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Vergleichsauswahl 2

Evangelische Religionslehre R7

gültig ab Schuljahr 2019/20

Inklusion Inklusion

ER7 Entwicklungsbezogene Kompetenzen

Die aufgeführten Kompetenzen beschreiben das Ergebnis eines fünfjährigen Lernprozesses. Die Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers. Die Kompetenzen werden anhand der Inhalte aus den Lernbereichen im Unterricht angebahnt.

ER7 Motorik und Wahrnehmung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bringen in Gesten, Standbildern und Rollenspielen Inhalte des Religionsunterrichts zum Ausdruck.
  • formulieren entsprechend ihrer Sehbeeinträchtigung ihre Bedürfnisse, wie sie Zugänge zu Symbolen und Kirchenräumen finden können.
  • bringen ihre Eindrücke der Inhalte des Religionsunterrichts mit für sie individuell geeigneten Techniken (Sprechszenen, Hörspielen, Installationen, digitale Technik) in komplexer Form zum Ausdruck.

ER7 Denken und Lernstrategien

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden selbständig und differenziert Hilfsmittel und Blindentechniken (auch in digitaler Form) zum Erschließen der Inhalte des Religionsunterrichts, vor allem biblischer Texte, an.
  • entwickeln komplexe eigene Metaphern und Symbole für religiöse Inhalte, die ihrer Wahrnehmung als Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung angemessen sind.
  • setzen sich kritisch und konstruktiv mit religiösen Deutungsmustern aufgrund ihrer Lebenserfahrungen und existenziellen Fragen als Menschen mit Lebenserschwernissen auseinander.

ER7 Kommunikation und Sprache

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • kennen, fordern und gestalten selbstorganisiert eine Gesprächsatmosphäre, die ihnen eine gute Teilhabe an Kommunikationsprozessen ermöglicht.
  • wenden nonverbale Kommunikation angemessen an und verfügen über Lösungsansätze für Situationen, in denen das eingeschränkte Sehvermögen zu Schwierigkeiten führt.

ER7 Emotionen und soziales Handeln

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beurteilen kritisch christliche Antwortversuche auf die Theodizee-Frage in Bezug zur eigener Lebenssituation und Sehbeeinträchtigung.
  • setzen sich differenziert mit der christlichen Zusage der Liebe Gottes im Bezug zur eigenen Lebenssituation als Mensch mit Behinderung auseinander.
  • entwickeln ein tragfähiges, realistisches Selbstkonzept, das durch das Wissen um die Liebe und Annahme Gottes getragen wird.
  • verstehen Trauerprozesse als „normale“ Krisenverarbeitung und vergleichen dieses Wissen mit ihrem eigenen Erleben.
  • diskutieren und beurteilen Deutungen von biblischen Heilungsgeschichten auf dem Hintergrund der Existenz von Behinderungen.
  • bringen die emotionalen Aspekte des Themas Partnerschaft und Sexualität angemessen zur Sprache und reflektieren es unter dem Aspekt des Lebens mit Behinderung.

ER7 Lernbereich 1: Die Zehn Gebote – Freiheit und Orientierung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • begründen an Beispielen aus dem eigenen Lebensumfeld die Notwendigkeit von Werten, Normen und Geboten zum Schutz der eigenen Person, der Familie, der Mitmenschen und der Gemeinschaft.
  • deuten den Erzählzusammenhang der Zehn Gebote und zeigen auf, wie sie Zeichen der Freiheit und Wegweiser sein können für das Verhältnis zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander.
  • erläutern, inwiefern es in bestimmten Situationen schwierig sein kann, Entscheidungen im Sinn der Zehn Gebote zu treffen; sie zeigen an Beispielen auf, wie die Zehn Gebote zur Orientierung für das eigene Verhalten und Handeln werden können.
  • geben die Zehn Gebote wieder, stellen Bezüge zum Doppelgebot der Liebe her und erläutern, wie diese zu Worten der Freiheit und des Lebens werden können.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Werte, Normen und Gebote als Hilfe für gelingendes Leben in einer Gemeinschaft (z. B. in der Klasse, der Familie, im Staat, Regeln zum Schutz von Eigentum, Schutz gegen Gewalt – etwa Cybergewalt, Mobbing, Körperverletzung, sexuelle Gewalt)
  • Erzählzusammenhang der Zehn Gebote: Gott schließt einen Bund, Erinnerung an die Befreiung aus der Sklaverei (Ex 20,1 ff.), Zeichen der Freiheit
  • die Zehn Gebote als Orientierung für ethisches Urteilen und Handeln in konkreten Alltags- und Dilemmasituationen
  • das Doppelgebot der Liebe als Zusammenfassung der Zehn Gebote: Nächstenliebe als Folge und Ausdruck der Gottesliebe
  • die Zehn Gebote und das Doppelgebot als Worte der Freiheit und des Lebens anhand von Beispielen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
  • Memoriertext: die Zehn Gebote

ER7 Lernbereich 2: Auf dem Weg zu gelingendem Leben – Scheitern und Neubeginn

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bringen ihre Wünsche und Träume für gelingendes Leben zum Ausdruck und tauschen sich darüber aus.
  • reflektieren Erfahrungen von unerfüllten Hoffnungen und von Neubeginn nach Scheitern in Alltagssituationen und formulieren eigene Einsichten.
  • beschreiben, in welchen Situationen und Erfahrungen von Scheitern Schuld eine Rolle spielt, und bringen biblische Impulse zu Schuld und Vergebung ein.
  • stellen an ausgewählten Beispielen dar, wie Menschen mit Lebenskrisen umgegangen sind und sie überwunden haben.
  • deuten biblische Texte von der Zuwendung Gottes als Lebensermutigung sowie Lebenshilfe und entwickeln daraus eigene Ideen für gelingendes Leben.
  • erschließen sich einen Informationspool in Bezug auf Personen und Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche in krisenhaften Situationen beraten, auf den sie selbst zurückgreifen können und den sie gezielt an andere Jugendliche in Problemsituationen weitergeben können.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Wünsche und Träume der Schülerinnen und Schüler für ihr Leben
  • Erfahrungen von Neubeginn, von Vergebung nach Scheitern, von Schuld im persönlichen Umfeld (z. B. in der Familie, der Schule, der Clique, in Alltagssituationen)
  • biblische Impulse zu Schuld und Vergebung (z. B. Jesu Wort vom Vergeben (Mt 18,21 ff. „Schalksknecht“), Bezug zum Vaterunser)
  • Lebensbilder von Menschen, denen ein Neuanfang nach einer Krise gelang (z. B. biblische Gestalten wie Petrus, Menschen aus Sport oder Politik, ggf. Personen aus dem Umfeld der Schülerinnen und Schüler)
  • biblische Texte von der Zuwendung Gottes (z. B. das Gleichnis vom nachts bittenden Freund (Lk 11,5-8), Gleichnis vom guten Vater (Lk 15,11-32))
  • Aspekte gelingenden Lebens wie Zuwendung, Gerechtigkeit, Versorgung der Grundbedürfnisse sowie Formen des persönlichen Umgangs mit Schuld und Scheitern
  • unterschiedliche Angebote von Einrichtungen der Kirchen und anderer Träger, die Kinder und Jugendliche in Krisen beraten
Für den Förderschwerpunkt Sehen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben Phasen der Krisenverarbeitung.
  • entwickeln und evaluieren eigene Ideen für gelingendes Leben trotz körperlicher und gesundheitlicher Krisen und Einschränkungen wie Blindheit oder Sehbehinderung.
  • reflektieren, dass Scheitern aufgrund von Behinderungen oder anderen Benachteiligungen in keinem Zusammenhang zu Schuld steht.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Modelle zur Verarbeitung von Lebenskrisen
  • Lebensbilder von Menschen mit Behinderungen oder Menschen in prekären Lebensumständen, die ihr Leben bewältigen und meistern

ER7 Lernbereich 3: Kirche im Wandel – Entstehung und Entwicklung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erklären die Bedeutung von Pfingsten und des Heiligen Geistes für die Entstehung der Kirche und im kirchlichen Leben heute.
  • beschreiben das Leben der ersten Gemeinden und ihr Ringen um gemeinsame Überzeugungen und Ausdrucksformen und deuten diese als Merkmal christlicher Gemeinschaft.
  • zeigen an ausgewählten Beispielen des Wirkens von Paulus sowie anderer Männer und Frauen der Kirchengeschichte, dass Entwicklung und Leben von Kirche damals und heute mit dem persönlichen Glauben und Engagement von Christinnen und Christen verknüpft sind.
  • reflektieren, wie Kirche auf geschichtliche Situationen mit Veränderungen in Erscheinungsform und kirchlichem Leben reagiert, und bringen ihre eigene Vorstellung von Kirche zum Ausdruck.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Pfingstgeschichte in Auszügen (Apg 2,1-36) und Pfingsten als Fest im Kirchenjahr
  • Heiliger Geist (z. B. als Gegenwart Gottes, Lebensatem (Gen 2,7; Hesekiel 37,1 ff.), Mut machende Kraft (Joh 14,15 ff.))
  • Leben und Glauben in den ersten Gemeinden und das Wirken des Paulus (z. B. Apg 2,42-47, Apg 4,32-37, Apg 9 in Auswahl, Apg 16,14-15, 1. Kor 12,12 ff., Gal 2 in Auswahl, Gal 3,26-28)
  • Glaube und Engagement von Christinnen und Christen (z. B. Personen der regionalen Kirchengeschichte, Ordensgründerinnen und ‑gründer wie Clara von Assisi, Theologinnen und Theologen wie Dietrich Bonhoeffer, Dorothee Sölle, Desmond Tutu)
  • Kirche und ihre Erscheinungsformen im Wandel (z. B. von der Verfolgung zur Staatsreligion, Ausbreitung des Christentums, Kirche im 20. und 21. Jahrhundert)
  • eigene Vorstellungen von Kirche: Anfragen, Wünsche, Visionen

ER7 Lernbereich 4: Verantwortung übernehmen – diakonisches Lernen und Handeln

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen sich selbst und andere Menschen differenziert in ihrer Hilfsbedürftigkeit wahr und erkennen Hintergründe und Handlungsbedarf.
  • geben das Doppelgebot der Liebe wieder und erläutern anhand weiterer biblischer Texte, wie christlicher Glaube zu diakonischem Engagement herausfordert.
  • geben Auskunft über Projekte und Einrichtungen der Diakonie vor Ort und über Arbeitsplätze in sozial-diakonischen Einrichtungen, auch im Blick auf die eigene Berufsfindung.
  • hinterfragen ihre Einstellung gegenüber Menschen, die Unterstützung brauchen, diskutieren Gründe und Motivation für eigenes diakonisches Handeln und entwickeln Möglichkeiten, sich vor Ort zu engagieren.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Menschen aus dem Lebens- und Erfahrungsumfeld der Schülerinnen und Schüler, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind (z. B. Menschen mit Behinderung, Flüchtlinge, alte Menschen, Minderheiten)
  • das Doppelgebot der Liebe und Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25 ff.), weitere biblische Texte, die diakonisches Handeln begründen (z. B. Werke der Barmherzigkeit (Mt 25,34 ff.), Wahl der sieben Armenpfleger (Apg 6,1-7))
  • Projekte und Einrichtungen der Diakonie vor Ort, diakonische Berufsbilder
  • diakonisches Lernen an einem konkreten Beispiel im Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler
  • Memoriertext: Doppelgebot der Liebe (Lk 10,27)

ER7 Lernbereich 5: Jüdischer Glaube und jüdisches Leben

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erklären wichtige Elemente jüdischer Religion und Kultur und erläutern deren Vielgestaltigkeit im 21. Jahrhundert.
  • veranschaulichen anhand der Lebensgeschichte einer Jüdin oder eines Juden einen Aspekt jüdischer Geschichte in Europa.
  • erklären die besondere Bedeutung des Judentums für das Christentum und leiten aus Beispielen jüdisch-christlichen Miteinanders ab, wie eine respektvolle Haltung und Begegnung aussehen kann.
  • setzen sich kritisch mit antisemitischen Äußerungen und Handlungen auseinander und üben Möglichkeiten einer angemessenen Reaktion ein.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • wichtige Elemente jüdischer Religion und Kultur: Synagoge, Tora, Gebet, Sabbat, ausgewählte Symbole und Feste, ggf. Beschneidung, koscheres Essen, Klezmermusik
  • Orte jüdischen Lebens und jüdischer Kultur, ggf. persönliche Begegnung mit Jüdinnen und Juden
  • Vielgestaltigkeit zwischen Orthodoxie und liberalem Judentum
  • ein Aspekt jüdischer Geschichte (z. B. Leben im Mittelalter, während der Industrialisierung, im Nationalsozialismus)
  • Lebensbilder, nach Möglichkeit mit regionalem Bezug
  • besondere Bedeutung des Judentums für das Christentum (z. B. anhand von Heiliger Schrift, Sabbat bzw. Sonntag, den Zehn Geboten, Nächstenliebe)
  • Beispiele jüdisch-christlichen Miteinanders (z. B. gemeinsame Bildungsveranstaltungen, Woche der Brüderlichkeit, Jugendbegegnungen)
  • Beispiele für antisemitische Äußerungen und Handlungen aus dem Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler
  • Möglichkeiten einer angemessenen Reaktion (z. B. gewaltfreies Reden und Handeln, Zivilcourage)
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