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Vergleichsauswahl 2

Ethik R7

gültig ab Schuljahr 2019/20

Eth7 Entwicklungsbezogene Kompetenzen

Die aufgeführten Kompetenzen beschreiben das Ergebnis eines fünfjährigen Lernprozesses. Die Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers. Die Kompetenzen werden anhand der Inhalte aus den Lernbereichen im Unterricht angebahnt.

Eth7 Motorik und Wahrnehmung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • handeln in verschiedensten alltäglichen Situationen verantwortungsbewusst, für sich und andere, indem sie ihre eignen Möglichkeiten und Grenzen in Zusammenhang mit ihrer individuellen Wahrnehmungsfähigkeit realistisch beurteilen.
  • reflektieren die Auswirkungen ihrer individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeit auf verschiedene Bereiche des Alltags, z. B. soziale Interaktion, und wenden Kompensationsstrategien gezielt an.
  • gehen mit Gefühlen, die sich aus dem Leben mit einer (Seh-)Einschränkung ergeben, reflektiert und konstruktiv um, indem sie diese benennen und sich ggf. Rat und Trost suchen.

Eth7 Denken und Lernstrategien

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen situationsbezogen individuelle optische Hilfsmittel, taktile Darstellungen und verbale Erläuterungen ein, um verschiedene visuelle mediale Darstellungsformen, z. B. von Krieg und Heldentum, zu erfassen.
  • reflektieren und beurteilen den Hilfsmittelaspekt elektronischer Medien und beschreiben individuelle Vor- und Nachteil der Nutzung.
  • entwerfen norm- und wertbezogene, unter Berücksichtigung ihrer individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten, Handlungsalternativen für verschiedene Situationen und wenden sie situationsbezogen an.
  • erklären die Bedeutung von Rechten und Pflichten, die sich aus einer Seheinschränkung ergeben, für das Zusammenleben in der Gemeinschaft.

Eth7 Kommunikation und Sprache

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • ziehen aufgrund von Mimik, Gestik und Körpersprache sowie aus zusätzlichen Informationen sprachlicher Äußerungen Rückschlüsse auf Empfindungen und Gefühle ihrer Mitmenschen, beschreiben diese und vergleichen sie mit den Eindrücken anderer, um soziale Interaktion positiv zu gestalten.
  • setzen verschiedene körpersprachliche Mittel bewusst ein, um sich nonverbal zu verständigen bzw. Gefühle und Empfindungen auszudrücken.
  • beschreiben Schwierigkeiten, die sich im Zusammenhang mit ihren individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten für sie, aber ggf. auch für Mitmenschen ergeben, und bitten in angemessener Form um Hilfe bzw. lehnen unangemessene Hilfsangebote ab.

Eth7 Emotionen und soziales Handeln

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gehen mit Misserfolgssituationen, Vorurteilen oder Erfahrungen des „Andersseins“, die sie im Zusammenhang mit ihrer Seheinschränkung erleben, konstruktiv um, indem sie Handlungsmöglichkeiten (z. B. aus Fehlern lernen, Mut fassen) anwenden.
  • nehmen bewusst wahr, was ihnen für die augenblickliche und zukünftige Gestaltung ihrer Lebenswelt wichtig ist, indem sie Stärken und Schwächen, individuelle Grenzen in Zusammenhang mit ihren individuellen visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten, (Unterstützungs-)Bedürfnisse, Präferenzen und Werthaltungen reflektieren und beschreiben.
  • berücksichtigen bewusst die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und finden Lösungen, wenn diese im Konflikt mit ihren individuellen Unterstützungsbedürfnissen stehen.
  • finden auch unter dem Erleben individueller Einschränkungen Möglichkeiten eigener Selbstverwirklichung in ihrem privaten und beruflichen Lebensumfeld.

Eth7 Lernbereich 1: Sich für andere einsetzen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • versetzen sich emotional in die Lage anderer Menschen, um deren Bedürfnisse zu erkennen.
  • machen sich eigenes und mögliches gutes Handeln anhand von Beispielsituationen (z. B. Wohltätigkeit oder Unterstützung im Bedürfnisfall) bewusst.
  • sind sich der Möglichkeiten und Grenzen, anderen zu helfen, bewusst, erkennen Situationen, in denen ihre Hilfe benötigt wird, und zeigen Bereitschaft, zu helfen.
  • beurteilen Vorbilder aus Geschichte und Gegenwart hinsichtlich ihres Beitrags zum Guten und der von ihnen vertretenen Werte.
  • tun Gutes im schulischen Umfeld (z. B. als Klassenpatin oder ‑paten) und setzen sich mit den positiven, aber auch möglichen negativen Reaktionen bewusst auseinander.
  • erleben ihr eigenes Leben, u. a. im guten Handeln, als wertvoll.
  • verstehen soziales Engagement als eine Voraussetzung für eine humane Gesellschaft.
  • nehmen Stellung zu moralischen Dilemmata und argumentieren dabei sachangemessen und wertbezogen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Begriff gut: qualitative Einschätzung, Charaktereigenschaft und Handlungsmaxime; Abgrenzung zu böse und schlecht; bewusste Handlung versus unbewusstes Tun; Wert, sozial
  • Möglichkeiten und Grenzen, zu helfen; Situationen, in denen Hilfe benötigt wird
  • Vorbilder in Geschichte (z. B. Hermann Gmeiner), Gesellschaft, Sport oder persönlichem Umfeld (z. B. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr oder des THW, Betreuerinnen und Betreuer von älteren Menschen); Gründe für deren Bedeutung als Vorbilder
  • eigenes Engagement (z. B. Lernpatenschaften, Pausenordnerinnen und ‑ordner, Streitschlichterinnen und ‑schlichter, Spenden sammeln, Nachbarschaftshilfe)
  • weltweites soziales Engagement von Non-Profit- und Hilfsorganisationen; soziales Engagement der Kirchen; Tätigkeitsfelder, Möglichkeiten der Beteiligung und Unterstützung
  • Begriff Wertekonflikt; moralische Dilemmata mit konkurrierenden Werten (z. B. Warenhausdiebstahl: Freundschaft – Ehrlichkeit)

Eth7 2.1 Sich selbst kennen und mit sich selbst klarkommen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben eigene Stimmungen und Gefühlslagen in alterstypischen Situationen.
  • regulieren eigene Gefühle in typischen Lebenslagen und kontrollieren mithilfe einfacher Methoden ihre Handlungen.
  • reflektieren die Veränderungen, die in der Pubertät mit ihrem Körper, ihren Interessen und ihren Beziehungen zu wichtigen Bezugspersonen eintreten.
  • stehen zu ihren persönlichen Eigenheiten (z. B. Interessen oder körperlichen Merkmalen) und vertrauen auf eigene Stärken.
  • geben anderen konstruktives Feedback und gehen selbst mit dem Feedback von anderen zu eigenen Handlungen, Worten oder auch ihrer Person angemessen um.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Veränderungen in der Pubertät: psychisch, körperlich, sozial
  • typische Gefühl (z. B. Ablehnung, Euphorie, Enttäuschung, Unsicherheit)
  • körperliche Anzeichen von Gefühlen (z. B. Mimik, Körpersprache)
  • mögliche Regulationsmethoden (z. B. Atmen und Zählen, Methode des lauten Denkens, Entspannungstechniken)
  • Blick auf eigene Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen; Selbstvertrauen, Selbstbehauptung und deren Grenzen
  • Regeln für konstruktives Feedback
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

Eth7 2.2 Mit Gleichaltrigen gut zurechtkommen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen ihre Rolle in der Gleichaltrigengruppe bewusst wahr und nutzen für ihre Identitätsfindung Meinungen, Haltungen und Lebensentwürfe anderer als Orientierungshilfe.
  • zeigen Bereitschaft, selbstbewusst und nach ethischen Kriterien über die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen zu entscheiden.
  • vertreten in der Gleichaltrigengruppe in strittigen Fragen einen begründeten eigenen Standpunkt und zeigen Bereitschaft zu zivilcouragiertem Handeln.
  • unterscheiden bei alterstyischen Konflikten vordergründige Anlässe und tiefer liegende Motive und entwickeln Lösungen.
  • wenden grundlegende Strategien gewaltfreier Kommunikation im Konflikt unter Gleichaltrigen situativ angemessen an (z. B. im szenischen Spiel).
  • tragen zur Beendigung von Mobbingfällen bei.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bedeutung der Gleichaltrigengruppe: Wir-Gefühl, Geborgenheit, gemeinsame Freizeitgestaltung außerhalb des Elternhauses, Teilen gleicher Probleme, Annäherung an das andere Geschlecht
  • Entscheidungskriterien für Gruppenzugehörigkeit (z. B. politische Ausrichtung, Gewaltlosigkeit, Stärkung der Identität)
  • mögliche negative Aspekte einer Gruppe (z. B. Gruppendruck, Ausgrenzung, Uniformierung, Verhaltensänderung z. B. durch Alkohol, Drogen)
  • Begriff Zivilcourage, Beispiele für zivilcouragiertes Verhalten
  • vordergründige Anlässe für Konflikte (z. B. Neid, Langeweile, Missverständnisse, Provokation, Aggression, Wut); tiefer liegende Motive (z. B. Wunsch nach Anerkennung, Egoismus, Unzufriedenheit, Gefühl der Benachteiligung)
  • gewaltfreie Kommunikation (M. B. Rosenberg); Begriff Kompromiss; Möglichkeiten, Kompromisse zu schließen
  • Mobbing: Möglichkeiten zur Vermeidung bzw. Beendigung, Wirkung auf die Betroffenen

Eth7 3.1 Den Wert der Natur erkennen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen ausgehend von den eigenen Alltagserfahrungen bewusst wahr, welche unterschiedlichen Bedeutungen die Natur für den Menschen hat.
  • sind sich der Sonderstellung des Menschen als Natur- und Vernunftwesen bewusst und sehen sich als Teil der Natur.
  • setzen sich mit dem Wert der Natur für den Menschen auseinander und formulieren Gründe für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.
  • berücksichtigen den Zusammenhang zwischen den Lebensgewohnheiten und Umweltproblemen und nehmen Folgen ihres Konsumverhaltens für die Lebensbedingungen von Tieren wahr.
  • zeigen Bereitschaft für einen verantwortungsvollen und bewahrenden Umgang mit der Natur und tragen in ihrem Schul- und Lebensalltag aktiv zum Schutz von Natur und Umwelt bei.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • persönliche Erfahrungen und eigener Naturbegriff (z. B. Natur als Lebensgrundlage, als Erholungsraum, als ästhetisches Erlebnis)
  • Mensch als Natur- und Vernunftwesen
  • Wert der Natur und Gründe für Naturschutz u. a. ästhetische Bedeutung, Natur als Heimat, Natur als Lebensgrundlage (Basic-Needs-Argument), Natur als Vorbild für Forschung und Technik (z. B. Lotuseffekt), Natur als Quelle angenehmer Empfindungen (Aisthesis-Argument), Empfindungsfähigkeit von Tieren
  • Ziele und Grenzen von Naturschutz
  • Umweltprobleme (z. B. Luftverschmutzung, Waldsterben, Regenwaldabholzung)
  • Problembereiche im Umgang mit Tieren (z. B. Tiere als Nahrungsmittel, Tierversuche, Massentierhaltung); Zerstörung natürlicher Lebensräume
  • konkrete Handlungsmöglichkeiten (z. B. Kauf langlebiger bzw. regional-saisonaler Produkte, Einsparung von Ressourcen, Müllvermeidung)
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

Eth7 3.2 Mensch und Natur in Religionen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • vergleichen die Natur- und Menschenbilder von Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus und achten die religiösen Überzeugungen der Gläubigen.
  • überprüfen Gedanken aus den Weltreligionen über einen ethisch verantwortlichen Umgang mit der Natur und entwickeln eigene Vorstellungen dazu.
  • nehmen den Einfluss religiöser Naturvorstellungen auf das Alltagsleben wahr und stellen ggf. einen Bezug zum eigenen Leben her.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • religiöse Schöpfungserzählungen und Mythen als Ausdruck menschlicher Selbst- und Weltdeutung
  • Hinduismus und Buddhismus: Wiederverkörperung (Reinkarnation) der Seele in Pflanzen und Tieren; Hinduismus: das Göttliche (brahman) in allen Wesen; Judentum, Christentum und Islam: Sonderstellung des Menschen, Verantwortlichkeit für die Schöpfung (z. B. Gen 2,15)
  • Gebot des Nichtverletzens (ahimsa) von Lebendigem in Buddhismus und Hinduismus; Eigenwert der Natur und Schutzverpflichtung im Judentum, Christentum und Islam (z. B. Sabbatjahr, Lev 25,2-4; Achtung der Tiere als Mitgeschöpfe, Dtn 25,4, Ex 20,10, Sure 6)
  • Einfluss religiöser Naturvorstellungen auf das Alltagsleben (z. B. Vegetarismus im Hinduismus und Buddhismus, Speisevorschriften wie halal und koscher, Arbeitsverbot auch für Tiere am Sabbat, Schächten)
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