiG Lernbereich 4: Allgemeinbildung

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verfolgen das Zeitgeschehen, um sich altersgemäß und entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten mit anderen zu aktuellen Themen austauschen zu können, indem sie
    • Gespräche anderer mitverfolgen, einzelne Schlüsselwörter (z. B. Bauen, Wohnungen) und damit verbundene Emotionen (z. B. Freude, Ärger) wahrnehmen und die Ausrichtung des Gesprächs nachvollziehen.
    • sich über aktuelle Nachrichten z. B. in Zeitung, Radio, Fernsehen, Internet oder sozialen Netzwerken informieren.
    • Fragen zu besonderen Ereignissen (z. B. politische Entscheidungen, Katastrophen, sportliche Ereignisse, Jahrestage) formulieren und diese mit anderen besprechen.
    • sich eine Meinung zu aktuellen Ereignissen bilden und diese in Gesprächen angemessen vertreten oder gegen andere Meinungen abwägen.
  • setzen sich mit landeskundlichen Themen auseinander, um sich in ihrer näheren oder auch weiteren Umgebung zu orientieren, indem sie
    • Gespräche anderer mitverfolgen, einzelne Schlüsselwörter (z. B. Name der Heimatstadt, Straßenname des Wohnorts) und damit verbundene Emotionen (z. B. Freude, Erleichterung) wahrnehmen und die Ausrichtung des Gesprächs nachvollziehen.
    • ihre Heimatgemeinde oder –stadt sowie Flüsse, Seen und Berge in ihrer Umgebung benennen und diese auf regionalen Karten finden.
    • sich über Ausflugsziele oder Sehenswürdigkeiten in ihrer Heimat informieren und diese besuchen.
    • sich auf dem Globus oder auf Karten orientieren und Kontinente, Länder, Orte, Gebirge, Flüsse und Meere benennen.
    • sich über fremde Länder und Kulturen (Sprache, Gerichte, Hauptstädte, Landschaften) informieren.
  • verfolgen Ereignisse aus verschiedenen Sportarten, um sich altersgemäß mit anderen darüber austauschen zu können, indem sie
    • Gespräche anderer mitverfolgen, einzelne Schlüsselwörter (z. B. Fußball, Tor) und damit verbundene Emotionen (z. B. Freude, Ärger) wahrnehmen und die Ausrichtung des Gesprächs nachvollziehen.
    • regionale Sportveranstaltungen besuchen.
    • aktuelle Informationen zu verschiedenen Sportarten (z. B. Weltmeistertitel, Bundesligatabellen, Sportlerporträts) aus Zeitung, Zeitschriften, Fernsehen, Internet oder sozialen Netzwerken entnehmen.
  • setzen sich mit Literatur, Kunst, Musik und Kultur auseinander, um eine geistige Offenheit für verschiedene kulturelle Themen zu entwickeln und sich altersgemäß mit anderen darüber auszutauschen, indem sie
    • Literatur verschiedener Gattungen in der gemeinsamen Lektüre, im Hörbuch oder in einer Autorenlesung begegnen und diese besprechen.
    • Werken Bildender Kunst begegnen, diese analysieren, sich über die Künstlerin oder den Künstler informieren und nach künstlerischen Vorbildern eigene Werke gestalten.
    • Konzerte oder Musikaufführungen besuchen, diese besprechen, sich über die Künstler informieren oder selbst musizieren.
    • Theateraufführungen (z. B. Schauspiel, Improvisationstheater, Puppentheater) besuchen oder als Laienspieler in Aufführungen mitspielen.
    • Filmvorführungen besuchen und sich über den Inhalt, die Intention und die Darstellung des Films mit anderen austauschen.
    • kulturelle Ereignisse in der Heimatregion (z. B. Aufstellen des Maibaums, Viehscheid, Oktoberfest, Blasmusikfest) besuchen und sich darüber austauschen.
    • einen Tanzkurs oder eine Tanzgruppe (z. B. für Standardtänze, Hip-Hop, Volkstänze) besuchen.
  • setzen sich mit verschiedenen Weltanschauungen auseinander, um ihre eigene Weltanschauung zu reflektieren und anderen Weltanschauungen mit angemessener Toleranz zu begegnen, indem sie
    • Brauchtümer verschiedener Kulturen (z. B. Liedgut, Tänze, Kleidung) beschreiben und vergleichen.
    • Wertevorstellungen verschiedener Kulturen (z. B. Rollenbilder, Arbeitsteilungen, politisches System) beschreiben und vergleichen.
    • verschiedene Religionen anhand von deren Gottesvorstellungen, Kultstätten, Riten, Kultgegenständen und „Heiligen Bücher“ beschreiben und vergleichen.
  • setzen sich mit verschiedenen Geschichtsepochen, insbesondere der jüngeren Geschichte ihrer Region und Deutschlands, auseinander, um geschichtliche Ereignisse einzuordnen und sich darüber mit anderen auszutauschen, indem sie
    • Vergangenheit nachempfinden (z. B. Betrachtung von Fundstücken, Durchführen historischer Tätigkeiten, Nachspielen von Ereignissen).
    • Quellen (z. B. Gegenstände, Dokumente, Zeitzeugenberichte, Filme) in Museen oder Medien analysieren und als Grundlage unseres geschichtlichen Wissens (z. B. Bedeutung, Grenzen) beschreiben.
    • zwischen Realität und Fiktion bei der Darstellung von Geschichte in populären Medien unterscheiden.
    • Begriffe für größere Zeiträume (z. B. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, Jahr, Jahrzehnt, Jahrhundert, Jahrtausend, Epoche) unterscheiden und sie zur Einordnung und Beschreibung von Ereignissen, Zeiträumen und Veränderungen anwenden.
    • wichtige Ereignisse und Zeitabschnitte aus der Geschichte ihres Wohnorts oder der Region auf einer Zeitleiste dokumentieren und dadurch einen Einblick in die Geschichte ihrer Lebenswelt gewinnen.
    • die Entwicklung eines technischen Alltagsgegenstands (z. B. Auto, Bügeleisen, Telefon) beschreiben und die jeweiligen Auswirkungen auf unsere Lebenswelt erklären.
    • wichtige Ereignisse und Zeitabschnitte aus der Geschichte Deutschlands, Europas oder der Welt auf einer Zeitleiste dokumentieren und dadurch einen Einblick in die Zusammenhänge von geschichtlichen Ereignissen gewinnen.
  • setzen sich mit naturwissenschaftlichen Themen auseinander, um grundlegende Vorgänge in ihrer Lebenswelt zu verstehen und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen, indem sie
    • Haustiere in der Schule streicheln, füttern und mit ihnen spazieren gehen und so Scheu vor ihnen abbauen und im Umgang mit ihnen vertrauter werden.
    • verschiedenen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung oder z. B. in einem Zoo begegnen, diese benennen und ihre Nahrungsbeschaffung, ihren Lebensraum, ihre Entwicklung und Fortpflanzung recherchieren.
    • sie sich über Tierhaltung und Tierschutz informieren und mit Tieren verantwortungsvoll umgehen.
    • verschiedene Pflanzen ertasten, riechen, deren Farben wahrnehmen und z. B. mit Getreidesorten ein Müsli zubereiten.
    • verschiedenen Pflanzen (z. B. heimische Blumen, Getreidearten, Baumarten) in ihrem Lebensraum begegnen, diese benennen, die Lebensgrundlagen und Fortpflanzung verschiedener Pflanzenarten recherchieren und Einblick in Ökosysteme und landwirtschaftliche Produktionen gewinnen.
    • die Notwendigkeit eines aktiven Umweltschutzes z. B. aufgrund von Klimaveränderungen und Naturkatastrophen analysieren und sie die Umwelt durch Abfallvermeidung, Energieeinsparung und Naturschutz schützen.
    • Grundlagen physikalischer Phänomene (z. B. Eigenschaften von Stoffen, Aggregatsänderungen, Sonnensystem) über verschiedene Sinne wahrnehmen oder beschreiben.
    • grundlegende Funktionsweisen von technischen Geräten und Elektrizität beschreiben.

LiG Lernbereich 5: Politische Bildung

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben Formen der politischen Mitbestimmung und üben Mitbestimmung in ihrem schulischen Umfeld unter Berücksichtigung demokratischer Prinzipien aus, um einen Einblick in demokratische Strukturen der Bundesrepublik Deutschland zu gewinnen, indem sie
    • ihre Rechte und Pflichten innerhalb der Gemeinschaft reflektieren und Verantwortung in der Klasse und der Schule übernehmen.
    • konstruktiv kritisieren, in Konfliktsituationen Kompromisse schließen oder andere konfliktfreie Lösungen nutzen.
    • bei Entscheidungsprozessen (z. B. Klassensprecherwahl, Ausflugsziel, Speiseplan) demokratische Prinzipien anwenden.
    • Mitbestimmungsgremien außerhalb der Schule (z. B. Werkstattbeirat, Personalvertretung, Heimbeirat) beschreiben.
  • beschreiben Aufgaben und Ämter der politischen Ordnung in der Bundesrepublik Deutschland und reflektieren deren Bedeutung für demokratische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse, um ihre Bürgerrechte und -pflichten verantwortungsvoll wahrzunehmen, indem sie
    • den Staatsaufbau (z. B. Bundesstaat, Bundesländer, Regierungsbezirke und deren Aufgaben) beschreiben.
    • politische Vertretungen wie Gemeinderat, Stadtrat, Bezirkstag, Landtag, Bundestag oder Jugendparlament und deren Mitglieder (z. B. Bürgermeister, Bundeskanzler, Ministerpräsident) sowie deren Aufgaben beschreiben.
    • unterschiedliche politische Positionen verschiedener Parteien und Verbände beschreiben und deren Bedeutung für die demokratische Ordnung und ihre persönlichen Lebensumstände reflektieren.
    • tagespolitische Themen wie Wahlergebnisse, Bürgerentscheide oder Politikeraussagen diskutieren und reflektieren.
    • bei politischen Entscheidungen die Perspektiven und Bedürfnisse unterschiedlicher Interessengruppen nachvollziehen und mögliche Alternativen abwägen.
    • Möglichkeiten der demokratischen Meinungsäußerung (z. B. Kummerkasten, Leserbrief, Demonstration, Bürgerversammlung, Bürgerentscheid, Bürgerinitiative) beschreiben.
    • politische Wahlprozesse beschreiben und sich auf eine aktive Wahlbeteiligung vorbereiten, wobei sie Wahlunterlagen (z. B. Wahlbenachrichtigung, Wahlzettel, Briefwahlunterlagen) und Möglichkeiten der Unterstützung bei einer Wahlbeteiligung (z. B. Wahlwörterbuch in einfacher Sprache, gesetzlicher Vertreter) reflektieren.

LiG Lernbereich 6: Medienbildung

Individuelle kompetenzorientierte Lernaktivitäten

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nutzen Medien zur Informationsbeschaffung, indem sie
    • Bilder einer Tageszeitung, einer Zeitschrift, eines Plakates oder eines Buches betrachten, Überschriften und Artikel bzw. Texte lesen und daraus Informationen entnehmen.
    • Informationssendungen (z. B. Nachrichten, Dokumentationen, Interviews) von Unterhaltungsformaten (z. B. Spielfilm, Show oder Werbung) in Radio und Fernsehen unterscheiden und sich mithilfe von Informationssendungen informieren.
    • im Internet mithilfe von Suchmaschinen geeignete Informationsseiten aus den Angeboten auswählen und die Suche bis zum Erhalt der gewünschten Information (z. B. Wetterbericht, Zugverbindung, Veranstaltungsprogramm) fortsetzen.
  • nutzen Medien verantwortungsvoll zur Kommunikation mit anderen, indem sie
    • Kontakte über Briefe, Postkarten, Telefongespräche, E-Mail-Verkehr, Messangerdienste oder in sozialen Medien pflegen und dabei auf angemessene Formen der Gesprächsführung achten.
    • schulinterne Nachrichten z. B. auf einer Homepage oder Wandzeitung für andere aufbereiten oder für die Lokalpresse z. B. einen Bericht über ein schulisches Ereignis schreiben.
  • nutzen Medien verantwortungsvoll zur Freizeitgestaltung, indem sie
    • Printmedien (z. B. Zeitungen, Zeitschriften, Bücher) zur Unterhaltung betrachten und lesen.
    • Hörbücher oder Musik im Radio anhören sowie Musik auf CD oder über das Internet nach ihrem individuellen Geschmack auswählen und anhören.
    • Filme unter Berücksichtigung der Altersfreigabe anschauen und sich mit anderen darüber austauschen.
    • alleine oder mit einem Partner am Computer z. B. ein Lern-, Abenteuer- oder Reaktionsspiel unter Berücksichtigung der Altersfreigabe und nur für eine angemessene Zeitdauer spielen.
  • achten auf Sicherheit im Umgang mit Medien, indem sie
    • Strategien zur sicheren Internetnutzung (z. B. sicheres Passwort, Firewall, Antivirenprogramm) anwenden.
    • prüfen, welche Informationen sie im Internet, z. B. über soziale Medien, preisgeben und sich bewusst sind, dass ungeschützte Informationen von jedem gelesen werden können.
    • Internetbekanntschaften mit der nötigen Vorsicht betrachten und sie kritisch und realistisch einschätzen.
    • Darstellungen in Medien hinsichtlich Objektivität, Realitätsgehalt und vermittelter Werte kritisch bewerten.
    • sich kritisch mit Werbung, Starkult und Gewalt in Medien auseinandersetzen.
    • gefährdende Inhalte wie Radikalismus und Gewaltverherrlichung in Medien erkennen und auf die Altersfreigabe von Medien achten.
    • die Kosten für Mediennutzungen (z. B. für Rundfunk, Fernsehen, Internet, Mobiltelefon, Abonnements) reflektieren und mit ihren finanziellen Mitteln abgleichen.