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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Vergleichsansicht

Vergleichsauswahl 2

Kunst

1 Selbstverständnis des Faches Kunst und sein Beitrag zur Bildung

Im Fach Kunst erwerben die Kinder und Jugendlichen die Kompetenzen, die sie zur Orientierung in einer zunehmend von Bildern geprägten Welt benötigen. „Bild“ wird im Lehrplan als umfassender Begriff für zwei- und dreidimensionale Werke, bildliche Informationen und vorwiegend visuell ausgerichtete wie erfahrbare Prozesse und Situationen verstanden. Die Schülerinnen und Schüler entdecken ihre Umwelt als gestaltet und als gestaltbar. Die eigene bildnerische Praxis und die erschließende Auseinandersetzung mit Werken der Kunst- und Kulturgeschichte sind im Unterrichtsgeschehen eng ineinander verzahnt. Auf diese Weise trägt das Fach Kunst zur Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben bei.

An geeigneten Beispielen aus der Bildenden Kunst und der gestalteten Umwelt (Produktdesign, Architektur und Kommunikationsdesign) entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein Verständnis dafür, warum Menschen immer Bilder produziert haben (Kunst- und Kulturgeschichte) und sie überall produzieren (interkulturelle Aspekte) und zum elementaren Teil des gesellschaftlichen Lebens machen. In diesem Zusammenhang werden sie auch für kulturelle Transferprozesse sensibilisiert. So leistet das Fach Kunst einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer vielschichtigen Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit sowie zur Ausprägung von Individualität. Dazu gehören:

  • Persönlichkeitsbildung durch die Förderung von ästhetischem Genuss, Imagination und kreativer Gestaltung
  • Wertschätzung und Verständnis von Bildern in ihren verschiedenen Erscheinungsformen
  • aktive Mitgestaltung der eigenen Umgebung im privaten und öffentlichen Raum

Das Fach Kunst fördert fächerübergreifende Kompetenzen, welche die Schülerinnen und Schüler beim Lernen begleiten, auf ein Studium bzw. die Berufswelt vorbereiten und welche die Grundlage für eine planvolle, selbstbestimmte und verantwortungsvolle Lebensgestaltung bilden. Dazu gehören:

  • Planung, Visualisierung und Organisation von Handlungsabläufen
  • die Fähigkeit, mit Unvorhergesehenem und Unplanbarem produktiv umzugehen
  • die Fähigkeit, gesellschaftliche Ereignisse und persönliche Erlebnisse reflektiert wahrzunehmen und im Bild zu verarbeiten
  • kognitive, intuitive und kreative Strategien zur Lösung von Aufgaben
  • ein geschulter, feinmotorisch geschickter Einsatz von Techniken und Materialien
  • Ausdauer, Konzentration sowie die Fähigkeit zur Entwicklung intuitiver, spontaner und kreativer Ideen
  • ein Sich-Einlassen auf materielle und körperliche Eigenheiten, v. a. den individuellen, unmittelbaren Duktus im Zeichnung
  • das reflektierte Handeln im digitalen Raum und der Einsatz von digitalen Werkzeugen für die Gestaltung realer und virtueller Welten
  • Offenheit und Neugierde gegenüber eigenen und fremden Produkten, Verfahren und Sichtweisen bei gleichzeitiger Beachtung der eigenen Anliegen
  • Fähigkeit zu konstruktiver Kritik sowie Bereitschaft, Kritik anzunehmen
  • Umgang mit Komplexität und Mehrdeutigkeit und die Anbahnung einer ambiguitätstoleranten Haltung

Die in der Grundschule erworbenen Kompetenzen werden systematisch weiterentwickelt und so wird im Zusammenspiel von Rezeption, Produktion, Reflexion und Präsentation Bildkompetenz angebahnt und kumulativ aufgebaut. In Bildern werden eigene Gedanken und Empfindungen verarbeitet, sie sind als persönlicher, individueller Ausdruck – auch im Blick auf die Entwicklung von Selbstentwürfen und im Rahmen einer Selbstbefragung – zu verstehen. Mit zunehmendem Erfolg beim Gestalten steigt sowohl die Selbstsicherheit wie die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. So leistet das Fach Kunst einen wesentlichen Beitrag zur Selbstkompetenz.

Durch die Berücksichtigung handlungsorientierter Zugänge durch offene und kooperative Lernformen erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im sozialen Verband zu lernen und Sozialkompetenzen zu erwerben. Gemeinsames Planen und Realisieren ermöglicht das Einüben sozial verantwortlichen Handelns und wird gestärkt durch die Bereitschaft, begründet Kritik zu üben sowie Lösungsansätze anzuerkennen und wertzuschätzen.

Toleranz und Offenheit gegenüber ungewohnten und überraschenden Bildwelten, auch aus unbekannten kulturellen und historischen Zusammenhängen sowie die Wertschätzung von kultureller Vielfalt führen zur interkulturellen Kompetenz. Das Gespräch über Kunst, Global Art und Gestaltung fordert und fördert die Empathie und die Fähigkeit, andere Perspektiven einzunehmen und mit Ambiguität umzugehen.

Die Methodenkompetenz wird beim Planen, Organisieren und reflektierten Entscheiden in Arbeitsprozessen, z. B. bei individuellen Gestaltungen wie bei komplexen Gemeinschaftsprojekten, besonders gefördert. Dazu gehören auch die Bereitschaft, bildnerisch zu experimentieren, sich auf ungewohnte Gestaltungsideen und komplexere Vorhaben einzulassen, das Überwinden von Hemmnissen bei der Gestaltung, das Bewusstsein für den richtigen Rhythmus im Wahrnehmen und Gestalten sowie individueller Einfallsreichtum.

Dem prozessorientierten Lernen in Räumen mit Werkstattcharakter (z. B. Kunstraum, Werkraum, Schulatelier, Kunstlabor) sowie die Arbeit an außerschulischen Lernorten (z. B. Galerie, Museum, Künstleratelier, Natur, gebauter Raum) kommt bei der Weiterentwicklung dieser Kompetenzen eine besondere Bedeutung zu. Im Präsentieren und Ausstellen eigener Arbeitsergebnisse gestalten die Schülerinnen und Schüler das schulische Umfeld aktiv mit und tragen so entscheidend zu einem reichhaltigen und offenen Schulleben bei.

Eine eigene Stellung nimmt das Musische Gymnasium in Bayern und damit auch die musische Ausbildungsrichtung an einem Gymnasium ein. Hier erhalten die Jugendlichen einen besonders intensiven Kontakt mit dem Fach Kunst, dem bei diesem Schulprofil gemäß der Empfehlung in der GSO (Anlage 2 C. Fußnote 8) die Profilstunden zugesprochen werden. Der zusätzlich ausgewiesene Profilbereich am Musischen Gymnasium ermöglicht Erweiterungen und Vertiefungen im Gestalten von bildnerischen Werken und eine Stärkung in der Wahrnehmung von Kunstwerken. Als Leitfach zur Erlangung eines umfassenden Bildverständnisses nutzt das Fach Kunst die zusätzliche Profilstunde

  • zur Reflexion und zum Ausbau des visuellen Ausdrucksrepertoires,
  • zur vertieften Kumulation erschließender und praktischer Aspekte des Fachs,
  • zur Präsentation von Ergebnissen im Raum der Schule,
  • zur fächerübergreifenden und fächerverbindenden Projektarbeit.

2.1 Kompetenzstrukturmodell

Kompetenzstrukturmodell "Kunst"

Das Kompetenzstrukturmodell zeigt im äußeren Kreis die Prozessbezogenen Kompetenzen des Faches. Im Zentrum finden sich die drei Gegenstandsbereiche, auf welche die Kompetenzen bezogen sind und die zugleich die Lernbereiche des Fachlehrplans bezeichnen.

Wahrnehmen

Das differenzierte Wahrnehmen der sinnlich erfahrbaren Welt, das sich im Äußern von Empfindungen und im präzisen Beschreiben zeigt, ist eine wesentliche Grundlage für die Befähigung der Schülerinnen und Schüler, die Welt zu verstehen und Gestaltungsprozesse zu initiieren.

Imaginieren

Die Fähigkeit, bildhafte Vorstellungen zu entwickeln, ist für die Schülerinnen und Schüler eine Grundlage für kreative Lösungen. Konzepte der Bildenden Kunst wie in der Architektur und im Design unterstützen die Bildung von einerseits individuellen und originellen wie andererseits anschlussfähigen Ideen. Mit zunehmendem Alter spielt das zielgerichtete und komplexe Entwerfen für konkrete Anwendungen und das eigenständige Planen eine immer größere Rolle.

Entwerfen

Der Entwurf visualisiert ein bildnerisches Vorhaben. Er dient dazu, Ideen, meist mit Zeichnungen oder in Modellen, zu veranschaulichen. Anhand des Entwurfs leisten die Schülerinnen und Schüler bildhafte Vorarbeiten, die einem gedanklichen Konzept folgen. Sie entwickeln und präzisieren im Entwurf ihr Vorhaben, z. B. mit variierenden Skizzen und Studienblättern, um überzeugende, auch unkonventionelle Lösungen für künstlerische Problemstellungen zu finden. Durch das Entwerfen erwerben sie die Fähigkeit, einen Gestaltungsprozess als mehrschrittig und ggf. ergebnisoffen zu begreifen und zu planen. Durch das Entwerfen begreifen sie unterschiedliche Dimensionen des Gestaltungsprozesses, der planvoll in mehreren Schritten sowohl ergebnisorientiert als auch ergebnisoffen erfolgen kann. Da ein Entwurf gerade der Entscheidungsfindung dient, muss ihm die Umsetzung nicht zwingend folgen.

Gestalten

Ein wesentliches Ziel des Kunstunterrichts ist es, das Interesse der Schülerinnen und Schüler am eigenen Gestalten zu befördern und sie zu selbständigen Aktivitäten zu befähigen. Das Gestalten nimmt deshalb einen herausragenden Platz im Unterrichtsgeschehen ein. Die Schülerinnen und Schüler erlernen dabei gestalterische Strategien, planvolles Vorgehen und spontanes Reagieren und schaffen so die Grundlagen für das Entwickeln eigener Interessen und Bildsprachen. Sie erweitern darüber hinaus ihr Grundrepertoire bildnerischer Verfahren, wobei insbesondere das Zeichnen als grundlegende Technik über die Jahre systematisch eingeübt wird. Sie erwerben Fähigkeiten, Aufgaben kreativ zu bewältigen: Die Bandbreite reicht von unterschiedlichen malerischen Techniken und den grundlegenden Verfahren der Druckgrafik über plastisches Arbeiten mit Ton und anderen Materialien bis hin zur Gestaltung des Schulgebäudes. Analoge und digitale Verfahren ergänzen und durchdringen sich, materielle und virtuelle Gestaltungsfelder berühren und überschneiden sich. Auch Film und Trickfilm sowie das szenische Spiel sind integraler Bestandteil des Kunstunterrichts.

Werten

Das vergleichende Beurteilen von selbst geschaffenen und anderen Werken sowie visueller Phänomene aus der Umwelt stellt eine wichtige Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler dar. Über ein spontanes erstes Urteil hinaus bewerten sie zunehmend reflektiert, begründen ihre Wertungen und stellen sie zur Diskussion. Damit trägt das Fach auch zu einer kritischen Haltung gegenüber ästhetischen Setzungen im öffentlichen Raum bei.

Analysieren und deuten

Die Wahrnehmung des Menschen unterliegt immer und unmittelbar einem Deutungsprozess. Die Schülerinnen und Schüler üben die Orientierung in ihrer visuellen Umwelt und das Verstehen von Kunstwerken als Prozess der ersten Annäherung, des Beschreibens, Analysierens und Deutens bzw. Interpretierens. Dabei wenden sie zunehmend eigenständig bildnerisch untersuchend und sprachlich formulierend fachspezifische Analyse- und Interpretationsmethoden an. In der Kunst- und Kulturgeschichte, die sich im Lehrplan von der Frühgeschichte in der fünften Jahrgangsstufe bis zur Gegenwart in der Qualifizierungsphase aufbaut, verstehen sie Kontinuitäten und Brüche in den historischen Entwicklungen. Dabei eröffnen sie sich die Komplexität und Mehrdeutigkeit von Kunstwerken.

Durch Bilder kommunizieren

Bilder sind auch Mittel zur Kommunikation der eigenen und anderer Vorstellungen, Empfindungen und Wahrnehmungen. Dabei zeigen die Bilder – im Unterschied zur Sprache – etwas auf visuelle Art, d. h. meist unmittelbar und anschaulich. Es ist ein zentrales Anliegen des Kunstunterrichts, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, dass sie Prinzipien der bildlichen und künstlerischen Kommunikation erkennen, sich der Wirkungs- und Manipulationsmöglichkeiten bewusst werden und bildliche Kommunikation selbst adressatenorientiert verstehen und gestalten.

Die Bedeutung des Reflektierens

Die oben genannten prozessbezogenen Kompetenzen beziehen sich vorrangig auf Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Gestalten und Wahrnehmen von Bildern. Damit sie einem bewussten Handeln zur Verfügung stehen können, reflektieren die Schülerinnen und Schüler, was jeweils geschieht, wenn sie Bilder, Objekte und Aktionen wahrnehmen, deuten, gestalten und mit ihnen kommunizieren. Auf diese Weise vergegenwärtigen sie verschiedene Aspekte der Bildwelten:

  • die bildliche Verfasstheit der Welt im Vergleich mit anderen Weltzugängen
  • die Komplexität und Mehrdeutigkeit der Bilder
  • Bedeutung und Potentiale des ästhetischen Handelns und Denkens
  • die Funktion von Bildern im Leben und in der Gesellschaft
  • die gesellschaftliche Verantwortung bei ästhetischen Entscheidungen in Architektur und Städtebau
  • die Vielfalt der Bildwelten
  • die Wirkungsmacht von Bildern zwischen Emotion und Kognition
  • die Spezifik der Kommunikation durch Bilder
  • das Besondere visuell orientierter, kreativer Arbeitsprozesse sowie der Bezug auf Zufälle und Unplanbares
  • die Spezifik des ästhetischen Urteils im Vergleich zu anderen Formen des Urteils

Damit entwickeln sie ein Bewusstsein für die besonderen Inhalte und Methoden des Faches Kunst bzw. für die Spezifik visueller Gestaltung in Kunst und Alltag.

2.3 Gegenstandsbereiche

Im Fach Kunst am Gymnasium beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit Bildern, Objekten und Aktionen aus der Bildenden Kunst (auch vor Originalwerken) und ihrer gestalteten Umwelt (ebenfalls möglichst vor Ort). Sie nehmen diese wahr, deuten, beurteilen und realisieren eigene Gestaltungsvorhaben. Dabei sind jeweils folgende Aspekte bedeutsam: Thema/Gegenstand, Gestaltung/Komposition (in Form und Farbe, Raum und Zeit), Material, Technik sowie der geschichtlich-kulturelle und auch der inter- und transkulturelle Kontext.

Bildende Kunst

Im Gegenstandsbereich Bildende Kunst begegnen die Schülerinnen und Schülern Werken aus der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst. An diese werden Fragen zur Erschließung gestellt. Darüber hinaus ist die Auseinandersetzung mit bildnerischen Techniken unter besonderer Berücksichtigung des Zeichnens hier vorrangig verortet.

Architektur und Produktdesign

Die gestaltete Umwelt bildet den Inhalt des Gegenstandsbereichs Architektur und Produktdesign. Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich diese Bereiche durch eigene Gestaltungsprozesse und in reflektierter Rezeption. Über Gegenstände und Gebäude ihrer unmittelbaren Umgebung hinaus, lernen sie Objekte und bauliche Gegebenheiten auch aus anderen Kontexten kennen und erweitern so ihr Erfahrungs- und Beurteilungsspektrum auch im Hinblick auf kulturelle Transfers.

Kommunikation und Interaktion

Im Bereich Kommunikation und Interaktion lernen die Schülerinnen und Schüler Strategien und Formen künstlerischer Kommunikation sowie des Kommunikationsdesigns kennen. Im gestaltenden und reflektierenden Umgang erproben sie die Inszenierung, Akzentuierung, Vervielfältigung und Verbreitung von Aussagen mittels bildnerischer Mittel und in verschiedenen Kommunikationssystemen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Kunst

Im Fachlehrplan des Faches Kunst der Jahrgangsstufen 5 mit 11 bilden die drei Lernbereiche die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells ab. Diese sind vielfach untereinander vernetzt. Die Lehrkraft entscheidet, wann welches Lerngebiet im Unterricht zum Tragen kommt und wie die Gegenstandsbereiche verknüpft sind. Im Sinne eines Spiralcurriculums werden die Kompetenzen an zunehmend komplexeren Gegenständen erworben, das eigene Tun wird zunehmend tiefer reflektiert – auch im Hinblick auf ein Bewusstsein für Lösungsstrategien – und die Anforderungen an selbständige Lösungen werden erhöht.

In der Qualifizierungsphase wird der Gegenstandsbereich Architektur und Produktdesign, auf zwei Halbjahre verteilt, in die beiden Lernbereiche Objekt (12-1) und Raum (12-2) integriert. Wie anteilig auch der Lernbereich Objekt führt der Lernbereich Körper (13-1) vor allem den Gegenstandsbereich Bildende Kunst weiter. Der Lernbereich Interaktion und Transformation (13-2) verbindet die beiden Gegenstandsbereiche Kommunikation und Interaktion sowie Bildende Kunst und rundet das gymnasiale Angebot des Faches kurz vor dem Übertritt ins Studien- oder Berufsleben mit einem Ausblick auf das Verhältnis zwischen Kunst und Gesellschaft ab.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern

Das Selbstverständnis des Faches Kunst erfordert die Zusammenarbeit mit anderen Fächern, etwa bei theatralen und performativen Formaten mit Deutsch, Musik oder Sport, bei der Kunstgeschichte mit Geschichte, Deutsch sowie mit den Fremdsprachen, Musik, Religionslehre und Ethik. Im Bereich der Architektur und der Stadtplanung gibt es Berührungspunkte mit den Fächern Geographie sowie Wirtschaft und Recht. Bei der digitalen Bildbearbeitung kommt es zur Zusammenarbeit mit Informatik und Wirtschaftsinformatik, bei der räumlichen Darstellung mit Mathematik. In der Oberstufe schließt das Halbjahresthema Körper an Lernbereiche der Fächer Sport und Biologie an. Im Bereich der Werkerschließung gibt es Überschneidungen mit den analytisch-deutenden Verfahren, die in vielen anderen Fächern gepflegt werden (Analyse von Texten, Bildern, Fotografien, Tabellen, Diagrammen und Materialien, Deutung von Dokumenten und Phänomenen). Außerdem ist die Zusammenarbeit mit ggf. vorhandenen Arbeitsgemeinschaften intensiv, etwa bei Beiträgen für Homepage, Schülerzeitung oder der Schulhausgestaltung.

5 Beitrag des Faches Kunst zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen

Das Fach Kunst am Gymnasium leistet einen Beitrag zur Vermittlung folgender fächerübergreifender Bildungs- und Erziehungsziele:

Kulturelle Bildung

Die Auseinandersetzung mit Gegenständen der Kulturellen Bildung wie z. B. Kunstwerken, Architektur, Stadt- und Naturräumen, Denkmälern, Objekten, Musik, Film oder performativen Äußerungen eröffnet den Schülerinnen und Schülern Zugänge zu Kunst und Kultur sowie zum eigenen künstlerischen Potenzial, besonders auch am Schulort und in der Region. Mit der Gestaltung von Werken, Aktionen und Produkten, die die Wirklichkeit mit formen, partizipieren sie aktiv am kulturellen Weiterentwicklungsprozess.  Ein differenziertes ästhetisches Wahrnehmen, Erleben und Gestalten erfahren sie als Bereicherung des Lebens und der eigenen Persönlichkeit.

Interkulturelle Bildung

In der Analyse und Deutung von Bildern aus verschiedenen, auch transkulturellen Kontexten in Gegenwart und Vergangenheit entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein Interesse an interkulturellen Fragestellungen. Durch den dabei notwendigen Wechsel des Standpunktes, durch das Verstehen unbekannter Bildsprachen und das Betrachten einer Thematik aus ungewohnter Perspektive gewinnen sie Sicherheit im Umgang mit Neuem und Anderem. Dabei lernen sie, Aspekte kultureller Vielfalt ein- und wertzuschätzen und für eigene Gestaltungsvorhaben zu nutzen.

Medienbildung/Digitale Bildung

Die digitalen Medien sind heute v. a. Bildmedien und prägen die Umwelt sowie die Vorstellungswelt der Schülerinnen und Schüler signifikant. Die kritische wie gestaltende Auseinandersetzung mit der Bildsprache dieser Medien im Kunstunterricht bildet einen wichtigen Beitrag zur Medienbildung und damit zur politischen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus leistet das Fach Kunst einen wichtigen Beitrag bei der Ausbildung übergreifender Kompetenzen, die für eine aktive und verantwortungsbewusste Mitgestaltung einer Kultur der Digitalität unverzichtbar geworden sind.

Sprachliche Bildung

Die Verständigung über Bilder erfolgt im Kunstunterricht vor allem sprachlich. Durch die zunehmende Differenzierung der sprachlichen Mittel im Beschreiben, Analysieren, Deuten und Werten erwerben die Schülerinnen und Schüler sprachliche Kompetenzen und verwenden Fachbegriffe bewusst und sinnvoll. Die Herausforderung, das Beobachtete und Empfundene klar in Worte zu fassen, einen Standpunkt zu vertreten sowie Fragen an Bildwerke zu formulieren, fordert sprachliche Genauigkeit und Einfallsreichtum beim eigenen Vorgehen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung/Globales Lernen)

Die Schülerinnen und Schüler festigen im Fach Kunst einen verantwortlichen Umgang mit Materialien, Werkzeugen und Energie und entwickeln bereits auf diese Weise ein Bewusstsein für Aspekte der Ressourcenschonung und der Nachhaltigkeit. In der Auseinandersetzung mit ökologischen Themen und Fragestellungen, z. B. in Design, Architektur, Landschaftsgestaltung und Städtebau, erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis für die komplexen Zusammenhänge nachhaltiger Entwicklung und erfahren, dass sie – auch durch Eigeninitiative – mitwirken können. In der Art, wie die Welt (etwa in den Bereichen Architektur oder Produktdesign) durch Menschen gestaltet ist, kommen stets bestimmte Haltungen des Menschen zur Umwelt wie zu sich selbst zum Ausdruck. So sind die Fragestellungen des Fachs unmittelbar mit jenen der Bildung für nachhaltige Entwicklung verbunden. Das jeweilige Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung kommt in Werken der Bildenden Kunst zur symbolischen Verdichtung.

Soziales Lernen

In der Teamarbeit und in offenen Lernformen entwickeln die Schülerinnen und Schüler Verantwortung, Einfühlungsvermögen und soziale Fertigkeiten. Darüber hinaus sind Bilder im sozialen Miteinander auch mächtige Kommunikationsmittel: Sie können Menschen sowohl erfreuen als auch verletzen, Kommunikationsprozesse und Einstellungen steuern, Entscheidungen beeinflussen. Die Schülerinnen und Schüler vertiefen ihr Bewusstsein für die Wirkmacht der Bilder, üben den verantwortungsbewussten Umgang damit und reflektieren die möglichen Folgen ihres Gestaltens.

Werteerziehung

Beim respektvollen, reflektierten und fachlich fundierten Urteilen über Werke aus unterschiedlichen, auch transkulturellen Kontexten, von Kunstschaffenden oder von Mitschülerinnen und Mitschülern zeigen sie Aufgeschlossenheit und Toleranz gegenüber anderen und anderem. Die Schülerinnen und Schüler üben auf diese Weise Grundwerte ein, die für ein friedliches und diskriminierungsfreies Zusammenleben in unserer Gesellschaft und weltweit unentbehrlich sind. Durch die Anbahnung von Ambiguitätstoleranz in der Begegnung mit Kunst sowie mit künstlerischen Prinzipien und Strategien wird ein wichtiger Baustein für Stärkung einer demokratischen Haltung gelegt.

Berufliche Orientierung

Die Auseinandersetzung mit der gestalteten Umwelt gibt vielfältige Einblicke in verschiedene Bereiche der Gestaltung von Produkten, Orten und Situationen, von Kultur- und Kreativwirtschaft, der Vermittlung von Kultur sowie der Kunst und der angewandten Künste. Auf diese Weise erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Spektrum für die Wahl des Studiums bzw. eine spätere berufliche Orientierung. Sie reflektieren dabei auch ihre persönlichen Stärken und Interessen. Der Besuch von und die Zusammenarbeit mit z. B. Ateliers, Agenturen, Designerinnen und Designern, Architektinnen und Architekten, Museen und Akademien unterstützt dies.

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