Lehrplan PLUS

Direkt zur Hauptnavigation springen, zur Servicenavigation springen, zur Seitennavigation springen, zu den Serviceboxen springen, zum Inhalt springen

Katholische Religionslehre 6 Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Gymnasium: Vielfalt der Kulturen und Lebenswelten – Solidarität im Namen Gottes

Erläuterung zum Lernbereich: „Vielfalt der Kulturen und Lebenswelten – Solidarität im Namen Gottes“

  • Erläuterung_6.5_Solidarität im Namen Gottes

    a)    Konzeption
    In diesem Lernbereich überschneiden sich die Gegenstandsbereiche „Religionen und Weltanschauungen“ und „Mensch und Welt“, insofern die Vielfältigkeit der Kulturen und zugleich die grundsätzliche Unterschiedlichkeit von Lebensbedingungen angesprochen werden. Religionen und Weltanschauungen treten hier nur am Rande als Teil der Kultur und als Verhaltensregeln auf, welche viele Lebensbedingungen mit bestimmen. In den folgenden Jahrgangsstufen rücken sie dann ins Zentrum der Betrachtung. Das Schwergewicht des Lernbereichs liegt altersgemäß vorerst auf der Wahrnehmung, sofern viele Kulturen den Schülerinnen und Schülern unbekannt und fremd sind; zugleich kann hier eine erste Grundlage für ein Verstehen der Lernbereiche zu den Weltreligionen gelegt werden. Gemäß dem Leitmotiv - den „Fragen des Lebens nachspüren“ - soll der Lernbereich den Blick weiten und das „Leben in Gerechtigkeit“ als eine Aufgabe der globalen Gemeinschaft vorstellen.
    Den Blickwinkel für diese Betrachtung der Welt und ihrer Zustände bestimmt dabei das christliche Gottes- und Menschenbild, das vor allem mit der zweiten Kompetenzerwartung und der damit verbundenen Aufforderung einer eigenen Stellungnahme offen zu Tage tritt. Die erste Kompetenzerwartung stellt die Kultur, das Geschlecht und auch religiös geprägte Vorstellungen als prägend für das jeweilige Leben fest. Hier sind die Kenntnisse und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich und vielfältig, zumeist medial bedingt. In Zusammenhang mit der zweiten und dritten Kompetenzerwartung kommen ungerechte Verhältnisse und Benachteiligungen sowie deren Bedingungen in den Blick. Dabei wird bewusst die Schwarz-Weiß-Betrachtung von reichen und armen Ländern vermieden, um die eigene Umgebung ebenso wie die fremde mit dem jeweils Faszinierenden und deren Problemen wahrzunehmen. Zusammenhänge zwischen dem eigenen Lebensstil bzw. dem eigenen Verhalten und den Lebensbedingungen anderer zu begreifen, ist zwar primär das Ziel der letzten Kompetenzerwartung, jedoch hier im Ansatz schon präsent. Dem Alter entsprechend ist dies nur an exemplarischen Beispielen anschaulich zu machen.
    Die christliche Perspektive kommt sowohl in der zweiten als auch in der dritten Kompetenzerwartung zu ihrem Recht, wenn der Aspekt der Gerechtigkeit und der Würde eines jeden Menschen zum Ausgangspunkt für eine Bewertung wird. So soll das Thema der letzten Kompetenzerwartung zu einer Überprüfung der eigenen Möglichkeiten, solidarisch zu handeln, beitragen, vornehmlich im Nahbereich, dann auch mit Blick auf die große Welt. Als sinnvoller Abschluss der Einheit kann überlegt werden, welcher Beitrag zum Leben der Schulfamilie oder im Rahmen einer schulischen Aktion für jeden möglich erscheint. Dies wäre ein Zeichen wirklicher Teilhabe.

    b)    Kooperationsmöglichkeiten
    Andere Kulturen, Lebensformen und gesellschaftliche Verhaltensformen sind Be-standteil der Auseinandersetzungen, die bei der Betrachtung von Religionen und Weltanschauungen immer mit in den Blick geraten. Insofern kann ein erster Blick auf die Zusammenhänge von Verhalten, Werthaltungen und Problemen einer Gesellschaft die Sinne dafür schärfen, auch für die Überlegung, welche Rolle die eigenen oder andere religiöse Vorgaben hierbei spielen – sei es die Stellung von Frauen oder die Rechte von Gruppen in einer Gemeinschaft. Eine Vernetzung kann mit dem Lernbereich KR 6.3 insofern erfolgen, als der Umgang Jesu mit gesellschaftlichen Randgruppen die Dimension der Gerechtigkeitsforderung von Seiten des Christentums vorbereitet. Insgesamt  kann bei diesem Lernbereich KR 6.5 eine Kooperation mit der evangelischen Lerngruppe (vgl. ER 6.5) oder mit dem Fach Ethik (vgl. Eth 6.3 und Eth 6.4) den Blick weiten.

Ergänzende Informationen sind nicht Bestandteil des Lehrplans.