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Werken und Gestalten 3/4

WG3/4 Entwicklungsbezogene Kompetenzen

Die aufgeführten Kompetenzen beschreiben das Ergebnis eines fünfjährigen Lernprozesses. Die Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers. Die Kompetenzen werden anhand der Inhalte aus den Lernbereichen im Unterricht angebahnt.

WG3/4 Motorik und Wahrnehmung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen ihre individuelle hörtechnische Versorgung ggf. unter Anleitung durch die Lehrkraft situationsangemessen ein, um ihre Wahrnehmungsfähigkeit über den auditiven Kanal optimal auszuschöpfen.
  • gebrauchen je nach Unterrichtsinhalt und ggf. hingewiesen durch die Lehrkraft weitere Rezeptionskanäle, wie den taktilen und den olfaktorischen Sinn, um auf möglichst ganzheitlichem Wege Informationen und Erfahrungen zu sammeln.
  • kompensieren zum Teil die Leistung ihres auditiven Sinnes, indem sie Informationen über Werkstücke, Handlungsanweisungen und Sicherheitsvorschriften vor allem auf optischem Wege sammeln und nachfolgend mit Unterstützung auswerten.
  • begegnen Sprachverständnisproblemen, indem sie zusätzlich verfügbare Informationsquellen zunehmend selbständig zu Rate ziehen, deren Hinweise ggf. angeleitet aufnehmen und ausgleichend nutzen.
  • erkennen Phasen des Gestaltens als Hörpausen und nutzen diese ggf. unterstützt durch die Lehrkraft, um auf diesem Wege eine wichtige Strategie im Umgang mit ihrer Hörschädigung anzuwenden.

WG3/4 Denken und Lernstrategien

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen sich unterstützt durch die Lehrkraft handelnd mit ihrer Umwelt, mit Materialien und Techniken auseinander und erweitern auf diese Weise ihre bisher gesammelten Erfahrungen sowie ihr Repertoire an typischen Handlungsabläufen im Fach Werken und Gestalten.
  • nehmen angeleitet über die jeweils angesprochenen Sinne zusätzliche Informationen auf und erlernen auf diesem Wege den Wert einer kompensatorischen Informationsgewinnung.
  • reflektieren, begründen und bewerten nach ihren individuellen Möglichkeiten eigene Werkstücke und die der Mitschüler unter Beachtung vereinbarter Gestaltungskriterien und verwenden dabei weitgehend eigenständig entsprechendes Fachvokabular.
  • nutzen erarbeitete Fachbegriffe im Unterrichtsgespräch und zunehmend in der Kommunikation zu den Mitschülern und erweitern so auf sprachlicher Ebene ihre fachliche und Sozialkompetenz.

WG3/4 Kommunikation und Sprache

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • äußern sich mithilfe ihres jeweiligen Hauptkommunikationsmittels in spontanen, ungelenkten und angeleiteten Gesprächssituationen.
  • machen weitgehend selbständig auf die Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse in kooperativen Phasen aufmerksam und gehen ihrerseits Verständnis fördernd auf ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ein, indem sie vereinbarte Gesprächsregeln beachten sowie bereits erarbeitete Kommunikationstaktik unter besonderer Berücksichtigung der Hörtaktik beherzigen.
  • setzen Visualisierungsmaßnahmen ein, um zu einer gelingenden Kommunikation beizutragen.
  • formulieren Hilfestellungen und Rückmeldungen in eigenen Worten für andere verständlich, indem sie Satzstarter und -muster zu Hilfe nehmen.
  • kommunizieren nach ihren Möglichkeiten adressaten-, fach- und themengerecht, indem sie grundlegenden und Fachwortschatz in Schrift-, Laut- und ggf. Gebärdensprache angeleitet erweitern und diesen handlungsorientiert vertiefen und sichern.
  • verwenden erarbeitete und für die Beschreibung von Materialien und Arbeitsschritten typische Satzstrukturen.
  • setzen verbale, nonverbale, schriftsprachliche und anderweitig medial gegebene Anweisungen nach ihren individuellen Möglichkeiten kriterienorientiert um.
  • bestätigen unabhängig von ihrem Sprachentwicklungsstand und ihrer Kommunikationsform ihr Verständnis von Anweisungen und Handlungsabläufen, indem sie diese aktiv handelnd bewerkstelligen. Dabei nutzen sie unterstützend dargebotene Visualisierungsformen, wie z. B. das Tafelbild, Handlungs- und Kriterienkarten.

WG3/4 Emotionen und soziales Handeln

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen die Bedürfnisse anderer während kooperativer Phasen ggf. unter Hilfestellung durch die Lehrkraft wahr und berücksichtigen diese, indem sie erlernte Kommunikationsstrategien zur Anwendung bringen.
  • überdenken unter Anleitung ihr Verhalten in Kommunikationssituationen, optimieren dieses ggf. und sammeln auf diese Weise Erkenntnisse zum Handeln im Team und im Austausch mit anderen.
  • bewältigen nach ihren individuellen Möglichkeiten Situationen, welche nicht ausschließlich sprachlich, sondern durch Eigenkreativität, durch das Ausführen konkreter Abläufe und an Techniken und/oder Plänen orientierten Vorgehensweisen geprägt sind, und bauen auf diese Weise Selbstwertgefühl auf.
  • verleihen Emotionen und eigenen Vorstellungen in Gestaltungssituationen vor allem auf sprachfreier Ebene Ausdruck, indem sie gemäß ihren kreativen Möglichkeiten Werkstücke gestalten und gewinnen durch die Rückmeldung anderer an korrekter Selbsteinschätzung und -sicherheit.
  • betrachten kriterienorientiert Werkstücke von Mitschülerinnen und Mitschülern sowie eigene Werkstücke, reflektieren gelenkt und äußern ihre Meinung dazu in sozial angebrachter Form.

WG3/4 Lernbereich 1: Gestaltungselemente und Gestaltungsprinzipien

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben und unterscheiden Wirkungen von Gestaltungselementen und -prinzipien auf den Betrachter, finden dafür Beispiele aus Natur, Kunsthandwerk oder Design und nutzen ihre Erkenntnisse für eigene Gestaltungsvorhaben.
  • greifen aus bereitgestellten Büchern oder Zeitschriften geeignete Anregungen für eigene Gestaltungsideen heraus.
  • planen im Hinblick auf die Funktion der Gestaltung eigene Gestaltungsideen. Sie stellen ihre Skizzen unter Verwendung von Fachbegriffen vor und entwickeln sie im Austausch mit anderen weiter.
  • experimentieren mit Gestaltungselementen und Gestaltungsprinzipien, setzen sie gezielt am Werkstück um und berücksichtigen dabei Material, Technik und Funktion.
  • bewerten gemeinsam mit Mitschülerinnen und Mitschülern ihr Werkstück konstruktiv unter ästhetischen Gesichtspunkten und leiten daraus Erkenntnisse für künftige Gestaltungsprozesse ab.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Gestaltungselemente: Farbe, Form, Struktur und Textur
  • Gestaltungsprinzipien: Anordnung, Farbgebung, Proportionen
  • Funktionen der Gestaltung: ästhetische Funktion, symbolische Funktion, nützliche Funktion, imaginative Funktion
  • Fachbegriffe: Farbharmonien, Farbkontraste (z. B. Komplementärkontrast), Streuung, Häufung, Rapport, Symmetrie, Proportion, Design, Kunsthandwerk

WG3/4 Lernbereich 2: Materialien

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden verschiedene Materialien und beschreiben deren Eigenschaften unter Verwendung der Fachsprache.
  • wählen geeignete Materialien gezielt für ihr Werkstück aus und berücksichtigen dabei eigene Gestaltungsideen, die angestrebte Technik und die beabsichtigte Funktion.
  • vollziehen die Herkunft und Verarbeitung eines verwendeten Materials nach und bewerten es nach praktischen, gestalterischen und ökologischen Kriterien (z. B. Nachhaltigkeit).
  • wenden ihre Kenntnisse hinsichtlich eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgangs mit Materialien aufgabengerecht an.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Materialien: Metalldraht, Blech, Papier, Ton, Massivholz, textile Materialien, Perlen, Oberflächenveredelungen (z. B. Engobe oder Glasur, Lack oder Beize, Wachs oder Öl), Baumwollgarn, Baumwollstoff, nachwachsende Rohstoffe
  • Fachbegriffe: Metalldraht (z. B. Aluminiumdraht, Kupferdraht, Silberdraht), Blech, Papierwerkstoffe, Ton, Massivholz, Faserrichtung, Hartholz, Weichholz, Jahresringe, Laubbaum, Nadelbaum, Rundholz, Holzleisten, Holzbrett

WG3/4 Lernbereich 3: Arbeitstechniken und Arbeitsabläufe

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wählen gezielt aus bereitgestellten Büchern und Zeitschriften geeignete Arbeitsanleitungen aus und nutzen diese als Hilfe bei ihrer Arbeit.
  • gliedern den Arbeitsprozess selbständig in sinnvolle Teilschritte, wählen die notwendigen Werkzeuge aus und arbeiten dadurch systematisch.
  • wählen Werkzeuge und Hilfsmittel für die Durchführung bestimmter Arbeitstechniken aus und bereiten ihren Arbeitsplatz selbständig übersichtlich, bedürfnisgerecht und ergonomisch vor.
  • leiten aus der fachgerechten Anwendung von Arbeitstechniken sinnvolle Arbeitsregeln ab und begründen diese gegenüber ihren Mitschülerinnen und Mitschülern.
  • führen Arbeitstechniken sauber und gewissenhaft aus und erkennen den Zusammenhang zwischen Herstellungsprozess, Funktion und Erscheinungsbild eines Werkstückes.
  • reflektieren und bewerten Arbeitsprozesse (v. a. technische und gestalterische Umsetzung) und setzen die gewonnenen Erkenntnisse bei zukünftigen Aufgaben um.
  • erkennen und beschreiben unterschiedliche Arbeitstechniken, die bei der Herstellung von Gegenständen aus Kunsthandwerk, Handwerk oder industrieller Fertigung verwendet wurden.
  • stellen selbständig Regeln für die Bewertung von Werkstücken auf und äußern Kritik konstruktiv und respektvoll.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Arbeitstechniken: Entgraten, Glätten, Beschichten (z. B. Marmorieren, Drucken, Kleistertechnik), Anreißen, Ablängen, Spanen, Häkeln oder Stricken, Handnähen, gebundenes Sticken, Applizieren, Perlenweben oder Filzen
  • Arbeitsabläufe: Arbeitsschritte, Arbeitsplanung, Hilfsmittel
  • Fachbegriffe: Messen, Anreißen, Trennen, Entgraten, Biegen, Aufbauen aus Tonplatten oder Formen in der Hand, Hohlform, Brennen, Sägen, Raspeln, Feilen, Schleifen, feste Masche oder rechte Masche, einfache Naht, mehrteiliger Stich (z. B. Zickzackstich), Beschichten, Perlenweben oder Filzen, Applizieren, nachwachsende Rohstoffe

WG3/4 Lernbereich 4: Kulturelle Zusammenhänge

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gestalten gemeinsam einen Raum (z. B. Leseecke, Klassenzimmer) für einen besonderen Anlass im Jahreskreis.
  • beschreiben Besonderheiten traditioneller Objekte aus Kunsthandwerk oder Design und erkennen dadurch den besonderen Wert der eigenen und fremden Kultur.
  • vollziehen den Werdegang eines Materials vom Ursprung bis zum Endprodukt beschreibend nach (z. B. vom Schaf zur Wolle / zum Gewebe) und gewinnen dadurch Einblick in ein Berufsbild (z. B. Schäfer).
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • traditionelle Objekte: z. B. Tongefäße, Stickereien, Maschenware
  • Fachbegriffe: Kultur, Kunsthandwerk, Design
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