Lehrplan PLUS

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Katholische Religionslehre 3/4 Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Grundschule: Jeder Mensch – einmalig und gemeinschaftsbezogen

Erläuterung zum Lernbereich: „Jeder Mensch – einmalig und gemeinschaftsbezogen“

  • Erläuterung_GS_3-4_LB1

    Religionspädagogisches Zentrum in Bayern
    Jahrgangsstufe 3/4 Theologische Grundlegung zum Lernbereich 1
    Jeder Mensch – einmalig und gemeinschaftsbezogen
    Die Erläuterungen zum Lernbereich in der 3./4. Jahrgangsstufe bauen auf den Ausführungen zur 1./2. Jahrgangsstufe auf.
    In der 3. und 4. Jgst. wird diese Wahrnehmung auf das geistig-seelische Vermögen der Schü-lerinnen und Schüler gelenkt – auf Begabungen, Fähigkeiten, aber auch Schwächen und Grenzen ihrer selbst und ihrer Mitmenschen. Letzteres kann aber nur auf der Basis von abso-luter Annahme geschehen, denn wer sich nicht angenommen fühlt, kann auch Fehler nicht zugeben, sondern greift stattdessen zur Selbstverteidigung. Nur in einer Atmosphäre des Wohlwollens ist der Mensch fähig zum realistischen Blick auf sich selbst. So wird Versöh-nungsbereitschaft gestärkt. Ziel ist ein versöhntes Miteinander, bei dem man sich nicht hinter einer verlogenen Fassade zu verstecken braucht. Durch die Erfahrung der gegenseitigen An-nahme wird auch die Annahme durch Gott erfahrbar und umgekehrt entsteht aus der Ge-wissheit, von Gott angenommen zu sein, die Fähigkeit, die Anderen anzunehmen.
    Die Versöhnung mit Gott soll von der Gewissheit getragen sein, dass Gott niemals „hin-richtet“, sondern „auf-richtet“ (Ps 80,4). Hier lässt sich die Doppelbedeutung des deutschen Wortes „richten“ ins Spiel bringen: „richten“ im Sinne von „(ver)urteilen“ und im Sinne von „reparieren“, heil machen, was zu Bruch gegangen ist. Geeignete biblische Bilder sollen das Bewusstsein dafür stärken, z. B. das Gleichnis vom barmherzigen Vater (Lk 15) oder die Ein-kehr Jesu bei Zachäus (Lk 19). Für die 3. und 4. Jgst. muss aber auch bewusst gemacht wer-den, dass zu einem versöhnten Miteinander Regeln des Zusammenlebens gehören. Dabei kommt auch die Goldene Regel (Mt 7,12) zur Sprache. Selbst der kategorische Imperativ von IMMANUEL KANT hat darin seine Wurzel: „Handle so, dass dein Handeln gleichzeitig als all-gemeines Gesetz gelten könnte.“ In diesem Zusammenhang können die Schülerinnen und Schüler in Gedanken durchspielen, wie eine Welt aussehen würde, in der allen alles erlaubt ist. Dadurch wird die Sinnhaftigkeit von Regeln evident. Fazit: zu einem gedeihlichen Zusam-menleben gehört beides – Versöhnungsbereitschaft und die Anerkennung von Regeln.
    Aus: Reil, Elisabeth: Theologischer Leitfaden zum Fachlehrplan Katholische Religionslehre Grundschule. In: Katholisches Schulkommissariat in Bayern (Hg.): Handreichung zum LehrplanPLUS, Katholische Religionslehre in der Grundschule, München 2015, S. 33-55.
    www.rpz-bayern.de/handreichung_zum_lehrplan_plus.html

Ergänzende Informationen sind nicht Bestandteil des Lehrplans.