Lehrplan PLUS

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Wirtschaft und Recht

Das angegebene Fachprofil wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

1 Selbstverständnis des Faches Wirtschaft und Recht und sein Beitrag zur Bildung

Ökonomisches Handeln ist wesentlicher Bestandteil unseres Zusammenlebens. Der Unterricht im Fach Wirtschaft und Recht befähigt die Schülerinnen und Schüler als mündige Wirtschaftsbürger in ihrem persönlichen Lebensumfeld selbstbestimmt ökonomisch zu handeln, in der Gesellschaft wirtschaftliche sowie rechtliche Rahmenbedingungen mit zu gestalten und solidarisch Verantwortung für andere zu übernehmen.

Dazu erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, mit denen sie aus der Perspektive von Konsument, Arbeitnehmer, Unternehmer oder Staatsbürger Problemstellungen kriterienorientiert analysieren, beurteilen und lösen können.

Das im Fach Wirtschaft und Recht erworbene Strukturwissen ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, ökonomisches Verhalten unterschiedlicher Akteure und wirtschaftliche Systemzusammenhänge zu analysieren, rechtliche Rahmenbedingungen zu verstehen und vor diesem Hintergrund Konfliktsituationen aus verschiedenen Perspektiven zu beurteilen. In aktuellen, handlungsorientierten Szenarien wenden sie geeignete Erklärungsmodelle an und werden sich der durch Märkte, Verträge und Normen gesetzten Handlungsanreize bewusst. Indem sie Möglichkeiten und Grenzen ökonomischen Handelns in unserer Wirtschaftsordnung und der globalisierten Weltwirtschaft reflektieren, entwickeln sie nicht nur Perspektiven der eigenen Zukunftsgestaltung (z. B. durch die Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt und der Globalisierung), sondern übernehmen auch Verantwortung für andere (z. B. durch nachhaltiges Wirtschaften).

2.1 Kompetenzstrukturmodell

Kompetenzstrukturmodell "Wirtschaft und Recht"

Kompetenzstrukturmodelle beschreiben das Anforderungsgefüge und damit den didaktischen Kern eines Faches und stellen die Verbindung zwischen allgemeinen Bildungszielen und fachlichen Unterrichtszielen her. Sie sind deshalb von besonderer Bedeutung für die Strukturierung des Lehrplans sowie für die Planung und Steuerung langfristiger Lernprozesse und kompetenzorientierten Unterrichts.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Wirtschaft und Recht gliedert sich in drei Bereiche, welche im Unterricht stets miteinander verknüpft werden:

Die vier Begriffe auf dem Ring  (analysieren, beurteilen, kommunizieren und handeln) beschreiben die prozessbezogenen Kompetenzen. Diese stehen nicht unverbunden nebeneinander, sondern beziehen sich wechselseitig aufeinander, beanspruchen oder steuern einander.

Im Inneren des Rings finden sich die drei Gegenstandsbereiche „Volkswirtschaft“, „Betriebswirtschaft“ und „Recht“, welche die inhaltliche Grundlage des Faches bilden. Die einzelnen Fachdisziplinen können im Unterricht jedoch nicht separat betrachtet werden, eine umfassende ökonomische Grundbildung ist nur möglich, indem Schülerinnen und Schüler ein interdisziplinäres vernetztes Denken entwickeln.

Die vier Säulen im Hintergrund beschreiben die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die einzelnen Gegenstandsbereiche betrachtet werden können. In ihren gegenwärtigen bzw. zukünftigen Rollen als Konsumenten, Arbeitnehmer, Unternehmer und Staatsbürger werden die Schülerinnen und Schüler mit einer zunehmend komplexeren wirtschaftlichen und rechtlichen Realität konfrontiert, diese gilt es im Fach Wirtschaft und Recht ganzheitlich zu erfassen.

Handeln

Im Fach Wirtschaft und Recht erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, mit denen sie in ihren unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen wirtschaftliche und rechtliche Sachverhalte verstehen und differenziert beurteilen, um nachhaltige, ethisch verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Sie sind bereit, sich mit wirtschaftlichen und rechtlichen Herausforderungen aufgeschlossen und rational auseinanderzusetzen. Sie bewältigen gegenwärtige und zukünftige Lebenssituationen, sichern die ökonomische und soziale Existenz für sich und andere und gestalten darüber hinaus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik aktiv mit.

Analysieren

Wesentliche Grundlage des ökonomischen Handelns ist eine reflektierte Analyse. Auf der Basis eines fundierten Fachwissens erfassen, strukturieren und systematisieren die Schülerinnen und Schüler wirtschaftliche und rechtliche Sachverhalte. Dabei können sie unterschiedliche Perspektiven  einnehmen und durch das Denken in Systemen und Modellen ihre Ergebnisse in größere Zusammenhänge einordnen.

Beurteilen

Die  Analyseergebnisse dienen den Schülerinnen und Schülern auch dazu, wirtschaftliche und rechtliche Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven vor dem Hintergrund ökonomischer, ökologischer, sozialer sowie ethischer Ziele zu reflektieren und zu bewerten. Daraus leiten sie Konsequenzen für die Bewältigung wirtschaftlicher und rechtlicher Handlungssituationen ab.

Kommunizieren

Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren erfolgreich in wirtschaftlichen und rechtlichen Kontexten, indem sie die Fachsprache, geeignete kommunikative Strategien, Kommunikationswege und Medien adressatengerecht und zielführend einsetzen.

2.3 Gegenstandsbereiche

Die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells bilden die wissenschaftlichen Disziplinen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht ab.

Die Inhalte aus der Volkswirtschaftslehre beziehen sich vor allem auf die Mikro- und Makroökonomie sowie auf Wirtschafts- und Sozialpolitik, dabei werden jedoch auch institutionen- und verhaltensökonomische Erkenntnisse miteinbezogen.

Im Bereich Betriebswirtschaftslehre liegt der inhaltliche Fokus auf unternehmerischem Denken und Entscheiden, weniger auf stark spezialisiertem Faktenwissen.

Im Fachgebiet Recht steht das Zivilrecht im Vordergrund, Grundzüge anderer Rechtsgebiete (z. B. Strafrecht, Urheberrecht) werden exemplarisch behandelt.

2.4 Perspektiven

Die Fragestellungen aus den wissenschaftlichen Gegenstandsbereichen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht werden aus der gegenwärtigen bzw. zukünftigen Sicht der Schülerinnen und Schüler als Konsument, Arbeitnehmer, Unternehmer und Staatsbürger betrachtet.

Die Schülerinnen und Schüler werden durch diese Perspektivierung auf der Grundlage ihres Fachwissens zur reflektierten, flexiblen und fachlich fundierten Sicht der Ökonomie befähigt.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Wirtschaft und Recht

Der Fachlehrplan Wirtschaft und Recht konkretisiert die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells (Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht) sowie die prozessbezogenen Kompetenzen, die von den Schülerinnen und Schülern in den Rollen des Konsumenten, des Arbeitnehmers, des Unternehmers und des Staatsbürgers erworben werden sollen. Kompetenzerwartungen und dazugehörige Inhalte werden dabei getrennt voneinander ausgewiesen.

Der Unterricht setzt am SG, NTG, MuG und am WSG-S in Jahrgangsstufe 9 mit Themen aus der Erfahrungswelt der Jugendlichen im Bereich des privaten Haushalts ein. Sie nehmen hier zunächst die Rolle des Konsumenten ein und lernen, reflektierte Konsumentscheidungen zu treffen und deren rechtliche Rahmenbedingungen angemessen einzuschätzen. Anschließend versetzen sich die Schülerinnen und Schüler in die betriebswirtschaftliche Perspektive des Unternehmers bzw. des Unternehmens. Sie analysieren und beurteilen wichtige unternehmerische Entscheidungssituationen und blicken dabei gleichzeitig aus Sicht des Unternehmers sowie des Arbeitnehmers auf das Unternehmen als Arbeitsumfeld.

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 9 (SG, NTG, MuG, WSG-S):

9.1 Wirtschaftliches und rechtliches Handeln im privaten Haushalt
      9.1.1    Entscheidungen beim Konsum
      9.1.2    Rechtliche Rahmenbedingungen im privaten Haushalt
      9.1.3    Entscheidungen beim Umgang mit Geld

9.2 Entscheidungen bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells
9.3 Das Unternehmen als Arbeitsumfeld und die berufliche Orientierung

Am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlichem Profil (WSG-W) wird Wirtschaft und Recht als Kernfach ab Jahrgangsstufe 8 unterrichtet. Auch hier erwerben die Schülerinnen und Schüler zunächst Kompetenzen im Zusammenhang mit Entscheidungen beim Konsum und beim Umgang mit Geld. Im weiteren Verlauf der Jahrgangsstufe 8 und in Jahrgangsstufe 9 setzen sie sich im Vergleich zu den anderen Ausbildungsrichtungen des Gymnasiums umfassender mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen auseinander. Unternehmerische Entscheidungssituationen werden hier unter vertiefter Betrachtung arbeitsteiliger Prozesse im Unternehmen sowie des Kernprozesses Marketing analysiert und beurteilt. Zudem reflektieren die Schülerinnen und Schüler besonders auch die Bedeutung von Unternehmen als Teil von Gesamtwirtschaft und Gesellschaft. Schließlich erwerben die Schülerinnen und Schüler des WSG-W vertiefte rechtliche Handlungs- und Beurteilungskompetenzen im Bereich des Konsums und des Minderjährigenrechts.

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 8 (WSG-W):

8.1 Wirtschaftliches Handeln im privaten Haushalt
      8.1.1 Entscheidungen beim Konsum
      8.1.2 Entscheidungen beim Umgang mit Geld

8.2 Unternehmerisch denken und entscheiden
      8.2.1 Marketingentscheidungen
      8.2.2 Betriebswirtschaftliche Arbeitsteilung 
      8.2.3 Entscheidungen bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 9 (WSG-W):

9.1 Das Unternehmen als Arbeitsumfeld und die berufliche Orientierung
9.2 Unternehmen als Teil von Gesamtwirtschaft und Gesellschaft
9.3 Rechtliches Handeln
      9.3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen des Konsums
      9.3.2 Rechte und Pflichten Minderjähriger

In Jahrgangsstufe 10, der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe, ist der Fachlehrplan für alle Ausbildungsrichtungen des Gymnasiums (SG, NTG, MuG und WSG) identisch. Am WSG-W stehen dabei zusätzliche Profilstunden zur Vertiefung der Kompetenzen zur Verfügung.

Die Jugendlichen setzen sich in Jahrgangsstufe 10 zunächst mit Institutionen des Geld- und Kapitalmarkts sowie mit Fragen der Geldanlage auseinander. Sodann weitet sich der Blick auf gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in Deutschland, Europa und der Welt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen hier zunehmend auch die Rolle des Staatsbürgers ein und analysieren, beurteilen und bewerten auch aus dieser Perspektive zentrale Aspekte sowie gegenwärtige und zukünftige Problemstellungen sowohl unserer Wirtschafts- und Rechtsordnung als auch der internationalen wirtschaftlichen Verflechtung. Der Blick sowohl auf die Gegenwart als auch in die Zukunft befähigt die Jugendlichen, als mündige Bürger ihre ökonomische Zukunft mit zu gestalten. Auf der Grundlage ihres zunehmenden Abstraktionsvermögens setzen sie in Jahrgangsstufe 10 verstärkt volkswirtschaftliche Modelle ein. Dies legt den Grundstein für das wissenschaftspropädeutische Arbeiten in den Jahrgangsstufen 11 und 12.

Themenbereiche in Jahrgangsstufe 10:

10.1 Kapitalmarkt und Geldanlageentscheidungen
10.2 Soziale Marktwirtschaft
10.3 Internationale wirtschaftliche Verflechtung
10.4 Globale Zukunftstrends

In den Jahrgangsstufen 11 und 12 erwerben die Schülerinnen und Schüler Urteilskompetenz in ökonomischen und rechtlichen Fragen auf vertieftem Niveau. Aufbauend auf den Kompetenzen der Mittelstufe analysieren sie wirtschaftliche Problemlagen vor dem Hintergrund betriebs- sowie volkswirtschaftlicher Ziele und beurteilen wirtschaftspolitische Maßnahmen aus der Sicht der Träger der Wirtschaftspolitik und betroffener Gruppen der Gesellschaft. In ihrer Rolle als Staatsbürger treffen sie dabei gerade auch im Fall von Zielkonflikten ein reflektiertes Urteil auf der Basis einer wertorientierten Grundhaltung. Rechtliche Regelungen des öffentlichen Rechts und des Zivilrechts sowie konkrete rechtliche Sachverhalte bzw. Rechtsfälle analysieren die Schülerinnen insbesondere mit Blick auf grundlegende Funktionen des Rechts und beurteilen sie vor dem Hintergrund allgemeiner Prinzipien der Gerechtigkeit.

Themenbereich Wirtschaft

W1 Unternehmerisch denken und entscheiden
W2 Zielsetzungen in der Sozialen Marktwirtschaft
W3 Wachstum und Beschäftigung
W4 Preisniveaustabilität
W5 Außenwirtschaftliche Beziehungen

Themenbereich Recht

R1 Die deutsche Rechtsordnung
R2 Rechtstechnische Grundlagen
R3 Zivilrecht
      R3.1 Interessenausgleich durch gesetzliche Ansprüche
      R3.2 Interessenausgleich durch vertragliche Ansprüche aus Leistungsstörungen
           beim Kauf
R4 Strafrecht

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern

Fächerübergreifende Themenstellungen und umfassende Realitätsbezüge bieten Anknüpfungspunkte für den Unterricht in nahezu allen Fächern, insbesondere in Mathematik (Diagramme und Grafiken sowie statistische Methoden, Elemente der Funktionenlehre), Geschichte (Entwicklung von Wirtschaftssystemen und ihre Hintergründe), Geographie (Globalisierung, Nachhaltigkeit), Religionslehre und Ethik (Konsum, Recht und Gerechtigkeit)  sowie Sozialkunde (Wirtschaftspolitik, Soziale Marktwirtschaft).

Im zweisprachigen Fachunterricht lernen die Jugendlichen verstärkt, Gegebenheiten des eigenen Wirtschafts- und Rechtssystems mit anderen Wirtschaftsräumen zu vergleichen. Gleichzeitig erwerben sie eine erhöhte fachsprachliche Kommunikationskompetenz in der Fremdsprache.

Am WSG-W erfolgt eine besonders enge Zusammenarbeit mit dem Fach Wirtschaftsinformatik, da die Themengebiete aufeinander abgestimmt sind und somit die jeweiligen Kompetenzen fachübergreifend entwickelt werden.

5 Beitrag des Faches Wirtschaft und Recht zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen

Aufgrund seiner hohen Alltagsrelevanz und seines großen Anwendungsbezugs trägt das Fach Wirtschaft und Recht in besonderem Maß auch zum Erreichen verschiedener übergreifender Bildungs- und Erziehungsziele des LehrplanPLUS bei.

Ökonomische Verbraucherbildung, Alltagskompetenz und Lebensökonomie, Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Medienbildung/Digitale Bildung

In der Ökonomischen Verbraucherbildung hat das Fach Wirtschaft und Recht Leitfachfunktion bei der Aufgabe, die Markt- und Finanzkompetenz der Schülerinnen und Schüler auszubilden und damit die Grundlage zu verantwortlichem, nachhaltigem und wertorientiertem Konsumverhalten und Umgang mit Geld zu legen. Bereits hier wird auch die Bildung für Nachhaltige Entwicklung einbezogen. Der ÖVB-Bereich der Daten- und Informationskompetenz bildet eine fächerübergreifende Brücke zur Medienbildung, die insgesamt im Fach Wirtschaft und Recht eine zentrale Rolle spielt. Um als mündiger Bürger aktiv am wirtschaftlichen Leben und der politischen Meinungsbildung teilnehmen zu können, müssen regelmäßig aktuelle Daten und Informationen (z. B. zur Wirtschaftslage, wirtschaftspolitischen Entscheidungen oder rechtlichen Regelungen) recherchiert und verarbeitet werden. All diese Kompetenzen führen auch zu einem optimierten Handeln im Bereich Alltagskompetenz und Lebensökonomie.

Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen
Berufliche Orientierung, Technische Bildung

Im Bereich der Beruflichen Orientierung soll vor allem der Blick auf aktuelle Trends und Schlüsselqualifikationen in der Arbeitswelt, Work-Life-Balance sowie Formen der Arbeitsorganisation und auf die Relevanz dieser Aspekte für die persönliche Berufswahl geschärft werden. Dabei werden auch Aspekte der Technischen Bildung berührt, wenn z. B. Technik unter ökologischer, wirtschaftlicher, sozialer und humaner Perspektive bewertet wird oder Produktionsprozesse im Unternehmen analysiert werden.

Politische Bildung

Politische Bildung steht spätestens ab der Jahrgangsstufe 10 im Fokus des Faches Wirtschaft und Recht, wenn die Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland und unsere Rechtsordnung als ordnungspolitischer Rahmen in unserem demokratischen Rechtsstaat fachspezifische Schwerpunkte bilden. Das Verständnis für die Verbindung einer marktwirtschaftlichen Grundausrichtung mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs als Basis und Beurteilungsmaßstab für wirtschafts-, sozial- und umweltpolitische Entscheidungen bzw. Maßnahmen ist für einen mündigen Staatsbürger eine unverzichtbare Grundlage für eine aktive Teilnahme an der politischen Meinungs- und Willensbildung. Dabei spielen auch die Wertebildung und die Bildung für nachhaltige Entwicklung eine wichtige Rolle, indem Fragen der Ökologie mit ökonomischen Problemstellungen sowie sozialen und politischen Entwicklungen im geeinten Europa und in einer global vernetzten Welt verbunden und bei den Schülerinnen und Schülern ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Umwelt sowie die Einsicht in die möglichen globalen Folgen ihres Handelns angestrebt werden.

Werteerziehung

Die Werteerziehung stellt eine zentrale Aufgabe des Faches Wirtschaft und Recht dar, da ökonomische und rechtliche Entscheidungen sowie deren einzel- und gesamtwirtschaftliche Folgen grundsätzlich aus verschiedenen Perspektiven (z. B. Privathaushalt, Staat oder Unternehmen) analysiert und beurteilt werden müssen. Dabei werden auch Bereiche der Interkulturellen und Kulturellen Bildung, des Sozialen Lernens sowie der Gesundheitsförderung tangiert.

Sprachliche Bildung

Sowohl im Bereich der Sprachrezeption als auch bei der mündlichen und schriftlichen Sprachproduktion trägt das Fach Wirtschaft und Recht zur Sprachlichen Bildung bei.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren ein breites Spektrum an Textsorten (z. B. journalistische Texte, Kommentare, Interviews, wissenschaftliche Fachtexte, Gesetzestexte) und beurteilen Aussagen nach der Intention des Autors und vor dem Hintergrund zentraler wirtschaftlicher und rechtlicher Konzepte (z. B. Keynesianismus, Neoklassik, Naturrechtslehre, Rechtspositivismus).
Im Bereich der Sprachproduktion steht bei wirtschaftlichen Fragestellungen die präzise Formulierung stringenter ökonomischer Kausalketten und das differenzierte Erörtern im Vordergrund – im Recht die systematische Prüfung von Ansprüchen und das adressatengerechte Geltendmachen von Rechten. In allen Bereichen hat die korrekte Verwendung der Fachsprache einen hohen Stellenwert.
Der Unterricht im Fach Wirtschaft und Recht unterstützt den Kompetenzerwerb aller Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihrer Muttersprache. In einem sprachsensiblen und die Fachsprache fördernden Unterricht werden insbesondere auch die Bedürfnisse von mehrsprachigen Lernenden mit Deutsch als Zweitsprache berücksichtigt.