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Vergleichsauswahl 2

Gesundheitswirtschaft und Recht 12 oder 13 (erweiterndes Wahlpflichtfach GH)

gültig ab Schuljahr 2018/19

Insgesamt stehen sieben Module zur Auswahl. Aus den sieben angebotenen Modulen sind drei auszuwählen.

GwR12/13 Lernbereich 1: Ein Unternehmen im Gesundheitswesen strategisch ausrichten (ca. 19 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beurteilen die Besonderheiten der Erstellung von Dienstleistungen im Gesundheitswesen im Vergleich zu industriellen Produktionsprozessen, indem sie den betrieblichen Transformationsprozess hinterfragen.
  • analysieren die Geld- und Güterströme zwischen einem Unternehmen im Gesundheitswesen, dem Staat und den Leistungsnehmern, um die gegenseitigen Wechselwirkungen zu erkennen.
  • erstellen im Hinblick auf ein Unternehmensleitbild einen Zielkatalog, indem sie geeignete Ziele für ein Unternehmen im Gesundheitswesen formulieren, und analysieren, wie diese sich gegenseitig beeinflussen.
  • wählen die geeignete Rechtsform für ein Unternehmen im Gesundheitswesen anhand bestimmter Kriterien aus und verwenden dazu Gesetzestexte.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Besonderheiten von Dienstleistungen: fehlende Gegenständlichkeit, Zusammenfall von Erstellung und Absatz, Mitwirkung des Leistungsnehmers, Principal-Agent-Problem
  • Dreiecksverhältnis von Leistungserbringer, Kostenträgern und Leistungsnehmer
  • besondere Ziele von Unternehmen im Gesundheitswesen, z. B. Bedarfsdeckung und Gemeinwohlorientierung, Kostendeckung, Minimierung von Zuschüssen
  • je eine Personengesellschaft (z. B. OHG, KG, e. K., GbR), Kapitalgesellschaft (z. B. gGmbH, GmbH, AG), öffentlicher Betrieb mit eigener Rechtspersönlichkeit (z. B. Körperschaften, Anstalten), öffentlicher Betrieb ohne eigene Rechtspersönlichkeit (z. B. Eigenbetriebe, Regiebetriebe)
  • Kriterien: Rechtsgrundlagen, Anforderungen für die Gründung, Rechtsfähigkeit, Organe, Geschäftsführung und Vertretung, Haftung, mögliche Gewinnverteilung

GwR12/13 Lernbereich 2: Liquide Mittel für ein Unternehmen im Gesundheitswesen beschaffen (ca. 19 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • identifizieren Finanzierungsanlässe für ein Unternehmen im Gesundheitswesen und führen die kurzfristige Finanzplanung durch, indem sie Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge gegenüberstellen, um so den Liquiditätsbedarf zu ermitteln.
  • analysieren die Möglichkeiten zur Deckung des Liquiditätsbedarfs für ein Unternehmen im Gesundheitswesen und berücksichtigen dabei sowohl die klassisch betriebswirtschaftlichen Finanzierungsformen als auch Sonderformen der Finanzierung für Unternehmen im Gesundheitswesen sowie Zuschüsse der öffentlichen Kostenträger und Leistungsentgelte der Sozialleistungsträger. Auf Grundlage ihrer Analyse entscheiden sie sich für die optimale Finanzierung.
  • reflektieren die Notwendigkeit der öffentlichen Finanzierung von Unternehmen im Gesundheitswesen durch den Staat und die Sozialleistungsträger, um die besondere Rolle, die die öffentliche Hand bei der Finanzierung übernimmt, wertzuschätzen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Aufgaben der kurzfristigen Finanzplanung anhand Finanzplan oder Haushaltsplan oder Wirtschaftsplan
  • Eigen-, Fremd-, Innen-, Außenfinanzierung
  • besondere Finanzierungsmöglichkeiten, z. B. Einnahmen durch das Angebot von Selbstzahler-Leistungen, Fördermittel von Stiftungen

GwR12/13 Lernbereich 3: Den Erfolg eines Unternehmens im Gesundheitswesen analysieren (ca. 19 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • berechnen mithilfe von betrieblichen Unterlagen und unter Einsatz eines Tabellenkalkulationsprogramms die anfallenden Kosten und ordnen diese verschiedenen Kostenarten zu. So entwickeln sie ein Bewusstsein für die große Bedeutung der Personalkosten in einem Unternehmen im Gesundheitswesen.
  • untersuchen die Kosten im Hinblick auf die Veränderungen bei Beschäftigungsschwankungen, teilen sie in fixe und variable Kostenarten auf, um so den vorhandenen Handlungsspielraum bei Beschäftigungsänderungen einzuschätzen.
  • berechnen die Leistungen eines Unternehmens im Gesundheitswesen, diskutieren die Probleme der Leistungsmessung und entwickeln mögliche Lösungsansätze.
  • ermitteln mithilfe der Kosten und der Leistungen den Erfolg eines Unternehmens im Gesundheitswesen und stellen die Erfolgssituation auch mithilfe einer geeigneten Software grafisch dar.
  • beurteilen den Erfolg eines Unternehmens im Gesundheitswesen mithilfe von Kennzahlen und berücksichtigen dabei den sozialen Mehrwert, der geschaffen wird.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kostenarten: Personalkosten, Sachkosten, Investitionskosten
  • Abgrenzung pagatorischer und wertmäßiger Kosten
  • Löhne, Gehälter, Personalzusatzkosten, Personalverwaltungskosten
  • Berechnung unterschiedlicher Erfolgssituationen
  • grafische Darstellung von Gesamtkosten und Gesamtleistungen
  • Kennzahlen: Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Eigenkapitalerhalt

GwR12/13 Lernbereich 4: Für ein Unternehmen im Gesundheitswesen Personal einsetzen und führen (ca. 19 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • ermitteln den aktuellen Personalbedarf einer Abteilung eines Unternehmens im Gesundheitswesen anhand ausgewählter Personalschlüssel.
  • prüfen Arbeitsverträge in Bezug auf die Einhaltung personalrechtlicher Regelungen aus Arbeits- und Sozialrecht, Tarifrecht und Betriebsvereinbarungen.
  • setzen sich unter Verwendung von Gesetzestexten umfassend und kritisch mit den Rechten und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern auseinander, um Konfliktsituationen zu bewältigen.
  • wenden Maßnahmen der Motivationstheorie an, um die ex- und intrinsische Motivation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu steigern.
  • gestalten mithilfe von Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment Arbeitsabläufe abwechslungsreich.
  • wählen passende Arbeitszeitmodelle unter Berücksichtigung der Lebensbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Personalschlüssel, z. B. aufgrund der Pflegegrade
  • gesetzliche Vorschriften, z. B. Bundesurlaubsgesetz, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
  • Tarifrecht: Tarifverhandlungen, Abschluss von Tarifverträgen, Arten von Tarifverträgen, z. B. Entgelt-, Manteltarifvertrag
  • Konfliktsituationen, z. B. anfechtbare und nichtige Arbeitsverträge, Lohnausfall, Nichtbeschäftigung, Fehlverhalten des Arbeitnehmers
  • Arbeitszeitmodelle, z. B. Gleitzeit, Schichtarbeit, Vertrauensarbeitszeit, Teilzeit

GwR12/13 Lernbereich 5: Dienstleistungen des Gesundheitswesens vermarkten (ca. 19 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren aktuelle Ergebnisse der Marktforschung, um Marketingziele für ein Unternehmen im Gesundheitsbereich abzuleiten.
  • konzipieren einen kreativen Marketingmix, um die Dienstleistungen erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, und beachten dabei die Besonderheiten des Gesundheitsmarktes.
  • vertreten ihr Marketingkonzept im freien Vortrag mithilfe einer Präsentationssoftware anschaulich und überzeugend.
  • überprüfen und bewerten nach Umsetzung des Marketingkonzeptes den Grad der Zielerreichung und leiten daraus zukünftige Maßnahmen ab.
  • wägen Vor- und Nachteile einer Kooperation mit anderen Unternehmen im Gesundheitsbereich bezüglich des Marketings ab und treffen eine begründete Entscheidung über das Ausmaß einer Zusammenarbeit.
  • reflektieren im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Handeln und ethischen, moralischen und rechtlichen Sichtweisen ihr Tun und Handeln begründet.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • entscheidungsrelevante Informationen, z. B. Patientenwünsche, Entwicklung des Marktes
  • Marketingziele, z. B. Patientenzuwachs, Patientenzufriedenheit
  • Marketing-Mix: Produkt- und Leistungspolitik, Distributionspolitik, Kontrahierungspolitik, Kommunikationspolitik
  • Besonderheiten des Gesundheitsmarktes, z. B. Arztwerberecht, Leistungskatalog, Individuelle Gesundheitsleistungen

GwR12/13 Lernbereich 6: Familien in besonderen Lebensumständen beraten (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren die Lebenssituation von Familienmitgliedern, die betreuungsbedürftige Personen im Haushalt umsorgen, um die geeignete Dokumentationsform für zukünftige Entscheidungen hinsichtlich der umsorgten Person auszuwählen.
  • erzeugen bei den Familienangehörigen Verständnis für die Notwendigkeit, einen Betreuer seitens des Gerichts zu bestellen, um eine qualifizierte Betreuung durch einen Außenstehenden oder ein Familienmitglied zu gewährleisten.
  • wählen die passenden Aufgabenbereiche eines Betreuers für die entsprechende Lebenssituation der zu betreuenden Person aus.
  • reflektieren ihre gegenwärtige Lebenssituation und entscheiden sich, ob sie eine Patientenverfügung, eine Vorsorgevollmacht und/oder eine Betreuungsverfügung verfassen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Dokumentationsformen: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung
  • Aufgaben des Betreuers, z. B. Vermögenssorge, Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmung

GwR12/13 Lernbereich 7: Als Marktteilnehmer agieren (ca. 26 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren einen vollkommenen polypolistischen Markt, z. B. eine Börse, hinsichtlich der Gebote für Kauf- und Verkaufsorders für ein marktfähiges Gut unter Berücksichtigung der Handlungsmotive und Handlungsmöglichkeiten.
  • ermitteln mithilfe des Markt-Preis-Modells den Marktpreis, beurteilen das Marktergebnis und wertschätzen so die marktwirtschaftliche Ordnung als Voraussetzung für Wohlstand und Freiheit.
  • evaluieren die Lage der Marktteilnehmer, die vom Marktgeschehen ausgeschlossen werden und diskutieren die Grenzen der Koordination durch Märkte.
  • analysieren staatliche Eingriffe in das Markt-Preissystem und beurteilen die Auswirkungen der Eingriffe für die betroffenen Marktteilnehmer.
  • untersuchen die Besonderheiten des Gesundheitsmarkts, würdigen kritisch Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Interventionen am Gesundheitsmarkt und analysieren die dort bestehenden Marktbeziehungen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Handlungsmotive: Nutzenmaximierung, Gewinnmaximierung, ökonomisches Prinzip
  • Modellbildung: Nachfragefunktion, Angebotsfunktion, Konsumentenrente, Produzentenrente, (jeweils mit grafischer Darstellung), Funktionen des Marktpreises
  • marktkonforme Eingriffe, z. B. Steuern, Subventionen, Transferleistungen
  • nichtmarktkonforme Eingriffe, z. B. Mindestpreise, Höchstpreise
  • Besonderheiten des Gesundheitsmarkts: öffentliche und meritorische Güter
  • Formen staatlicher Intervention, z. B. Konsumzwang, öffentliches Angebot, administrierte Preise