Lehrplan PLUS

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Vergleichsauswahl 2

Latein 12 (1./2. Fremdsprache)

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

L12 1.1 Res publica libera, civitas corrupta, pax Augusta – historische und politische Perspektiven

Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus
    Sallust, Catilinae coniuratio (Geschichtsschreibung),
    Livius, Ab urbe condita (Geschichtsschreibung) und
    Vergil, Aeneis (Epos) sowie
    ggf. ergänzend ausgewählte Passagen z. B. aus Horaz, Oden, Augustus, Res gestae, Tacitus, Annales.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus Geschichtsschreibung und Epos unter Berücksichtigung von Gattung und größerem historischem Kontext heraus und entwickeln ihre Ergebnisse auf der Grundlage der Originaltexte.
  • analysieren sprachliche, stilistische und ggf. dichterische Gestaltungsmerkmale in Originaltexten aus Geschichtsschreibung und Epos, benennen literarische Darstellungselemente mit Fachbegriffen, weisen die Verwendung rhetorischer Stilmittel nach und erklären selbständig die Funktion der Stilisierungen für die Aussage des jeweiligen Textes.
  • analysieren auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse in Metrik und Prosodie selbständig daktylische Hexameter und arbeiten die Bedeutung des Versbaus und ggf. besonderer metrischer Erscheinungen für die Textaussage heraus.
  • interpretieren Originaltexte aus Geschichtsschreibung und Epos unter verschiedenen Aspekten.
  • tragen Originaltexte aus Geschichtsschreibung und Epos in korrekter Prosodie und ggf. unter Berücksichtigung der Metrik verständnisgeleitet vor.
  • vergleichen fremde und eigene Übersetzungen von Originaltexten aus Geschichtsschreibung und Epos nach geeigneten, selbst gewählten Kriterien untereinander und mit dem Original, überprüfen die Angemessenheit der jeweiligen Übersetzung und erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzung literarischer Texte.
  • vergleichen Texte aus Geschichtsschreibung und Epos miteinander und arbeiten verschiedene literarische Ausdrucksformen zur Darstellung von Geschichte und politischen Positionen heraus.
  • ordnen römische Verfasser historiografischer Werke und die in diesen Werken beschriebenen zentralen Ereignisse und Personen sowie die römischen Dichter Vergil und Horaz, deren themenrelevante Werke und dargestellte Personen in einen historischen, sozial- und literaturgeschichtlichen Überblick ein.
  • arbeiten anhand der Lektüre von Texten aus Geschichtsschreibung, Epos und ggf. Lyrik exemplarisch das Verhältnis von Künstlern bzw. Intellektuellen zum jeweiligen Herrschaftssystem heraus und beschreiben die Abhängigkeit der Deutung historischer Prozesse von den Erfahrungen und dem Blickwinkel des Betrachters.
  • erläutern römische Wertbegriffe insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Darstellung in der römischen Geschichtsschreibung und im Epos (mos maiorum).
  • erkennen in ausgewählten Zeugnissen, u. a. aus der Literatur, Kunst und Musik, Stoffe und Motive der römischen Geschichtsschreibung und aus Vergils Aeneis wieder, vergleichen Rezeptionsdokumente mit den antiken Vorlagen und nehmen zu den Befunden aufgrund ihres ästhetischen Empfindens Stellung.
  • arbeiten aus Texten der Geschichtsschreibung Grundgedanken der jeweiligen Geschichtsbetrachtung heraus, untersuchen verschiedene Auffassungen von den Aufgaben, den Methoden und den Intentionen eines Geschichtsschreibers und stellen Bezüge zum modernen Verständnis von Geschichtsdarstellung her.
  • beschreiben aufgrund ihrer Lektüre von Texten der Geschichtsschreibung Zusammenhänge zwischen biografisch-historischem Hintergrund der Autoren und deren Beschäftigung mit Geschichte.
  • untersuchen anhand ausgewählter Texte Sallusts die Darstellung des Niedergangs der spätrömischen Republik, u. a. im Hinblick auf das Geschichtsbild des Autors.
  • analysieren anhand exemplarischer Episoden in Livius’ Geschichtswerk seine Darstellung traditioneller Tugenden, arbeiten die Funktionalisierung der Geschichtsschreibung und des frührepublikanischen Wertekanons zur Unterstützung politischer Bestrebungen heraus und nehmen kritisch dazu Stellung.
  • diskutieren die Problematik historischer Deutung und die Verantwortung des Geschichtsschreibers.
  • erklären in einem Überblick über Vergils Aeneis Themen und Aufbau des Werks, arbeiten an geeigneten Ausschnitten typische Gattungs- und Kompositionselemente des antiken Epos heraus und erläutern die Bedeutung griechischer Vorbilder (u. a. der homerischen Epen) für Vergil.
  • untersuchen ausgewählte Passagen aus Vergils Aeneis, ggf. auch aus Horaz’ Oden, auf Bezüge zur Herrschaft des Augustus und nehmen zum Verhältnis von Politik und Literatur Stellung.
  • untersuchen in differenzierter Sichtweise Zeugnisse aus Literatur, Architektur und Kunst der spätrepublikanischen und augusteischen Zeit auf mögliche ideologische oder propagandistische Intentionen.

L12 1.2 Si in utopia fuisses mecum – staatsphilosophische Entwürfe

Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus Cicero, De re publica sowie
    ggf. ergänzend ausgewählte Passagen z. B. aus Cicero, De officiis; Augustinus, De civitate Dei.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten v. a. aus Cicero, De re publica unter Berücksichtigung von Gattung und größerem thematischem Kontext heraus und entwickeln ihre Ergebnisse auf der Grundlage der Originaltexte.
  • analysieren sprachliche, stilistische und literarische Gestaltungsmerkmale in Originaltexten v. a. aus Cicero, De re publica, weisen die Verwendung rhetorischer Stilmittel nach und erklären selbständig die Funktion der Stilisierungen für die Aussage des jeweiligen Textes.
  • interpretieren Originaltexte aus dem Bereich der Staatsphilosophie unter verschiedenen Aspekten.
  • ordnen aufbauend auf ihren Kenntnissen der griechisch-römischen Philosophie zentrale Vertreter staatsphilosophischer Positionen vor Cicero in einen historischen und literaturgeschichtlichen Überblick ein.
  • beschreiben wesentliche Strukturen und Institutionen des römischen Staates in Republik und Kaiserzeit.
  • erklären in einem Überblick über die erhaltenen Teile von Ciceros De re publica Personen, Themen und Argumentationen des Werkes.
  • arbeiten aus Ciceros De re publica grundlegende staatsphilosophische Begriffe und Vorstellungen (u. a. Staatsentstehungstheorie, Staatsdefinition, Grundformen von Verfassungen, Verfassungskreislauf) heraus und erläutern sie.
  • begründen anhand der Auseinandersetzung mit Ausführungen in Ciceros De re publica über die ideale Staatsform und den gerechten Staatsmann eigene Überlegungen zu bestmöglichen Formen menschlichen Zusammenlebens, zum Begriff der Gerechtigkeit und zu Anforderungen an politisch tätige Personen.
  • diskutieren die Verpflichtung des Individuums zum aktiven Einsatz für die Gemeinschaft und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft, u. a. aufgrund der Lektüre von Texten aus Ciceros De re publica und unter kritischer Würdigung des politischen Engagements Ciceros vor dem Hintergrund der Verhältnisse der späten Republik.
  • vergleichen verschiedene Staatsentstehungslehren und Staatsdefinitionen sowie Staats- und Verfassungsformen von der Antike bis zur Neuzeit miteinander.
  • untersuchen neuzeitliche politisch-soziale Theorien und Systeme vor dem Hintergrund antiker Staatstheorien, erörtern Grundfragen staatlicher Organisation und zwischenstaatlicher Beziehungen und nehmen zu gegenwärtigen (welt)politischen Diskussionen (u. a. zur Problematik des bellum iustum und hegemonialer Ansprüche einzelner Nationen) reflektiert Stellung.
  • arbeiten ggf. bei der Lektüre von Texten aus Ciceros De officiis Empfehlungen für das auf die Gemeinschaft gerichtete Handeln des Einzelnen heraus und überprüfen sie kritisch.
  • untersuchen ggf. bei der Lektüre weiterer staatsphilosophischer oder politischer Ergänzungstexte die Rezeption antiker Theorien über Staat und Gesellschaft und beschreiben in Ansätzen die grundlegende Bedeutung antiken Staatsdenkens für die Entwicklung des modernen Staatsverständnisses.

L12 2.1 Wortschatz

Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • geben in systematischer Ergänzung ihres mithilfe der Techniken der Wortschatzarbeit gesicherten und nach wortkundlichen Prinzipien strukturierten Grund- und Aufbauwortschatzes zu neu erworbenen Wörtern und Wendungen eines themenspezifischen Lektürevokabulars sowie zu weiteren Wörtern des Kulturwortschatzes die deutschen Bedeutungen an.
  • analysieren Wörter nach ihren Bildungselementen, erläutern semantische Unterschiede bedeutungsähnlicher Wörter und übersetzen sie in angemessenes Deutsch.
  • erschließen aufbauend auf ihren Kenntnissen im lateinischen Wortschatz und im lektüretypischen Wortgebrauch selbständig die Bedeutung von Fachbegriffen aus Geschichte, Politik und Staatstheorie und erklären etymologische Zusammenhänge.

L12 2.2 Formen- und Satzlehre

Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • arbeiten aufbauend auf ihren bisherigen Grammatikkenntnissen, die sie durch systematische Wiederholung eigenständig sichern und vertiefen, aus den Originaltexten lektüretypische Besonderheiten des Sprachgebrauchs in Laut-, Formen- und Satzlehre heraus und interpretieren den Befund.
  • ordnen lektürerelevante Sprachphänomene auch in selbständiger Verwendung einer Grammatik in das grammatikalische Gesamtsystem ein.
  • analysieren die Struktur komplexer Sätze und längerer Satzperioden auch in anspruchsvollen Originaltexten nach angemessenen, selbst gewählten Methoden (z. B. mithilfe grafischer Darstellungen).
  • untersuchen den autoren- und gattungsspezifischen lateinischen Sprachgebrauch vergleichen ihn mit den Ausdrucksmöglichkeiten und Funktionsweisen der deutschen Sprache, übersetzen im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen einer adäquaten Wiedergabe komplexe und sprachlich stilisierte Strukturen und begründen ihre Entscheidungen.

L12 Lernbereich 3: Methodik

Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden ihre bisher erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Texten, deren sprachlicher Basis sowie deren kulturellem Kontext in neuen Zusammenhängen zielgerichtet an, sodass sie Originaltexte sicher und selbständig lesen, verstehen, übersetzen und interpretieren.
  • vergleichen eigene und fremde Übersetzungen literarischer Originaltexte untereinander und mit dem Original im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung fremdsprachiger Texte, nehmen zu den Befunden kritisch Stellung und wenden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Lösung von Aufgabenstellungen an.
  • nutzen zweisprachige Ausgaben und Übersetzungen u. a. zur Herstellung größerer inhaltlicher Zusammenhänge.
  • interpretieren Originaltexte vertieft aus verschiedenen Perspektiven, z. B. durch Text- und Motivvergleich, Einbeziehen von Rezeptionsdokumenten unterschiedlicher Epochen, altersgemäße Methoden der produktiven oder kreativen Rezeption.
  • wählen für die Materialbeschaffung zur Erschließung und Aufbereitung von Lerninhalten unter bewusstem methodischen Vorgehen themenbezogene Informationen selbständig aus, überprüfen kritisch deren Glaubwürdigkeit und wenden bei der Auswertung und Dokumentation der Quellen fundamentale Techniken und Kriterien (fach)wissen­schaftlichen Arbeitens an.
  • nutzen die vorhandenen Medien und erlernten Präsentationstechniken – ggf. auch über den Kursrahmen hinaus – unter Einhaltung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens (z. B. bei Zitaten, Quellenangaben) effizient, sachgerecht, verantwortungsbewusst und adressatenbezogen.
  • wenden ggf. bei der Durchführung eines Projekts, allein oder im Team, sinnvolle Methoden des Projektmanagements an.