Lehrplan PLUS

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Schulart- und fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele sowie Alltagskompetenz und Lebensökonomie

Die folgenden Kurzbeschreibungen der schulart- und fächer­über­greifenden Bildungs- und Erziehungsziele gelten für alle unter LehrplanPLUS erfassten Lehrpläne. Diese Kurzbeschreibungen befinden sich gegenwärtig im Entwurfsstadium. Sie werden erst nach dem Abschluss der  Anhörungsverfahren für die Lehrpläne der weiterführenden und der beruflichen Schulen verbindlich.

Die Schülerinnen und Schüler sehen sich in Gesellschaft, Kultur, Politik, Natur und Technik mit Phänomenen und Entwicklungen konfrontiert, die – soweit sie im schulischen Kontext relevant sind – über die Grenzen eines einzelnen Unterrichtsfaches hinausreichen.

Die schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele beschreiben entsprechende Themenbereiche, denen die Schülerinnen und Schüler in der Schule sowohl im Fachunterricht als auch in fächerverbindenden Projekten und im Schulleben begegnen. Die Auseinandersetzung mit ihnen trägt zur Entwicklung einer ganzheitlich gebildeten und alltagskompetenten Persönlichkeit bei.

Die folgenden Kurzbeschreibungen geben einen für alle Schularten gültigen Überblick über die zentralen Aussagen der schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele und die Handlungsfelder der Alltagskompetenz und Lebensökonomie im LehrplanPLUS. Schulart- und fachspezifische Verknüpfungen finden sich im Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulart, in den Fachprofilen, den Grundlegenden Kompetenzen und den Fachlehrplänen. Die den schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen zugrunde liegenden verbindlichen Richtlinien, amtlichen Verlautbarungen und Empfehlungen, Landtagsbeschlüsse sowie die schulartübergreifende Matrix zu Alltagskompetenz und Lebensökonomie werden im Serviceteil zum Download angeboten.

Alltagskompetenz und Lebensökonomie

In der Auseinandersetzung mit Inhalten aus den fünf Handlungsfeldern Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten und Umweltverhalten liegt ein besonderer Schwerpunkt des fächerübergreifenden Ansatzes. Die Schülerinnen und Schüler überdenken dabei ihre Einstellungen und optimieren ihr Handeln im Bereich Alltagskompetenz und Lebensökonomie. Sie erkennen die Bedeutung einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Lebensführung sowie einer überlegten Haushaltsökonomie für ihr eigenes Leben. Die Entwicklung von Alltagskompetenz und Lebensökonomie veranschaulicht eine schulartübergreifende Matrix für die Jahrgangsstufen 1 bis 10.

Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

Alltagskompetenz und Lebensökonomie als Teil des Bildungsauftrags der Schule

Gemäß den obersten bayerischen Bildungszielen, Art. 131 der Bayerischen Verfassung, gehört es zur Aufgabe der Schulen, neben der Vermittlung von „Wissen und Können“ auch „Herz und Charakter“ der Heranwachsenden zu bilden und sie somit in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Alltagskompetenzen leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag. Daher sind sie in enger Verzahnung mit den vierzehn weiteren schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen unter dem Begriff „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“ für alle Schularten verbindlich im LehrplanPLUS verankert und somit Bestandteil einer umfassenden schulischen Persönlichkeitsbildung.

Definition und Zielsetzung von Alltagskompetenz und Lebensökonomie

Im weitesten Sinne versteht man unter Alltagskompetenzen Fähigkeiten, die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, sich im Alltag zurechtzufinden. Sie fördern Einstellungen und Handlungsstrategien, die zur konstruktiven Lösung alltäglicher Herausforderungen wie auch zur Bewältigung von Problemen und Existenzfragen beitragen. Alltagskompetenzen unterstützen die Heranwachsenden in ihrer Entwicklung zu Menschen, die sich selbst vertrauen und Eigenverantwortung für ihr Leben übernehmen.

Im Unterricht und im schulischen Zusammenleben werden u. a. folgende Kompetenzen angestrebt:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erwerben Gesundheitskompetenzen, die langfristig einen gesunden Lebensstil fördern,
  • nehmen sich selbst und ihre Umwelt reflektiert und differenziert wahr, insbesondere Gefühle, Bedürfnisse und Interessen von sich selbst und anderen, z. B. in Konfliktsituationen,
  • gehen achtsam, verantwortungsvoll und wertschätzend mit sich selbst, ihren Mitmenschen und der Umwelt um,
  • kommunizieren auf einer ihrem Alter entsprechenden Ebene gewaltfrei und konstruktiv, insbesondere im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen (z. B. sozialverträgliches Nein-Sagen, Ich-Botschaften und wertschätzendes Feedback),
  • erwerben eine positive Einstellung zu ihren eigenen Wirkungsmöglichkeiten, verfolgen Ziele und erfahren in ihrem Tun Sinn,
  • verstehen, dass auch Misserfolge zum Leben gehören und Scheitern auch ein Wachstum der Persönlichkeit bedeuten kann,
  • bewältigen die Herausforderungen des Alltags und bauen ein stabiles Selbstwertgefühl auf.

In der Auseinandersetzung mit konkreten Themen aus den fünf Handlungsfeldern der Alltagskompetenz und Lebensökonomie – Gesundheit, Ernährung, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten sowie Umweltverhalten – überdenken die Schülerinnen und Schüler im Verlauf ihrer Schulzeit immer wieder ihre Einstellungen und optimieren ihr Handeln im Bereich Alltagskompetenz und Lebensökonomie. Durch die stetige Vertiefung der Inhalte erkennen sie z. B. die Bedeutung einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Lebensführung sowie einer überlegten Haushaltsökonomie für ihr eigenes Leben.

Die fünf Handlungsfelder der Alltagskompetenz und Lebensökonomie

Im fächerübergreifenden Zusammenspiel helfen die Handlungsfelder Gesundheit, Ernährung, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten sowie Umweltverhalten, Fragestellungen des alltäglichen Lebens zu erkennen und zu verstehen, angemessen auf entsprechende Herausforderungen zu reagieren sowie im Alltag erfolgreich und nachhaltig zu handeln.

Grundlegende Kompetenzen im Handlungsfeld Gesundheit

Im Rahmen der schulischen Gesundheitsbildung und -erziehung erwerben die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Kompetenzen, die im Detail den einzelnen Fachlehrplänen entnommen werden können. In Anlehnung an diese sei hier auf folgende grundlegende Kompetenzen verwiesen:

Die Schülerinnen und Schüler

  • verstehen in Grundzügen Aufbau und Funktionsweise des menschlichen Körpers und entwickeln Einstellungen und Handlungsweisen, die für eine gesunde Lebensweise wichtig sind,
  • wissen um die Bedeutung von Bewegung als Grundlage einer gesunden Lebensführung und entwickeln sportmotorische Fähigkeiten,
  • beherrschen einfache Strategien der Entspannung und Selbstkontrolle, z. B. im Umgang mit Ärger,
  • nehmen sich als einmalige Persönlichkeiten wahr und setzen sich mit ihren eigenen Stärken und Schwächen sowie Gefühlen und Wünschen auseinander, um damit langfristig ein positives Selbstbild zu entwickeln,
  • sind aufmerksam für die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Mitmenschen und entwickeln u. a. ihre Fähigkeit zu Empathie, Solidarität und Toleranz wie auch ihre Hilfsbereitschaft weiter,
  • erkennen Gründe für Konflikte und entwickeln konstruktive Lösungsstrategien,
  • erkennen die Notwendigkeit zur Ersten Hilfe und können gezielte Ersthelfer-Maßnahmen durchführen.
Grundlegende Kompetenzen im Handlungsfeld Ernährung

Im Rahmen der schulischen Ernährungsbildung und -erziehung erwerben die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Kompetenzen, die im Detail den einzelnen Fachlehrplänen entnommen werden können. In Anlehnung an diese sei hier auf folgende grundlegende Kompetenzen verwiesen:

Die Schülerinnen und Schüler

  • setzen sich mit der Bedeutung der Landwirtschaft, insbesondere landwirtschaftlicher Betriebe ihres Lebensumfeldes, bei der Erzeugung und Verarbeitung von Nahrungs-mitteln auseinander,
  • erkennen, dass gesundes Essen weit mehr ist als nur Nahrungsaufnahme,
  • hinterfragen ihr persönliches Essverhalten und nutzen ihr Wissen über die Zusam-menhänge zwischen Gesundheit, Ernährung, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude, um einen gesunden, verantwortungsbewussten Lebensstil zu entwickeln.
Grundlegende Kompetenzen im Handlungsfeld Haushaltsführung

Im Handlungsfeld der Haushaltsführung erwerben die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Kompetenzen, die im Detail den einzelnen Fachlehrplänen entnommen werden können. In Anlehnung an diese sei hier auf folgende grundlegende Kompetenzen verwiesen:

Die Schülerinnen und Schüler

  • begreifen und schätzen Gewohnheiten und rhythmisierende Abläufe (z. B. den Morgenkreis in der Schule, die gemeinsame Mahlzeit in der Schule oder Familie) als eine Möglichkeit, das Leben zu ordnen, Gemeinschaft zu fördern und ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln,
  • verstehen Feste als Höhepunkte im menschlichen Leben,
  • bewältigen anfallende Arbeiten aus den verschiedenen Aufgabenbereichen des Haushalts,
  • reflektieren und nutzen ihre Erkenntnisse über ökonomische und ökologische Grundsätze der Haushaltsführung für eine überlegte Haushaltsökonomie in ihrem eigenen Leben,
  • handeln und konsumieren im Haushalt und Alltag nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit.
Grundlegende Kompetenzen im Handlungsfeld selbstbestimmtes Verbraucherverhalten

Im Rahmen der schulischen Verbraucherbildung und -erziehung erwerben die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Kompetenzen, die im Detail den einzelnen Fachlehrplänen entnommen werden können. In Anlehnung an diese sei hier auf folgende grundlegende Kompetenzen verwiesen:

Die Schülerinnen und Schüler

  • betrachten und hinterfragen persönliche Bedürfnisse und Konsumwünsche,
  • kennen die Grundlagen einer reflektierten Konsumentscheidung (z. B. Qualitäts- und Sicherheitskriterien, Preisbildung, Produktionsmethoden und Produktionswege von Waren und Dienstleistungen) sowie Quellen der Verbraucherinformation (z. B. die „Stiftung Warentest“, Verbraucherberatungsstellen, Verbraucherschutzorganisationen, Verbraucherportal VIS Bayern),
  • besitzen Grundkenntnisse im Verbraucherrecht, um ihre eigenen Rechte und Pflichten besser einschätzen zu können,
  • sind zu einem reflektierten, verantwortungsvollen, nachhaltigen, wertorientierten und selbstbestimmten Konsumhandeln in der Lage,
  • entwickeln für die sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Folgen ihres Konsums Verantwortungsbewusstsein,
  • können die finanziellen Aufgaben im Alltag bewältigen, indem sie Gewinnung, Verwaltung und Verwendung finanzieller Mittel in Einklang halten (z. B. Taschengeld, eigenes Girokonto) sowie ein Vorsorgebewusstsein entwickeln (z. B. Sparen, Versicherungen, Altersvorsorge)
  • reflektieren den Umgang mit digitalen Medien- und Informationsangeboten.
Grundlegende Kompetenzen im Handlungsfeld Umweltverhalten

Im Rahmen der schulischen Umweltbildung und -erziehung erwerben die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Kompetenzen, die im Detail den einzelnen Fachlehrplänen entnommen werden können. In Anlehnung an diese sei hier auf folgende grundlegende Kompetenzen verwiesen:

Die Schülerinnen und Schüler

  • entwickeln Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt und erweitern ihre Kenntnisse über die komplexe und wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mensch, Gesundheit und Umwelt,
  • sind in der Lage, sich durch Informationsbeschaffung und -verarbeitung Themen der Umweltbildung zu erschließen und im altersgerechten Rahmen ihre Handlungsmöglichkeit zur aktiven gesellschaftlichen Mitgestaltung zu nutzen,
  • überdenken ihr eigenes Handeln vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen (z. B. Klimawandel, Auswirkung der Globalisierung),
  • zeigen ein Bewusstsein für einen verantwortlichen und nachhaltigen Umgang mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Ressourcen und handeln altersgemäß im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Berufliche Orientierung

Berufliche Orientierung in den weiterführenden und beruflichen Schulen legt den Grundstein für die spätere be­rufliche Aus­richtung von Schülerinnen und Schülern. Auf der Basis ihrer persönlichen Stärken und Schwächen sowie ihrer Nei­gungen und Interessen setzen sie sich mit verschiedenen Berufsbildern auseinander. Sie be­obachten und reflektieren Strukturen und Entwicklungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt, um tragfähige Entscheidungen für ihre berufliche Ausrichtung zu treffen.

Externe Partner sowie fachkundige Beratung (Bundesagentur für Arbeit, Beratungslehrkräfte) unterstützen die Entwicklung der für die berufliche Orientierung notwendigen Kompetenzen.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)

Im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung entwickeln Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die sie befähigen, nachhaltige Entwicklungen als solche zu erkennen und aktiv mitzugestalten.

Sie entwickeln Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt und erweitern ihre Kenntnisse über die komplexe und wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mensch und Umwelt. Sie gehen sorgsam mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Ressourcen um, damit Lebensgrundlage und Gestaltungsmöglichkeiten der jetzigen und der zukünftigen Generationen in allen Regionen der Welt gesichert werden.

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich Wissen über Umwelt- und Entwicklungsprobleme, deren komplexe Ursachen sowie Auswirkungen an und  setzen sich mit Normen und Werten auseinander, um ihre Umwelt wie auch die vernetzte Welt im Sinne des Globalen Lernens kreativ mitgestalten zu können.

Familien- und Sexualerziehung

Die Familien- und Sexualerziehung begleitet den seelischen und körperlichen Reifungsprozess von Schülerinnen und Schülern. Sie hilft ihnen, auf der Grundlage eines sachlich begründeten Wissens zu Fragen der menschlichen Sexualität ihre individuelle Entwicklung vorbereitet zu erleben und ihre Geschlechtlichkeit anzunehmen. Zuneigung, gegenseitige Achtung und Verlässlichkeit begreifen die Schülerinnen und Schüler als wichtige Bestandteile persönlicher Beziehungen, beständiger Partnerschaft und des Familienlebens.

Die Schülerinnen und Schüler äußern sich zu sexuellen Themen sprachlich angemessen. Sie erkennen die Notwendigkeit eines vorbeugenden und verantwortungsvollen Verhaltens, um ihre Gesundheit und die anderer vor Krankheit, z. B. AIDS, zu schützen und um wertschätzend miteinander umzugehen. Die Schülerinnen und Schülern erkennen Gefahrensituationen für sexuelle Belästigungen und Gewalt und erlernen präventive Verhaltensweisen und Handlungsstrategien, um in gefährdenden Situationen angemessen zu reagieren.

Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung zielt auf eine aktive Gesundheitsvorsorge, Suchtprävention und die Entwicklung eines gesunden Lebensstils, der auf einer physischen, psychischen, sozialen, ökologischen und spirituellen Balance beruht.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Themenfeldern Ernährung, Bewegung, Hygiene, Stress/psychische Gesundheit, Sucht-/Ge­waltprävention auseinander und lernen, achtsam und verantwortungsvoll mit sich selbst umzugehen. Eine aktive Freizeitgestaltung sowie die Kenntnis von Bewältigungsstrategien in Belastungssituationen stärken und schützen die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler.

Interkulturelle Bildung

Im Rahmen der Interkulturellen Bildung erwerben die Schülerinnen und Schüler elementare Kenntnisse über andere Kulturen und Religionen, die in einer pluralistischen und globalisierten Gesellschaft ein kultursensibles Verhalten und ein friedvolles Zusammenleben ermöglichen.

Im Vergleich eigener Einstellungen und Haltungen mit denen anderer entwickeln sie Interesse und Offenheit, gegenseitigen Respekt sowie Toleranz gegenüber anderen Menschen mit ihren kulturspezifischen Vorstellungen und Verhaltensweisen, z. B. hinsichtlich Lebensführung, Sprache und Religion. Interkulturelle Kompetenz zeigt sich darin, dass Menschen und Kulturen voneinander lernen und sich so ge­genseitig bereichern.

Kulturelle Bildung

Die Auseinandersetzung mit Gegenständen der Kulturellen Bildung eröffnet den Schülerinnen und Schülern Zugänge zu Kunst und Kultur sowie zum eigenen künstlerischen Potenzial. Ein differenziertes ästhetisches Wahrnehmen, Erleben und Gestalten erfahren sie als Bereicherung des Lebens und der eigenen Persönlichkeit.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Bewusstsein für künstlerisches Schaffen und schätzen die Bedeutung kultureller Leistungen für die Gesellschaft.

Kulturelle Bildung dient einer ganzheitlichen Bildung. Sie fördert eine  Lebensgestaltung, in der sowohl Individualität, z. B. Werthaltungen und Identität, als auch gesellschaftliche Teilhabe ihren Ausdruck finden.

Den jährlichen Kulturtag an bayerischen Schulen nützen die Schülerinnen und Schüler z. B. zum Ausbau künstlerisch-kultureller Netzwerke mit externen Kulturschaffenden und kulturellen Ein­richtun­gen.

Medienbildung/Digitale Bildung

Schülerinnen und Schüler erwerben im Rahmen der schulischen Medienbildung Kenntnisse und Fertigkeiten, um sachgerecht, selbstbestimmt und verantwortungsvoll in einer multimedial geprägten Gesellschaft zu handeln.

Sie analysieren und bewerten Vorzüge und Gefahren von Medien und nutzen diese bewusst und reflektiert für private und schulische Zwecke. Insbesondere wägen sie kriteriengeleitet ihren Umgang mit sozialen Netzwerken ab.

Ökonomische Verbraucherbildung

Das wachsende Angebot an Konsummöglichkeiten und der immer früher einsetzende Zugang zu allen Formen der modernen Kommunikationsmedien unterstreichen die Notwendigkeit, dass Schülerinnen und Schülern zuverlässig ein bewusstes Verbraucherverhalten entwickeln. Im Rahmen der Ökonomischen Verbraucherbildung erwerben sie vor allem Markt-, Finanz- sowie Daten- und Informationskompetenzen, die sie zu einem verantwortungsvollen, nachhaltigen und wertorientierten Konsumhandeln befähigen. Dabei gewinnen sie auch einen Einblick in die Möglichkeiten der finanziellen Vorsorge und in die Notwendigkeit des bewussten Umgangs mit persönlichen Daten.

Politische Bildung

Politische Bildung basiert auf der Kenntnis und Akzeptanz von Demokratie und freiheitlich-demokratischer Grundordnung sowie dem Wissen um den föderalen, rechtsstaatlichen und sozialstaatlichen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler achten und schätzen den Wert der Freiheit und der Grundrechte. Auf der Grundlage einer altersgemäßen Fähigkeit und Bereitschaft zur Teilhabe am politischen Prozess tragen sie zu einer positiven wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft und zum Erhalt des Friedens bei. Sie nehmen aktuelle Herausforderungen an, etwa im Zusammenhang mit der Entwicklung eines europäischen Zusammengehörigkeitsgefühls oder mit zentralen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen von der kommunalen und Landesebene bis hin zu prägenden Tendenzen der Globalisierung.

Soziales Lernen

Im Sinne der obersten Bildungsziele der Bayerischen Verfassung achten die Schülerinnen und Schüler die Würde anderer Menschen in einer pluralen Gesellschaft. Sie üben Selbstbeherrschung, übernehmen Verantwortung und zeigen Hilfsbereitschaft. Sie gestalten Beziehungen auf der Grundlage von Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Toleranz und Selbstbestimmtheit; sie haben Respekt vor anderen Standpunkten und sind fähig, Kompromisse zu schließen, die der Gemeinschaft nützen.

Sprachliche Bildung

Sprache ermöglicht die kommunikative Teilhabe an einer Gemeinschaft. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist Voraussetzung für schulischen Erfolg und ihre Pflege nicht nur ein Anliegen des Faches Deutsch, sondern eine zentrale Aufgabe aller Fächer. Durch die Versprachlichung eigener und fremder Gedanken in Wort und Schrift fördern die Schülerinnen und Schüler die Begriffsentwicklung und festigen ihr Sprachhandeln. Sie halten die Regeln der Standardsprache als verbindlicher Norm ein, um verständlich und situationsangemessen kommunizieren zu können, und bedienen sich einer treffenden, angemessenen und wertschätzenden Ausdrucksweise.

Technische Bildung

Technik ist die gezielte nutzbringende Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Technik bedeutet Fortschritt, kann aber auch Gefahren für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Umwelt in sich bergen. Die Schülerinnen und Schüler kennen den Entwicklungsprozess von der Idee zum Produkt und reflektieren die Chancen und Risiken neuer technischer Entwicklungen und deren Folgen. Sie handeln auf der Grundlage eines ethisch-moralischen Bewusstseins nach ökologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Kriterien.

Verkehrserziehung

Verkehrserziehung zielt auf die Befähigung der Schülerinnen und Schüler zu einer sicheren Teilhabe am Verkehr sowie zu selbstverantwortlicher und altersgerechter Mobilität.

Sie schulen ihre motorischen Fähigkeiten sowie ihr antizipatorisches Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen, um als Fußgänger, Radfahrer, Mitfahrer und Benutzer motorisierter Fahrzeuge sowie öffentlicher Verkehrsmittel gefahrenbewusst und verantwortungsvoll zu agieren. Ihr Mobilitätshandeln zeigt  Problembe­wusstsein für ökologische und ökonomische Fragen und Bereitschaft zu Rücksichtnahme und defensivem Verhalten.

Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

Werteerziehung

Die Schülerinnen und Schüler begegnen in einer offenen und globalisierten Gesellschaft der Vielfalt von Sinnangeboten und Wertvorstellungen. Sie setzen sich mit den verschiedenen Antworten auf Sinnfragen auseinander, um in politischen, religiösen und sozialen Zusammenhängen zu eigenen, reflektierten Werthaltungen zu finden. Das christliche Menschenbild und die daraus abzuleitenden Bildungs- und Erziehungsziele sind Grundlage und Leitperspektive für die Achtung vor dem Leben und vor der Würde des Menschen. Die Schülerinnen und Schüler respektieren unterschiedliche Überzeugungen und handeln aufgeschlossen und tolerant in einer pluralen Gesellschaft.

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