Lehrplan PLUS

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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Vergleichsansicht

Vergleichsauswahl 2

Archäologie 12/13

gültig ab Schuljahr 2024/25

Der Fachlehrplan Archäologie ist modular aufgebaut. Das vorgeschaltete Basismodul weist auf Arbeitsweisen und Forschungsrichtungen der Archäologie sowie der Denkmalpflege hin und ist Grundlage der übrigen zwölf Module. In jedem der fachlichen Module werden ein bis drei zentrale Inhalte vorgegeben; weitere Vorschläge betreffen mögliche Erweiterungen und Vertiefungen. Die Module können von der Lehrkraft frei ausgewählt und kombiniert werden, wobei auch jahrgangsstufenübergreifend unterrichtet werden kann. Es können Kurse für die Dauer eines oder zweier Schuljahre eingerichtet werden. Bei der Einrichtung einjähriger Kurse wird empfohlen, vornehmlich die Module „Griechische Antike“, „Römische Antike“, „Archäologie des Mittelalters“ und „Archäologie der Neuzeit“ zu behandeln, damit die Schülerinnen und Schüler sowohl einen Einblick in zentrale Forschungsbereiche der klassischen Archäologie bekommen als auch die Relevanz archäologischer Arbeit für die Erforschung von Mittelalter und Neuzeit erfassen. Die Wahl der Module berücksichtigt auch Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie die ständigen oder aktuellen Möglichkeiten vor Ort.

Ar12/13 1 Basismodul „Grundlagen der Archäologie und des Denkmalschutzes“

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erfassen die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Archäologie und Denkmalschutz insbesondere auch in ihrem regionalen Umfeld, um die Notwendigkeit des Engagements für die Denkmalpflege in einem Kulturstaat zu erkennen.
  • lernen anhand von exemplarischem Quellenmaterial aus verschiedenen Epochen und geografischen Räumen analytische und interpretierende Arbeitstechniken der Archäologie und der Denkmalpflege kennen und beurteilen deren Möglichkeiten und Grenzen.
  • wenden fachspezifische Arbeitsmethoden an, wobei sie auch interdisziplinäre Ansätze einbeziehen und ihre Ergebnisse, z. B. in digitaler Form, präsentieren.
  • analysieren auch unter Einbeziehung ihrer historischen Kenntnisse herausragende Kunstwerke und vertiefen dabei ihre ästhetische Bildung.
  • vertiefen in jedem Schuljahr ihre Kompetenzen zu Archäologie und Denkmalschutz mithilfe mindestens einer Exkursion. Gegebenenfalls nehmen sie auch an einer wissenschaftlichen Lehrgrabung teil.
  • diskutieren, wie archäologische Erkenntnisse medial vermittelt werden, und beurteilen die Präsentation archäologischer Funde und Befunde im öffentlichen Raum.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Geschichte der Archäologie als Wissenschaft
  • Grabung als Grundlage, u. a. Dokumentation, Bergung, Konservierung, Bestimmung, Katalogisierung, Publikation
  • jüngere archäologische Disziplinen, u. a. Experimentelle Archäologie
  • das archäologische Dilemma: wissenschaftliche Grabung oder Denkmalschutz?
  • grundlegende Prinzipien der Archäologie: relative/absolute Chronologie, Stratifizierung, Geschlossener Fund/Befund
  • Stilanalyse, Typologie
  • Methoden zur Fund- und Befundlokalisierung (Prospektionsmethoden), u. a. Luftbildarchäologie
  • Methoden zur Datierung von Funden und Befunden
  • naturwissenschaftliche Methoden zur Materialuntersuchung
  • Methoden zur Konservierung und Restaurierung von Funden und Befunden; Rekonstruktion, Wiederaufbau, Nachbau (real, virtuell)
  • Präsentation von Funden und Befunden in Museen
  • Archäologie im Spannungsfeld von Bildung und Unterhaltung, u. a. Archäologie-Parks (z. B. Archäologischer Park Cambodunum in Kempten, Geschichtspark Bärnau-Tachov, Archäologiepark Altmühltal, Steinzeitdorf Pestenacker)
  • zentrale Aspekte des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege: rechtliche Grundlagen, Auswirkungen auf Stadtentwicklung und den Tourismus
  • Restitutionsdebatten: globaler Kunstmarkt und internationale Politik
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen
Die im Basismodul enthaltenen Grundlagen des Faches sollen nicht isoliert, sondern in den ausgewählten Inhaltsmodulen im Zusammenhang mit konkreten Beispielen behandelt werden.

Ar12/13 2 Modul „Steinzeit und Bronzezeit“ (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen die Wechselbeziehung der Abhängigkeit des Menschen von der Natur und der Entwicklung von Werkzeugen und Techniken.
  • vollziehen mithilfe archäologischer Befunde die Entwicklung von Religion und Kunst in der Altsteinzeit, die Ausbildung der sesshaften Lebensweise in der Jungsteinzeit sowie die Verwendung von Metallen in der Bronzezeit nach und erfassen deren Bedeutung als wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umwälzung.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • die Evolution des Menschen im Spiegel der Archäologie
  • technische Innovation: Werkzeug, Waffen und Schmuck
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • Religion und Kunst: Höhlenbilder und Skulpturen aus der jüngeren Altsteinzeit
    • Bestattungen der Altsteinzeit
    • Ausbreitung der sesshaften Lebensweise und Übergang zu Ackerbau und Viehzucht
    • Megalithbauten und Kreisgrabenanlagen der Jungsteinzeit, z. B. Ippesheim
    • Höhensiedlungen und Pfahlbausiedlungen
    • „Ötzi“ – die Gletschermumie vom Hauslabjoch: Lebensweise und Ausrüstung, Bergung, Konservierung und Präsentation
    • Geschlechterrollen in der Bronzezeit, u. a. Mobilität von Frauen, etwa vor dem Hintergrund der Studien zum Lechtal
    • Kupferbergbau, Metallverarbeitung und Handel, soziale Differenzierung und Herrschaft in der Bronzezeit

Ar12/13 3 Modul „Der Alte Orient – Mesopotamien und Kleinasien“ (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erfassen die Rolle des Vorderen Orients als ein Ausgangspunkt für die zivilisatorische Weiterentwicklung der Menschheit.
  • gewinnen Einsicht in die Abläufe und Bedingungen, unter denen sich Ackerbau und Viehzucht als dominierende Lebensform entwickelten, und erklären die Faktoren, die die Entstehung von ersten Städten und Staaten begünstigten.
  • erkennen monumentale Architektur, Schriftgebrauch und Wissenschaft als Merkmale altorientalischer Hochkulturen und untersuchen deren Einflüsse auf die europäischen Kulturen.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • vom bäuerlichen Leben zur städtischen Zivilisation
  • Staat, Wirtschaft und Kult in Babylonien
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • die Wiege der Zivilisation im fruchtbaren Halbmond: Übergang zu Ackerbau und Viehzucht
    • die Sumerer: zentrale Tempelwirtschaft und die Erfindung der Keilschrift
    • das Großreich der Assyrer
    • die Erfindung des Alphabets und die Phönizier als Kulturvermittler im Mittelmeerraum
    • das Großreich der Perser
    • die Ursprünge der Kulturpraktiken, Wissenschaften und Techniken in Mesopotamien: u. a. Bierbrauen, Töpferhandwerk, Naturwissenschaften

Ar12/13 4 Modul „Das Alte Ägypten“ (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen sich am Beispiel Ägyptens mit der archäologischen Perspektive auf eine antike Hochkultur auseinander und untersuchen dabei, inwiefern archäologische Befunde Aussagen über Kunst, Religion, Alltagsleben sowie gesellschaftliche und politische Strukturen ermöglichen. Sie beschreiben, wie sich die ägyptische Kunst und Kultur auf andere Kulturen ausgewirkt hat.
  • untersuchen Statuen und Reliefs und treffen Aussagen über ihre Funktion bei Herrschaftsverehrung und Totenkult.
  • setzen sich mit der Ausstattung und Ausschmückung von Pyramiden und anderen Grabmälern auseinander und überprüfen, inwiefern sich auf dieser Basis differenzierte Aussagen über altägyptische Jenseitsvorstellungen treffen lassen.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Lebensgrundlagen im alten Ägypten: der Nil, die Wüsten und Oasen
  • die Rolle des Pharaos als Mittler zwischen Göttern und Menschen und seine Darstellungsformen
  • Formen der Kunst, besonders Statuen und Reliefs
  • Totenkult und Grabgestaltung: Pyramiden und andere Gräber
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • Gesellschafts- und Alltagsleben, die besondere Rolle und Bedeutung der Frau, der Alltag von Kindern
    • Entwicklung der Kultur des Alten Ägypten und seine religiösen Grundvorstellungen: Götterwelt, Jenseitsvorstellungen
    • Architektur im Alten Ägypten: Tempel, Gräber, Wohnhäuser
    • Schrift und Literatur: Textgattungen, Weisheitslehren, Rolle des Schreibers als höchster Beamter mit besonderen moralischen Anforderungen, Überlieferung und Konservierung
    • die religiösen Besonderheiten der Amarna-Zeit und ihr Niederschlag in der Kunst
    • Tutanchamun: die Entdeckung seines Grabes und die Bedeutung der Funde
    • Kulturkontakte von der Prähistorischen Zeit bis ins 1. Jahrtausend v. Chr.
    • späte Blüte: Ptolemäer, Römer, Kopten; christliche Einflüsse auf die Kunst
    • moderne Zerrbilder des Alten Ägypten, u. a. im zeitgenössischen Film oder in den digitalen Medien

Ar12/13 5 Modul „Die minoische und mykenische Kultur“ (ca. 8 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen die Bedeutung der geographischen Lage Kretas für den wirtschaftlich-kulturellen Aufschwung dieser Insel-Macht und ihre Ausstrahlung auf die festländische mykenische Gesellschaft.
  • gewinnen anhand der Paläste bzw. Festungen, der Wandmalereien und der Keramik Einblicke in die Lebensverhältnisse beider frühen Hochkulturen Europas und beschreiben die Unterschiede sowie die gegenseitige Beeinflussung.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • die Entwicklung der friedlich wirkenden Palast-Kultur auf Kreta in Gegenüberstellung mit den kriegerisch wirkenden Palastanlagen von Mykene und Tiryns
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • Mythen um Kreta in der darstellenden und bildenden Kunst: Europa und der Stier, Minos und Pasiphae, Minotaurus im Labyrinth, Theseus und Ariadne
    • die minoischen Malereien von Kreta und Thera/Santorin
    • die gegenseitige Beeinflussung bei Malerei und Schrift (Linear B)
    • die Bedeutung der Archäologen Sir Arthur Evans und Heinrich Schliemann
    • Exkurs Troia: Grabungsgeschichte seit Heinrich Schliemann bis zum „neuen Streit um Troia“

Ar12/13 6 Modul „Griechische Antike“ (ca. 16 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erarbeiten ausgehend von einer Klärung des Begriffs „Klassische Archäologie“ verschiedene Epochen der griechischen Kultur, indem sie charakteristische Beispiele für die Plastik von der geometrischen bis zur hellenistischen Zeit untersuchen.
  • entwickeln anhand wichtiger Schöpfungen der Griechen auf dem Gebiet der Architektur und des Bauschmucks, des Grabkults und der Vasenmalerei eine vertiefte Vorstellung vom Stellenwert der griechischen Kunst in der Kunstgeschichte.
  • gewinnen Einblicke in das Alltagsleben der Griechen, deren Werthaltungen und religiöse Vorstellungen.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • griechische Plastik von der geometrischen bis zur hellenistischen Zeit
  • griechische Tempel: Architektur (z. B. die drei „Ordnungen“, Skulpturen- und Reliefschmuck, Farbigkeit) sowie ihre gesellschaftliche und kultische Funktion
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • die griechische Stadt, z. B. Athen, Milet, Pergamon
    • griechische Heiligtümer, z. B. Delphi, Olympia
    • Architektur und soziale Funktion von Theaterbauten, z. B. von Athen und Epidauros
    • die Gestaltung der Gräber sowie ihre gesellschaftliche und religiöse Bedeutung; Grabschmuck wie Großgefäße, Grabstatuen und Grabreliefs
    • griechische Vasen: Herstellungsweise, Formen und Funktionen; Bedeutung der Vasenbilder als Einblick in das tägliche Leben und in die Mythologie

Ar12/13 7 Modul „Römische Antike“ (ca. 16 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erwerben durch die Beschäftigung mit Architektur, Kunst und Alltagsgegenständen vertiefte Einblicke in Kultur und Kulturkontakte der Römer und erfassen deren entscheidende Bedeutung für das Werden Europas.
  • setzen sich mit den städtebaulichen Leistungen der Römer auseinander, wobei ihnen die öffentlichen Zweckbauten ebenso wie die Privathäuser fundierte Rückschlüsse auf gesellschaftspolitische Aspekte und das Alltagsleben der Römer ermöglichen.
  • beschreiben die vielfältige Rezeption der griechischen Kunst durch die Römer.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Stadtentwicklung und Stadtstruktur am Beispiel von Rom und Pompeji: öffentliche Plätze und Gebäude, Heiligtümer, Theater- und Sportstätten, Wasserversorgung, Thermen sowie Geschäfts- und Privathäuser
  • private und öffentliche Kunst von der späten Republik bis zur Spätantike: Statuen, Porträts, Reliefs
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • Staatskunst der Kaiserzeit: Architektur (Kaiserforen, Triumphbogen, Ehrensäulen) und Skulptur (z. B. Ara Pacis, Kaiserstatuen und -porträts)
    • Ausschmückung der Häuser: Wandmalerei (die sog. vier Stile), Mosaike, Statuen- und Reliefschmuck
    • Einblicke in gesellschaftspolitische und religiöse Vorstellungen der Römer anhand von Grabanlagen und deren Reliefschmuck
    • Pompeji und Herculaneum als Beispiele für archäologische Besonderheiten der Forschung und Konservierung
    • Zeugnisse römischen Lebens in archäologischen Funden: Haushaltsgerät, militärisches Gerät, Gegenstände des täglichen Lebens, Gladiatoren-Ausrüstung
    • Inschriften auf öffentlichen Gebäuden und Gräbern
    • Münzen als Medium der Propaganda

Ar12/13 8 Modul „Die Etrusker“ (ca. 8 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erschließen die Kultur der Etrusker vor allem durch die Beschäftigung mit den Gräbern und dem Totenkult und ziehen Rückschlüsse auf Gesellschaft, Alltagsleben und Jenseitsvorstellungen.
  • setzen sich mit etruskischen Skulpturen und Malerei auseinander, um die Einflüsse insbesondere griechischer Kunst auf die Etrusker, gleichzeitig aber auch etruskisches Fortwirken in der römischen Kultur zu erkennen.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Probleme von Herkunft, Sprache und Schrift der Etrusker
  • etruskische Nekropolen: Grab- und Totenkult der Blütezeit
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • griechische Einflüsse und italisches Umfeld
    • Architektur, z. B. Tempel, Profanbauten
    • Bronzekunst der Etrusker: Großplastik, Statuetten, Alltagsgegenstände

Ar12/13 9 Modul „Die Kelten“ (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gewinnen ein archäologisch fundiertes Bild der Kelten und beurteilen auf Grundlage der erworbenen Kenntnisse die Darstellung der Gallier in der römischen Literatur und Formen heutiger Keltenrezeption.
  • erfassen die hoch entwickelte Kultur der Kelten und deren Innovationskraft, wobei sie insbesondere Eisenverarbeitung, kunstvolles Handwerk, Geldwirtschaft und städtische Zivilisation berücksichtigen.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • keltische Siedlungsformen: Fürstensitze, Höhensiedlungen, Viereckschanzen und Oppida
  • Kunst, Handwerk und Religion der Kelten
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • der Keltenfürst oder Priesterkönig von Hochdorf
    • Wirtschaft und (Fern-)Handel, z. B. Salzgewinnung
    • Expansion: die Wanderungen der Kelten
    • Assimilation: die Kelten im Römischen Reich
    • keltisches Erbe in Europa

Ar12/13 10 Modul „Die Römer in Bayern – Provinzialrömische Archäologie“ (ca. 16 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben am Beispiel der Provinzen Rätien und Noricum Prozesse der Übernahme römischer Zivilisation und kultureller Anpassung in vielen Gebieten des Imperium Romanum (Romanisierung).
  • erfassen das antike Erbe in Bayern, das in vielfältigen materiellen Hinterlassenschaften greifbar wird.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Rätien und Noricum als Militärprovinzen: Lager-, Brücken- und Straßenbau, Organisationsstruktur
  • der Obergermanisch-Rätische Limes
  • Bauern, Handwerker und Händler: ziviles Leben in Rätien und Noricum
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • römische Inschriften und Münzen aus Rätien und Noricum
    • Religion in der Provinz: keltische, römische und orientalische Kulte
    • die sog. Romanisierung – Kontinuität und Wandel im zivilen und militärischen Leben: Steindenkmäler, Gefäße und Alltagsgegenstände
    • Rückzug und spätantike Nachblüte im 3. und 4. Jh.
    • Kontinuität nach dem Ende der römischen Herrschaft in Rätien und Noricum
    • eine Römerstadt von der Gründung bis ins Mittelalter, z. B. Augsburg, Regensburg, Passau

Ar12/13 11 Modul „Archäologie des Mittelalters“ (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erweitern durch die Beschäftigung mit archäologischen Befunden, die sie in Bezug setzen zu schriftlichen und bildlichen Quellen, ihre Kenntnisse zum Mittelalter, insbesondere zur mittelalterlichen Alltagskultur.
  • erkennen beispielsweise bei der Auseinandersetzung mit stadtarchäologischen Forschungen Spuren des Mittelalters in ihrer Lebenswelt.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Reihengräberzivilisation der Merowingerzeit
  • Stadtarchäologie: Leben in der mittelalterlichen Stadt
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • die Wikinger-Stadt Haithabu
    • mittelalterliches Leben auf dem Land, u. a. Erdställe in Bayern, sog. Schratzellöcher
    • Adel und Rittertum: Burgen und Pfalzen
    • sakrale Architektur: Kirchen und Klöster

Ar12/13 12 Modul „Archäologie der Neuzeit“ (ca. 12 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen, dass archäologische Forschung auch zur neueren und jüngsten Geschichte wesentliche Einsichten zu liefern vermag.
  • entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass historisch bedeutsame Stätten des 16. bis 20. Jh. schützenswerte Denkmäler sind.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Industriearchäologie: historische Fabriken, Glashütten und Bergwerke, Arbeiter- und Knappensiedlungen
  • materielle Spuren des NS-Regimes
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • (Stadt-)Schlösser der Renaissance
    • frühneuzeitliche Festungen und Schlachtfelder, z. B. aus dem Dreißigjährigen Krieg
    • Gartenarchäologie: Rekonstruktion barocker und klassizistischer Parkanlagen
    • neuzeitliche Schiffswracks: Dokumentation, Bergung, historische Interpretation und Vermarktung
    • Spuren der DDR-Vergangenheit: Grenzbefestigungen der DDR, Berliner Mauer, Fluchttunnel

Ar12/13 13 Modul „Archäologie in außereuropäischen Räumen“ (ca. 8 Std.)

Aus den beiden Themenbereichen zur Archäologie in außereuropäischen Räumen kann ein Bereich gewählt werden. Zusätzlich kann auch auf Aspekte der Archäologie Afrikas eingegangen werden.

Ar12/13 13.1 Themenbereich „Asiatische Völker und Staaten“ (ca. 8 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gewinnen Einblicke in die historische Kultur Asiens und erweitern somit ihre vorrangig westlich-europäisch geprägten Vorstellungen.
  • lernen anhand herausragender Denkmäler Beispiele für Lebensweise und Denken, Kunst und Technik historischer asiatischer Völker kennen, um deren kulturelle Leistungen in ihrer Eigenbedeutung sowie im Vergleich mit den gleichzeitigen bzw. späteren Verhältnissen in Europa zu beurteilen und zu würdigen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Tempel, Klöster und Mausoleen: sakrale Monumente in Süd- und Südostasien
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • frühe Stadtkulturen am Indus: Harappa, Mohenjo Daro
    • das Mausoleum des ersten Kaisers von China und seine Terrakotta-Armee
    • das Alte China: Große Mauer, Kaiserkanal und Seidenstraße
    • asiatische Steppenvölker: Skythen, Hunnen, Mongolen
    • die polynesischen Rapa Nui auf der Osterinsel

Ar12/13 13.2 Themenbereich „Amerika vor Kolumbus“ (ca. 8 Std.)

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • lernen die altamerikanischen Kulturen der Maya, Inka und Azteken sowie anderer Völker als entwickelte städtische Zivilisationen kennen, indem sie sich u. a. mit Stadtanlagen und Tempelpyramiden, Astronomie, Kalender und Schrift befassen.
  • beurteilen ausgehend von der Auseinandersetzung mit den archäologischen Denkmälern die ideologisch geprägte schriftliche Tradition der europäischen Eroberer und Missionare.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • die städtische Zivilisation der Maya
  • Erweiterungen und Vertiefungen
    • die Besiedelung Amerikas: Paläoindianer und Clovis-Kultur
    • die Olmeken als Impulsgeber für die altamerikanische Zivilisation
    • Teotihuacan – die erste amerikanische Großstadt
    • Pueblo-Indianer in Nordamerika
    • Herrschaft und Kult im Reich der Inka
    • Tenochtitlan: das Herrschaftszentrum der Azteken
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