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Katholische Religionslehre 1/2 Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Grundschule: In der Gemeinde leben – zur katholischen Kirche gehören

Erläuterung zum Lernbereich: „In der Gemeinde leben – zur katholischen Kirche gehören“

  • Erläuterung_GS_1-2_LB8

    Religionspädagogisches Zentrum in Bayern
    Jahrgangsstufe 1/2 Theologische Grundlegung zum Lernbereich 8
    In der Gemeinde leben – zur katholischen Kirche gehören
    Die Kirchenerfahrung dieser Altersstufe basiert auf Anschauung und Beteiligung. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler ein erstes Bewusstsein dafür bekommen, was Kirche ist: erstens eine Versammlung von Menschen, die durch den Glauben an Jesus miteinander ver-bunden sind, und zweitens ein Ort, an dem die Versammelten diesen Glauben zum Ausdruck bringen. Gelebter Glaube kann niemals nur Privatangelegenheit sein. Er braucht, wie jede Form von Leben, die Vergewisserung, den Austausch, die Vernetzung mit anderen und vor allem die gemeinsame Hinwendung zum Zentrum des Glaubens. Indem die Kinder Kirchen-räume und ihre Einrichtungen kennenlernen, erschließt sich ihnen der Lebensvollzug einer kirchlichen Gemeinschaft. Sie erfahren: das, was man in der Schule (und hoffentlich auch noch in der Familie) von Gott, bzw. Jesus hört, hat einen sichtbaren Ort in dieser Welt, in der wir leben. Dieser Ort unterscheidet sich von anderen Versammlungsorten dadurch, dass hier nicht nur miteinander gesprochen und gefeiert wird, sondern dass sich die Versammelten auf Gott ausrichten und zu ihm sprechen, d. h. beten und die Liturgie vollziehen. Das Gotteshaus ist nicht nur ein Ort zum Reden, sondern auch zum Hören. Wir hören, was Gott durch die Worte der Schrift im Gottesdienst zu uns spricht, aber nicht nur das – er verbindet sich auch mit uns und will unter uns wohnen. Das feiern wir. Dazu bedarf es bestimmter Haltungen und Einstellungen, z. B. still sein, hören, gemeinsam beten und singen, knien, stehen, Hände fal-ten. So bilden Kinder erste Ansätze zur Liturgiefähigkeit aus, die mit einem Gespür für heilige Orte ihren Anfang nehmen. Es gibt Orte, an denen man nicht nach Lust und Laune herum-springt, herumschreit und plaudert. Kinder, die keine oder nur eine sehr sporadische Kir-chenerfahrung haben, müssen erst lernen, dass ein Gotteshaus sich von anderen Räumen, die sie bisher kennen, unterscheidet. Das Raumerleben soll zur Einstellung der Ehrfurcht führen. Kinder erfahren: Es gibt Orte, die auf uns wirken, die uns still machen und uns helfen, auf an-dere Gedanken zu kommen. Eine gut vorbereitete Kirchenerkundung kann für die Schülerin-nen und Schüler gleichsam zu einer begehbaren Landkarte des Glaubens werden, mit der sie für den eigenen Glaubensweg Orientierung finden. Alles, was für den Glauben bedeutsam ist, hat im Kirchenraum einen Platz. Indem Kinder bestimmte Gegenstände erkunden – Altar, Ta-bernakel, Taufbecken usw. – finden sie einen ersten Zugang zum sakramentalen Handeln der Kirche. Indem sie ggf. das Taufbecken als Ort entdecken, den sie biographisch auf ihre eigene Taufe beziehen können, wird ihnen bewusst, dass sie schon zu Christus und seiner Kirche gehören. Die Bilder, Statuen und Symbole eines Gotteshauses geben Anlass, auch mit signifi-kanten Christen der Kirchengeschichte in Berührung zu kommen. Katholiken beten die Heili-gen nicht an, sondern rufen sie als ihre älteren Geschwister im Glauben an. Mit den Heiligen
    spüren wir die Vernetzung mit der Glaubensgemeinschaft von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Um das wirklich ausloten zu können, muss man sie kennenlernen. Indem Kinder sich mit dem Leben der Kirchen- und Namenspatrone als die ihnen „nahelie-genden“ Heiligen befassen, können sie nachvollziehen, was christliches Leben bedeutet und wie vielfältig es ist. Die Beschäftigung mit den Heiligen hat auch eine kulturgeschichtliche Dimension. Den Kindern soll bewusst werden, dass die Heiligen unser Land auch kulturell geprägt haben, z. B. die frühen Glaubensboten, nach denen viele unserer Kirchen benannt sind. Erfahrung von Kirche wird in dieser Altersstufe hauptsächlich über die Sinne und durch die unmittelbare Begegnung mit Personen, z. B. dem örtlichen Pfarrer, erfolgen. Auch wenn der Lehrplan dies ausdrücklich erst in der 3./4. Jgst. benennt, empfiehlt sich auch die Kon-taktaufnahme mit einem evangelischen Pfarrer oder einer Pfarrerin, um in ökumenischer Of-fenheit die Gemeinsamkeiten mit anderen Konfessionen zu pflegen. Das gilt ggf. auch für orthodoxe Kirchen vor Ort.
    Aus: Reil, Elisabeth: Theologischer Leitfaden zum Fachlehrplan Katholische Religionslehre Grundschule. In: Katholisches Schulkommissariat in Bayern (Hg.): Handreichung zum LehrplanPLUS, Katholische Religionslehre in der Grundschule, München 2015, S. 33-55.
    www.rpz-bayern.de/handreichung_zum_lehrplan_plus.html

Ergänzende Informationen sind nicht Bestandteil des Lehrplans.